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Nachrichten

Donnerstag, 22. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Der Bundestag entscheidet darüber, ob in sechs weiteren Branchen Mindestlöhne eingeführt werden. Nach den Plänen der großen Koalition sollen für Pflegedienste, Wach- und Sicherheitsdienste, Großwäschereien, die Abfallwirtschaft, Bergbau-Betriebe und die Aus- und Weiterbildungsbranche Lohnuntergrenzen festgesetzt werden. Betroffen sind rund 1,7 Millionen Beschäftigte. Außerdem will das Parlament die Weichen dafür stellen, dass Mitarbeiter stärker am Kapital der Unternehmen beteiligt werden. Zuvor debattierte der Bundestag kontrovers über den Jahreswirtschaftsbericht 2009. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Wirtschaft im laufenden Jahr um 2,25 Prozent schrumpfen und die Bundesrepublik damit in die tiefste Rezession ihrer Geschichte abgleiten wird.

BERLIN: Mit Kurzarbeit versuchen Unternehmen in Deutschland in Zeiten der Wirtschaftskrise, Entlassungen zu vermeiden. Die deutliche Zunahme der Kurzarbeit wird nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung für die Bundesagentur für Arbeit in diesem Jahr erheblich teurer als erwartet. Wie das Blatt unter Berufung auf interne Berechnungen der Nürnberger Behörde schreibt, drohen 2009 Ausgaben von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Veranschlagt waren dafür aber nur 300 Millionen Euro. Experten rechnen im Jahresdurchschnitt mit rund 300.000 Kurzarbeitern.

BOCHUM: Vor dem Landgericht Bochum beginnt einer der spektakulärsten Steuerprozesse der Bundesrepublik gegen den ehemaligen Postchef Klaus Zumwinkel. Ihm wird vorgeworfen, über Stiftungen in Liechtenstein zu zahlende Steuern in Millionenhöhe am Staat vorbei geschleust zu haben. In der Anklage sind wegen Verjährungsfristen noch knapp eine Million Euro berücksichtigt. Der ehemalige Top-Manager kann bei einer Verurteilung im günstigsten Fall mit einer Bewährungsstrafe und einer hohen Geldbuße rechnen. - Für den Prozess sind lediglich zwei Tage angesetzt. Am kommenden Montag soll das Urteil fallen.

WASHINGTON: Der neue US-Präsident Barack Obama ist fest entschlossen, das weltweit kritisierte Gefangenenlager Guantanamo innerhalb eines Jahres zu schließen. Laut Medienberichten will Obama eine entsprechende Verordnung bereits an diesem Donnerstag auf den Weg bringen. Die Schließung des Lagers auf Kuba, in dem hunderte Terrorverdächtige jahrelang ohne geklärten Rechtsstatus festgehalten wurden, zählt zu Obamas zentralen Wahlversprechen. Für Gefangene, von denen Gefahr ausgehe, sollten rechtmäßige Verfahrenweisen gefunden werden, heißt es. - Die Militärführung forderte der neue Präsident unterdessen auf, Pläne für einen 'verantwortungsvollen' Truppenrückzug aus dem Irak auszuarbeiten. Obama hatte im Wahlkampf zugesichert, er werde alle rund 130.000 im Irak stationierten US-Soldaten innerhalb von 16 Monaten abziehen.

WASHINGTON: Die ehemalige First Lady der Vereinigten Staaten, Hillary Clinton, ist als neue US-Außenministerin vereidigt worden. Die 61-Jährige legte den Amtseid unmittelbar nach ihrer Bestätigung durch den Senat ab. Präsident Barack Obama wurde wegen eines kleinen Fehlers bei seiner Amtseinführung ein zweites Mal vereidigt. Wie das Präsidialamt in Washington mitteilte, hatte Obama bei der offiziellen Zeremonie am Dienstag ein Wort der Eidesformel an der falschen Stelle gesprochen. Daher habe man 'sicherheitshalber' die Vereidigung in Anwesenheit einiger Journalisten wiederholt.

PEKING: In dem Skandal um verseuchtes Babymilchpulver sind in China drei Männer zum Tode verurteilt und hohe Haftstrafen verhängt worden. Die Chefin des verwickelten Molkereikonzerns Sanlu, Tian Wenhu, müsse lebenslänglich ins Gefängnis, meldet die amtliche Nachrichtenagentur Neues China. Durch gepanschtes Milchpulver waren im vergangenen Jahr sechs Säuglinge gestorben, fast 300.000 Kleinkinder erlitten schwere Nierenschäden. Das Gericht in der Stadt Shijiazhuang in der Provinz Hebei warf den Angeklagten Profitgier vor. Um einen höheren Eiweißgehalt und damit bessere Qualität vorzutäuschen, war dem Milchpulver die Industriechemikalie Melamin beigemischt worden. Die Auswirkungen wurden lange vertuscht und gelangten erst im Herbst an die Öffentlichkeit. Rund zwei Dutzend Unternehmen sind in den Skandal verwickelt. Neben den 21 Angeklagten befinden sich 39 weitere Verdächtige in Haft.

BRÜSSEL: Israel will wieder Hilfslieferungen für die palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen zulassen. Eine generelle Öffnung sämtlicher Grenzübergänge sei erst dann möglich, wenn der Waffenschmuggel für die dort herrschende radikal-islamische Hamas ausgeschlossen sei, sagte Außenministerin Zipi Livni nach einem Treffen mit Kollegen aus der Europäischen Union in Brüssel. Die derzeit herrschende Waffenruhe sei ein Test, so Livni. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier forderte, neben dem Wiederaufbau nun auch den Friedensprozess im Nahen Osten wieder in Gang zu bringen. Vor dem Weltsicherheitsrat in New York verlangte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Erklärung Israels für den wiederholten Beschuss von UN-Gebäuden während der Militäroffensive im Gazastreifen. Zuvor hatte sich Ban dort persönlich ein Bild vom Ausmaß der Schäden gemacht.

DÜSSELDORF: Die EU-Kommission will nach Presseinformationen 3,5 Milliarden Euro in das europäische Energieleitungsnetz investieren. Geplant sei, die nationalen Leitungsnetze in der EU besser miteinander zu verbinden, um sich notfalls gegenseitig beliefern zu können, berichtet das 'Handelsblatt'. Damit ziehe die EU-Behörde Konsequenzen aus der russisch-ukrainischen Gaskrise. - Im Streit über unbezahlte Rechnungen und den künftigen Gaspreis für die Ukraine hatte Russland am 7. Januar seine Lieferungen nach Europa über ukrainische Leitungen für fast zwei Wochen gestoppt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend locker bewölkt oder sonnig. In der zweiten Tageshälfte im Nordwesten und Westen Regen. Höchstwerte null bis sieben Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg und München: minus 1 Grad, heiter;
Berlin: minus 3 Grad, leicht bewölkt;
Dresden: minus 2 Grad, sonnig;
Köln/Bonn: plus 1 Grad, wolkig und
Frankfurt am Main: minus 1 Grad, bedeckt.

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