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Nachrichten

Donnerstag, 21. Februar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PRISTINA: Einen Tag nach der diplomatischen Anerkennung des Kosovos durch Deutschland ist Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung in Pristina mit den beiden Spitzenpolitikern des jüngsten europäischen Staates zusammengetroffen. Nach dem Treffen sagte ein Sprecher Jungs, Regierungschef Hashim Thaci und Präsident Fatmir Sejdiu hätten ihren Dank für die Hilfe Deutschlands und für die Anerkennung ihres Staates ausgedrückt. Jung selbst sagte, neben der zivilen Aufbauhilfe und dem Einsatz der Bundeswehr innerhalb der internationalen Schutztruppe Kfor werde Deutschland auch einen Beitrag zum geplanten Aufbau von Sicherheitskräften im Kosovo leisten. Inzwischen erkannte auch die italienische Regierung den Kosovo als eigenständigen Staat an. In der serbischen Hauptstadt Belgrad ist für diesen Donnerstag eine Massendemonstration geplant, auf der gegen die Abspaltung protestiert wird.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat die Aufstockung der Zahl der Richter am UN-Tribunal in Den Haag beschlossen, um die juristische Aufarbeitung der während der Jugoslawien-Kriege begangenen Kriegsverbrechen zu beschleunigen. Die einstimmig angenommene Resolution 1800 erlaubt UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, weitere Richter für das Haager Tribunal zu bestimmen. Das Mandat für das UN-Tribunal endet 2010. Das Gericht hatte den UN-Sicherheitsrat bereits mehrmals aufgefordert, das Mandat zu verlängern. Die prominentesten Angeklagten, der einstige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic und sein Armeechef Ratko Mladic, sind noch immer auf der Flucht. Ihnen werden Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges vorgeworfen.

WASHINGTON: Eine US-Rakete hat einen außer Kontrolle geratenen amerikanischen Spionagesatelliten abgeschossen, um einen drohenden Absturz auf die Erde zu verhindern. Der nicht steuerbare Himmelskörper wurde nach Angaben des Pentagons in 210 Kilometer Höhe getroffen. Die Rakete wurde von einem Kriegsschiff im Nordpazifik nahe Hawaii abgefeuert. Das Weiße Haus begründete das Vorgehen damit, dass der hochgiftige Treibstoff im Tank des Satelliten beim Aufschlag auf die Erde die Menschen hätte gefährden können. Der 1,3 Tonnen schwere Spionagesatellit von der Größe eines Busses war 2006 ins All geschossen worden. Kurz darauf riss der Funkkontakt ab.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat zusätzliche Friedenstruppen für die sudanesische Krisenregion Darfur gefordert. Bei der Vorlage des neuesten Darfur-Berichts an den Weltsicherheitsrat äußerte sich Ban zudem extrem besorgt über die dortige Sicherheitslage. Die Bedingungen für die Zivilbevölkerung hätten sich verschlechtert und der Zugang für Hilfsorganisationen werde schwieriger. Wiederholt hätten Kämpfer aus dem Tschad Angriffe auf sudanesisches Gebiet gestartet. Von den bislang geplanten 26.000 Soldaten der Friedenstruppe seien bislang erst gut 9.000 im Einsatz, klagte Ban. Hier müssten die UN-Mitgliedsstaaten ihren Zusagen schleunigst nachkommen. Deutschland beteiligt sich nicht mit eigenen Truppen an dem Einsatz. Im Darfur-Konflikt sind in den vergangenen fünf Jahren nach Schätzungen etwa 200.000 Menschen getötet worden.

OSNABRÜCK: Deutsche Hilfsorganisationen befürchten, dass durch den Entzug des Spendensiegels bei UNICEF Deutschland der gute Ruf ihrer Arbeit leidet. Der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Hans-Joachim Preuß, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", wenn so ein Leuchtturm wie UNICEF an Strahlkraft verliere, werde es auch für andere Hilfsorganisationen schwerer. Der Sprecher des Kinderhilfswerkes terre des hommes, Wolf-Christian Ramm, sieht zur Zeit allerdings keine Anzeichen, dass die Spender sich abwenden. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen hatte am Mittwoch dem Kinderhilfswerk UNICEF das Spendensiegel aberkannt, da dieses falsche Angaben über Provisionshöhen für Spendenwerber gemacht hatte. Das Siegel gilt als Seriositäts- und Qualitätssymbol einer Hilfsorganisation.

BERLIN: Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen weiter. Schwerpunkte an diesem Donnerstag sind Kindertagesstätten, die Bundeswehr, Verwaltungen und die Müllentsorgung. Die Gewerkschaften haben tausende Beschäftigte in Hessen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Sachsen aufgerufen, ihre Arbeit vorübergehend niederzulegen. Die Warnstreiks werden nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Freitag fortgesetzt. Für Montag sind weitere Tarifverhandlungen in Potsdam anberaumt. Die Gewerkschaften fordern acht Prozent Gehaltserhöhung, mindestens jedoch 200 Euro pro Monat mehr. Bund und Kommunen bieten fünf Prozent auf zwei Jahre verteilt.

BERLIN: Steuer-Fahnder haben einem Zeitungsbericht zufolge Indizien dafür gefunden, dass Privatbanken und andere Institute in Deutschland liechtensteinische Stiftungen verwaltet haben. Insgesamt solle es sich um etwa 50 Stiftungen handeln, auf deren Konten hohe Millionenbeträge lagerten, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Auch hätten die Banken Kunden gezielt zum Thema Liechtenstein-Stiftungen beraten. Seit Montag durchsuchen Steuerfahnder in fünf Bundesländern wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung Banken, Privatwohnungen und Büros. Den Ermittlern liegen nach Angaben der Bundesregierung Daten über 1000 mutmaßliche Steuersünder vor. Das Fürstentum Liechtenstein hatte Deutschland am Mittwoch im Streit um den Steuerbetrug über seine Banken eine bessere Zusammenarbeit zugesagt.

CARACAS: Die linksgerichteten FARC-Rebellen in Kolumbien sind nach Angaben des französischen Außenministers Bernard Kouchner zur Freilassung einer weiteren Geisel bereit. FARC-Kämpfer hätten dem als Vermittler fungierenden venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez angeboten, einen vierten ehemaligen kolumbianischen Abgeordneten auf freien Fuß zu setzen, sagte Kouchner in Venezuelas Hauptstadt Caracas. Anfang Februar hatte die größte Rebellengruppe des Landes die Freilassung dreier früherer Parlamentarier aus Gesundheitsgründen angekündigt. Wann die vier freikommen sollen, sagte Kouchner nicht. Im Januar hatte Chavez die Freilassung von zwei kolumbianischen Geiseln erreicht. Die so genannten 'Revolutionären Streitkräften Kolumbiens' halten seit Jahren weit mehr als 700 Menschen in ihrer Gewalt.

QUITO: Nach schweren Überflutungen und heftigen Regenfällen in Ecuador hat die Regierung in dem südamerikanischen Land den Notstand ausgerufen. In den Wassermassen ertranken nach offiziellen Angaben mehrere Menschen. Behördenvertreter sprechen von großen Schäden an der Infrastruktur und in der Landwirtschaft. Auch aus Bolivien, Peru, Kolumbien und Argentinien, werden Überschwemmungen gemeldet. - Dagegen leidet Chile unter der schlimmsten Trockenheit seit 50 Jahren. In vielen Regionen herrscht akute Wasserknappheit. Die Dürre hält bereits seit acht Monaten an.

SYDNEY: Der anhaltende Wirtschaftsaufschwung in Indien und China hat nach Erkenntnissen einer australischen Studie stärkere Auswirkungen auf den Klimawandel als bislang bekannt. In einem Zwischenbericht einer von der australischen Regierung eingesetzten Expertenkommision heißt es, angesichts des Industrialisierungsbooms in den Schwellenländern werde es zunehmend schwieriger, die Erderwärmung aufzuhalten. Australien werde durch den Klimawandel zudem dramatischer betroffen als andere Staaten. In dem Bericht wird die neue Regierung von Premierminister Kevin Rudd aufgefordert, die Kohlendioxid-Emissionen noch weiter zu reduzieren als bislang geplant. Die Regierung hatte angekündigt, den Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um 60 Prozent zu verringern.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken. Im Süden etwas Regen, sonst meist trocken. Höchstwerte zwischen sechs und 13 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: drei Grad, dunstig;
Berlin: vier Grad, dunstig;
Dresden: fünf Grad, dunstig;
Köln/Bonn: drei Grad, nach Regen;
Frankfurt am Main: drei Grad, Nebel und
München: sieben Grad, etwas Regen.

Audio und Video zum Thema