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Nachrichten

Donnerstag, 21. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

BERLIN: Die Bundesregierung will nach den Worten von Forschungsministerin Annette Schavan -CDU- eine bessere Grundlage für ein innovationsfreundliches Klima in Deutschland schaffen. In einer Regierungserklärung im Bundestag verwies Schavan darauf, dass erstmals alle Zukunftsprojekte der verschiedenen Bundesministerien bei der Entwicklung von Hightech-Produkten aufeinander abgestimmt würden. Diese 'Hightech-Strategie' habe auch das Ziel, die Aufwendung für Forschung und Entwicklung zu erhöhen. So sollten - gemessen am heutigen Brutto-Inlandsprodukt - die Ausgaben bis 2010 von jetzt 2,5 Prozent auf drei Prozent steigen.

WILHELMSHAVEN: Einen Tag nach der Zustimmung des Bundestages zum Libanon-Einsatz der Bundeswehr verabschiedet Verteidigungsminister Franz-Josef Jung an diesem Donnerstag den ersten Marine-Verband. Zu dem Appell in Wilhelmshaven sind auch Angehörige der etwa 1.000 Besatzungsmitglieder angereist. Die zwei Fregatten, zwei Versorgungsschiffe und vier Schnellboote sollen in etwa zwei Wochen die Küste des Libanon erreichen. Die Marine hat den Auftrag, den Waffenschmuggel für die Hisbollah zu unterbinden. Insgesamt sollen sich bis zu 2.400 Bundeswehrsoldaten an dem UN-Libanon-Einsatz beteiligen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Mittwoch nochmals von einer "historischen Entscheidung" gesprochen.

NEW YORK: Deutschland sieht sich nach den Worten von Außenminister Frank-Walter Steinmeier nicht mehr mit einer möglichen Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan konfrontiert. Am Rande der UN-Vollversammlung sagte Steinmeier, er erwarte bei dem Treffen der Nato-Außenminister an diesem Donnerstag in New York keine neuen Forderungen an ihn. Deutschland war in die Kritik geraten, weil es einen Einsatz von Bundeswehrsoldaten auch im unsicheren Süden und Osten Afghanistans abgelehnt hatte. Polen, Rumänien, Kanada und Großbritannien hatten zuletzt eine Aufstockung ihrer Soldatenzahl zugesagt, um den Widerstand der Taliban-Rebellen dort zu brechen.

TAMPERE: Spanien hat die übrigen EU-Staaten erneut um schnelle Hilfe bei der Bewältigung des Flüchtlingsstroms aus Afrika gebeten. Man werde so lange darauf drängen, bis eine entsprechende Reaktion erfolge, sagte Justizminister Juan Fernando Lopez Aguilar vor Beginn des EU-Innen- und Justizministertreffens im finnischen Tampere. Spanien wird in seinem Bestreben nach mehr Geld und Überwachung der Außengrenzen von Malta, Italien und Griechenland unterstützt.

BUDAPEST: In der ungarischen Hauptstadt haben die dritte Nacht in Folge bis zu 15.000 Menschen den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany gefordert. Die Proteste verliefen im Vergleich zu den Nächten zuvor weitgehend friedlich. Laut der Polizei gab es fast 20 Verletzte und mehr als 60 Festnahmen. Nach einer friedlichen Kundgebung vor dem Parlament hatte sich die Polizei Straßenschlachten mit bis zu 300 gewaltbereiten Demonstranten geliefert. Auslöser der Proteste war das bekanntgewordene Eingeständnis Gyurcsanys, im Wahlkampf gelogen zu haben, um die Wahl zu gewinnen.

BANGKOK: Nach dem Militärputsch läuft das öffentliche Leben in der thailändischen Hauptstadt wieder normal. Schulen und Banken öffneten, Busse und Bahnen fuhren wieder. Die Militärführung verschärfte inzwischen die Zensur. Fernsehsendern wurde die übliche Verbreitung von Zuschauermeinungen über einen Bildschirmtext untersagt. Zwei weitere Minister der gestürzten Regierung von Ministerpräsident Thaksin Shinawatra wurden ins Militärhauptquartier einbestellt. Seit Dienstag wird dort bereits Thaksins Stellvertreter festgehalten. Der Regierungschef selbst hält sich zu einem Familienbesuch in London auf. Die Putschisten waren international aufgefordert worden, so schnell wie möglich wieder demokratische Verhältnisse zu schaffen.

PEKING: Die chinesischen Behörden gehen weiter gegen kritische Autoren vor. Eine in den USA ansässige Menschenrechtsgruppe teilte mit, der Journalist Zhang Jianhong sei am 6. September in seinem Haus in der Provinz Zhejiang festgenommen worden. Er hatte unter anderem das harte Vorgehen der Behörden gegen Bürger und Journalisten zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Peking kritisiert.

ANKARA: In der Türkei hat der Prozess gegen die Bestseller-Autorin Elif Shafak begonnen. Sie muss sich wegen Aussagen zum Völkermord an Armeniern im Ersten Weltkrieg vor Gericht verantworten. Angeklagt ist sie -wie bereits zuvor der Romanautor Orhan Pamuk- nach einem umstrittenen Paragrafen, der 'Beleidigung des Türkentums'. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu drei Jahre Haft.GELSENKIRCHEN: Der Tarifkonflikt in der nordwestdeutschen Stahlindustrie ist beigelegt. Die Tarifpartner einigten sich in der Nacht zum Donnerstag auf einen neuen Vertrag mit einer Laufzeit von 13 Monaten. Danach bekommen die 85.000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen 3,8 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Auch wurden Einmalzahlungen und besondere Regelungen für ältere Arbeiter vereinbart.

FRANKFURT AM MAIN: Der Darmstädter Pharmakonzern Merck will den Schweizer Biotechkonzern Serono für umgerechnet 10,6 Milliarden Euro übernehmen. Mit der Eignerfamilie sei ein Vertrag über den Kauf ihrer Anteile geschlossen worden, teilte der Darmstädter Konzern mit.

SAN FRANCISCO: Der US-Bundesstaat Kalifornien hat sechs Autokonzerne wegen Folgeschäden von Abgasen verklagt. Betroffen sind General Motors, DaimlerChrysler, Ford, Toyota, Honda und Nissan. Die Emissionen ihrer Fahrzeuge hätten die Gesundheit der Kalifornier beeinträchtigt, die Umwelt geschädigt und dem Staat Kosten in Millionenhöhe verursacht, heißt es in der Klageschrift. Im August hatte Kalifornien als erster US-Staat beschlossen, den Ausstoß von Treibhausgasen gesetzlich zu beschränken.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Nebelauflösung viel Sonne, überall trocken. Es ist spätsommerlich warm mit Werten zwischen 23 und 28 Grad.

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