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Nachrichten

Donnerstag, 20. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL: Nach einem fast 18-stündigen Verhandlungsmarathon haben sich die Landwirtschaftsminister der Europäischen Union auf massive Kürzungen der milliardenschweren Agrarsubventionen geeinigt. Bis 2012 müssen Europas Landwirte auf weitere fünf Prozent ihrer Direkt-Beihilfen verzichten. Für die deutschen Bauern bedeute der Beschluss Einbußen in Höhe von jährlich etwa 225 Millionen Euro, hieß es aus Verhandlungskreisen in Brüssel. Großbauern müssen trotz des heftigen Widerstands von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner Extra-Kürzungen hinnehmen, die allerdings deutlich geringer ausfallen als ursprünglich von der EU-Kommission vorgesehen. Die sogenannte Milchquote, die die Milchproduktion in den EU-Ländern beschränkt, soll von 2009 bis 2013 um jährlich ein Prozent erhöht werden.

BERLIN/ BRÜSSEL: Die Europäische Kommission bereitet nach Angaben der Bundesregierung ein Konjunkturpaket im Umfang von 130 Milliarden Euro vor. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos erläuterte, die Mitgliedsländer sollten sich mit jeweils einem Prozent ihrer Wirtschaftsleistung beteiligen. Für Deutschland seien dies 25 Milliarden Euro. Gefördert werden sollten dabei unter anderem Infrastrukturmaßnahmen.

BERLIN: Das Ziel der Bundesregierung, bis 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, gerät zunehmend ins Wanken. Wie aus einem überarbeiteten Etatentwurf für 2009 hervorgeht, muss die Regierung in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise beinahe doppelt so viele Neuschulden aufnehmen als bisher geplant. Mittlerweile ist von einer Nettokreditaufnahme von rund 18 Milliarden Euro im kommenden Jahr die Rede - ursprünglich waren lediglich zehneinhalb Milliarden vorgesehen. Damit steuert Deutschland 2009 auf ein Staatsdefizit von 0,5 Prozent zu. An diesem Donnerstag gehen die Beratungen im Haushaltsausschuss des Bundestages in die Schlussrunde. Das Parlament soll Ende November entscheiden.

REYKJAVIK: Zur Stabilisierung seiner akut bedrohten Staatsfinanzen erhält Island umfangreiche Kredithilfen von seinen nordeuropäischen Nachbarn. Wie die Finanzminister von Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland gemeinsam mitteilten, werden sie der kleinen Inselrepublik umgerechnet rund zweieinhalb Milliarden Dollar zur Verfügung stellen. Zuvor hatte bereits der Internationale Währungsfonds einen Zwei-Milliarden-Dollar-Kredit an Island freigegeben. Das Land ist wie kein anderer europäischer Staat in den Sog der internationalen Finanzkrise geraten.

TOKIO: Nach massiven Kursverlusten an der Wall Street hat auch die asiatische Leitbörse in Tokio tief im Minus geschlossen. Der japanische Nikkei-Index gab um fast 7 Prozent nach. Zuvor war in New York der Dow Jones-Index unter die Marke von 8.000 Punkten gefallen. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn des Irak-Krieges 2003.

NEU DELHI: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich dafür ausgesprochen, Indien bei Entscheidungen auf internationaler Ebene stärker einzubeziehen. Mit mehr als 1,1 Milliarden Einwohnern und einer stetig steigenden Wirtschaftskraft werde das Land ein immer bedeutenderer Partner, sagte Steinmeier bei seinem Besuch in Neu Delhi. Der Weltfinanzgipfel, an dem Indien bereits teilnahm, sei ein wichtiger Schritt in Richtung Neuordnung gewesen. Der deutsche Außenminister wirbt bereits seit längerer Zeit für eine Einbindung der großen Schwellenländer in die G8-Gruppe der führenden Industrienationen.

PARIS: Die von Deutschland an Frankreich überstellte ruandische Spitzenpolitikerin Rose Kabuye ist in Paris wegen Beihilfe zum Mord angeklagt worden. Um den Streit mit der Regierung in Kigali zu entschärfen, wurde die 47-Jährige vorerst unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Wegen ihrer Festnahme Anfang November in Frankfurt am Main war es in Ruanda wiederholt zu Protesten gegen Deutschland und Frankreich gekommen. Kabuye wird beschuldigt, in den Mordanschlag auf den früheren ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana 1994 verwickelt zu sein. Der Anschlag hatte damals den Völkermord in dem afrikanischen Land ausgelöst.

MOSKAU: Im Kampf gegen die Piraterie vor Somalia will Russland weitere Kriegsschiffe in die Region am Horn von Afrika schicken. Einer im September entsandten Fregatte der russischen Marine sollten weitere Kriegsschiffe folgen, teilte die Admiralität mit. Die Fregatte war nach der Entführung eines mit Panzern und Waffen beladenen ukrainischen Frachters -der sich immer noch in der Gewalt der Seeräuber befindet- an die Küste Somalias geschickt worden. Russlands NATO-Botschafter Dmitri Rogosin rief das Bündnis und die Europäische Union auf, ihre geplanten Einsätze mit seinem Land abzustimmen. Die EU-Mission, an der sich auch die deutsche Marine beteiligen wird, soll Anfang Dezember beginnen. Mehr als 90 Handelsschiffe wurden in diesem Jahr von Piraten vor dem Horn von Afrika angegriffen. Die Gewässer sind wirtschaftlich von großer Bedeutung, da sie zum Suez-Kanal führen.

BERLIN: Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen will die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet gesetzlich verbieten. Die Internetanbieter sollten verpflichtet werden, Seiten mit entsprechenden Inhalten zu sperren, erklärte die Ministerin. Nachdem seit Jahren ohne Ergebnis über eine freiwillige Selbstverpflichtung diskutiert werde, müsse nun der Gesetzgeber handeln, betonte von der Leyen.

ZUM FUSSBALL: Nach einer insgesamt schwachen Vorstellung hat die deutsche Nationalmannschaft ihr Freundschaftsspiel gegen England in Berlin mit 1:2 verloren. Bundestrainer Joachim Löw sprach von einer "verdienten" Niederlage. --- Die Tore für England erzielten Matthew Upson und John Terry. Für die DFB-Elf war Patrick Helmes erfolgreich.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend stark bewölkt und immer wieder Regen. An den Alpen und im Tagesverlauf auch von der Nordsee her Auflockerungen. Höchstwerte sieben bis zwölf Grad.

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