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Nachrichten

Donnerstag, 20. September 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat im Bundestag um Zustimmung für die Fortsetzung der Beteiligung der Bundeswehr an der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan ISAF und die Zusammenlegung dieses Mandates mit dem Einsatz der Aufklärungsflüge der Bundeswehr-Tornados geworben. Die Sicherheitslage im Lande sei weiter kritisch. Deshalb müsse neben der zivilen Aufbauhilfe auch das militärische Engagement aufrecht erhalten werden, sagte Steinmeier zum Auftakt der Debatte. Ähnlich äußerte sich Verteidigungsminister Franz Josef Jung. Die Opposition gab sich gespalten. Während die FDP große Zustimmung signalisierte, bekräftigte die Linkspartei ihre Ablehnung des gesamten Einsatzes. Grünen-Chef Fritz Kuhn betonte, auch die Mehrheit seiner Partei sei für das ISAF-Mandat, lehne aber den Tornado-Einsatz ab. Eine Abstimmung ist für den 12. Oktober geplant. Der UN-Sicherheitsrat hatte in der Nacht zum Donnerstag das ISAF-Mandat um ein weiteres Jahr verlängert.

BERLIN: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries will im Fall eines terroristischen Angriffs aus der Luft den Abschuss eines Flugzeugs unter bestimmten Umständen ermöglichen. Das betreffe zum Beispiel den Abschuss eines unbemannten oder nur mit Terroristen bemannten Flugzeugs, sagte die SPD-Politikerin der in Hannover erscheinenden 'Neuen Presse'. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung war mit seinem Vorstoß, gekaperte Passagiermaschinen notfalls abschießen zu lassen, auf harte Kritik beim Koalitionspartner SPD und der Opposition gestoßen. FDP-Chef Guido Westerwelle sagte, damit stelle sich der CDU-Minister gegen die Verfassung. Grüne und Linkspartei riefen Jung zum Rücktritt auf. Der Wehrbeauftragte der Bundesregierung, Reinhold Robbe, forderte von der Bundesregierung eine verfassungsrechtliche Klarstellung.

WASHINGTON: Der Anschlag auf den anti-syrischen Abgeordneten Antoine Ghanem im Libanon hat weltweit Empörung ausgelöst. Bei dem Attentat wurden neben dem Politiker weitere sechs Menschen getötet. US-Präsident George W. Bush sprach von einem "feigen Anschlag" auf Ghanem, gleichzeitig warf er Syrien und dem Iran ein gezieltes Untergraben der Souveränität des Libanons vor. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Anschlag, der sich nur wenige Tage vor den Präsidentschaftswahlen im Libanon ereignete. Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora rief Ban auf, eine internationale Untersuchung des Anschlags einzuleiten. Der Parlamentarier ist seit der Ermordung des ehemaligen Ministerpräsidenten Rafik Hariri im Jahr 2005 bereits der achte anti-syrische Politiker, der einem Anschlag zum Opfer fiel.

TOKIO: Ein Brand im japanischen Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa ist nach kurzer Zeit gelöscht worden. Nach Angaben des Betreibers ist bei dem Feuer in einem der Reaktoren des größten Atomkraftwerks der Welt keine Strahlung ausgetreten. Der Brand sei durch ein defektes Kabel auf dem Dach des Reaktors ausgelöst worden. Die Feuerwehr habe die Flammen aber schnell unter Kontrolle bekommen, hieß es. Das rund 250 Kilometer nordwestlich von Tokio gelegene Atomkraftwerk war bei einem schweren Erdbeben im Juli beschädigt worden und ist seither abgeschaltet. Damals war aus einem Reaktor radioaktives Wasser in die Japan-See entwichen.

LONDON: Der britische Premierminister Gordon Brown hat mit einem Boykott des EU-Afrika-Gipfels gedroht, falls dem simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe die Teilnahme erlaubt wird. In einem Beitrag für die Londoner Zeitung 'The Independent' forderte Brown die Staats- und Regierungschefs der EU auf, vor der im Dezember in Lissabon geplanten Konferenz den Druck auf das Regime in Harare zu verstärken. Die wirtschaftliche und humanitäre Krise in Simbabwe schreite weiter voran, schrieb Brown. Mugabe sei verantwortlich für Folter und die massenhafte Einschüchterung der politischen Opposition.

FRANKFURT AM MAIN: Der Euro ist erstmals seit seiner Einführung im Jahre 1999 über die Marke von 1, 40 Dollar gestiegen. Im Vormittagshandel kletterte die europäische Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,40 -17 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwochmittag auf 1,39-75 Dollar festgelegt.

BERLIN: Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft, Air Berlin, plant die Übernahme der Chartergesellschaft Condor vom Reisekonzern Thomas Cook. Im Rahmen eines mehrere Millionen Euro schweren Gesamtpakets soll der Ferienflieger in zwei Schritten 2009 und 2010 in den Air-Berlin-Verbund eingegliedert werden, teilte das Unternehmen mit. Thomas Cook erhalte dagegen eine Beteiligung von einem Drittel an Air Berlin. Das Vorhaben muss noch von den Kartellbehörden gebilligt werden. Außerdem müsste die Lufthansa auf ihr Vorverkaufsrecht bei Condor verzichten. Sie hält knapp ein Drittel der Aktien und eine Option auf die übrigen Anteile. Thomas Cook gehört zum Handelskonzern Arcandor, vormals Karstadt-Quelle. Air Berlin hatte zu Jahresbeginn die Düsseldorfer LTU übernommen.

BERLIN: Bundesarbeitsminister Franz Müntefering hat ein Umdenken bei der Bekämpfung der Kinderarmut gefordert. In der Familienpolitik solle mehr auf Sachleistungen und weniger auf Geld gesetzt werden, schreibt Müntefering in einem Gastbeitrag der 'Frankfurter Rundschau' zum Weltkindertag an diesem Donnerstag. Kinder könnten auch deshalb arm sein, weil sie aus Kostengründen keine Kinderkrippe oder Kindertagesstätte besuchen könnten, weil sie schlecht ernährt seien oder weil ihnen Schulbücher fehlten. Möglicherweise könne ihnen der Staat am besten mit gebührenfreien Essen, niedrigen Kita-Gebühren oder einen speziellen Unterstützung bei der Einschulung helfen, so der Minister. - Müntefering will die Armutsbekämpfung in der zweiten Hälfte der laufenden Legislaturperiode in den Mittelpunkt der Regierungsarbeit der großen Koalition stellen.

PEKING: Die chinesische Regierung hat alle staatlich kontrollierten Preise eingefroren, um die zunehmende Inflation einzudämmen. Zu den Gütern, deren Preise staatlicher Kontrolle unterliegen, gehören unter anderem Wasser, Benzin und Strom. Der Anstieg der Verbraucherpreise in der Volksrepublik hatte im August mit 6,5 Prozent den höchsten Stand seit elf Jahren erreicht.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden wolkenreich mit etwas Regen, an der Nordsee kräftige Schauer. Im Süden nach Nebelauflösung verbreitet Sonne. Höchstwerte 18 bis 21 Grad.

Am Mittag meldeten:

Hamburg: 13°, nach Regen;
Berlin: 14°, wolkig;
Dresden, Frankurt am Main und München: 15°, leicht bewölkt sowie
Köln/Bonn: 16°, wolkig.

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