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Nachrichten

Donnerstag, 20. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

BEIRUT/KÖLN: Angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz versuchen immer mehr Menschen, den Libanon zu verlassen. In Beirut gingen amerikanische Spezialeinheiten an Land, die US-Bürger in Sicherheit bringen sollen. Es ist das erste Mal seit 20 Jahren, dass US-Soldaten wieder im Libanon im Einsatz sind. Die Bundeswehr schickte drei Airbus-310 ins syrische Damaskus sowie nach Adana in der Türkei, um aus dem Libanon geflohene Deutsche abzuholen. Die LTU hatte im Regierungsauftrag noch einmal mehr als 300 Bundesbürger aus Damaskus nach Düsseldorf zurücktransportiert.

NIKOSIA: Zypern hat von der Europäischen Union mehr Evakuierungsflüge verlangt, damit Flüchtlinge aus dem Libanon die Mittelmeerinsel schnell wieder verlassen könnten. Ansonsten werde sein Land das Problem nicht bewältigen können, sagte Außenminister Georgios Lillikas. Die Hotelzimmer seien mit Touristen ausgebucht. Zypern hat bereits Tausende Ausländer aufgenommen. Allein an diesem Donnerstag laufen mindestens fünf Schiffe mit Europäern und US-Bürgern ein.

BEIRUT: Mit einem massiven Luftangriff im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut hat die israelische Armee versucht, den Anführer der Hisbollah-Miliz, Hassan Nasrallah, zu töten. Der israelische Rundfunk meldete, es hätten Geheimdienstinformationen vorgelegen, wonach sich Nasrallah in einem Bunker aufgehalten habe. Daraufhin seien 23 Tonnen Bomben auf den Bunker abgeworfen worden. Die Hisbollah wies die Darstellung als völlig falsch zurück. Bei dem Angriff sei eine im Bau befindliche Moschee getroffen worden. An der israelisch-libanesischen Grenze kam es am Morgen wieder zu Gefechten.

TOKIO: Die USA wollen im Süden Japans militärische Abwehrsysteme stationieren, um im Ernstfall Raketen aus Nordkorea abfangen zu können. Wie die japanische Regierung mitteilte, soll mit der Stationierung der Patriot-Abwehrraketen auf der Insel Okinawa spätestens im September begonnen werden. Um Nordkorea besser überwachen zu können, will Japan zudem einen weiteren Spionage- Satelliten ins All schießen.

TAIPEH: Bei der größten Militärübung ihrer Geschichte hat Taiwans Armee die Abwehr eines chinesischen Angriffs auf die Insel simuliert. An dem Manöver waren 20.000 Soldaten und Reservisten beteiligt. Zum Einsatz kamen Kampfflugzeuge, Hubschrauber, Kriegsschiffe und Abwehrraketen. - Taiwan hat sich 1949 von China losgesagt, wird von der Regierung in Peking aber weiter als abtrünnige Provinz betrachtet.

LONDON: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den US-Unternehmen Microsoft, Google und Yahoo vorgeworfen, bei der Zensur des Internets durch China mitzuwirken. Unter politischem Druck gingen die Unternehmen in die Knie und verstießen aus Gewinnstreben gegen ihre Prinzipien, kritisierte Amnesty. Die Suchmaschinenbetreiber sperren Einträge zu kritischen Web-Seiten, um ihre Dienste auch in China anbieten zu dürfen. Yahoo soll die chinesische Regierung zudem mit Informationen versorgt haben, die zur Inhaftierung eines oppositionellen Journalisten führten.

WASHINGTON/MOGADISCHU: Die USA haben ernste Besorgnis über Berichte geäußert, nach denen in Somalia schwer bewaffnete islamistische Milizen auf den Sitz der Übergangsregierung in Baidoa zumarschieren. Diese versetzte ihre Truppen in Alarmzustand. Das US- Außenministerium rief die Konfliktparteien auf, alle Kampfhandlungen einzustellen und zum Dialog zurückzukehren.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat erstmals von seinem Vetorecht Gebrauch gemacht und ein Gesetz zur Ausweitung der embryonalen Stammzellen-Forschung blockiert. Das vom US-Senat gebilligte Gesetz hätte zur Folge, dass Steuerzahler die 'vorsätzliche Zerstörung' menschlicher Embryonen fördern würden, erklärte Bush. Diese 'moralische Grenze' dürfe nicht überschritten werden. Konservative christliche Verbände begrüßten die Entscheidung des US-Präsidenten. Dessen Veto könnte nur mit Zweidrittel- Mehrheiten in beiden Häusern des Kongresses gekippt werden.

WARSCHAU: Der neue polnische Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski hat in seiner Antrittsrede die Verteidigung konservativer Moralvorstellungen in der Europäischen Union angekündigt. Polen gehöre zur EU, aber in Bezug auf die Sitten sei das Land anders, sagte Kaczynski vor dem Parlament in Warschau. Dabei hob er vor allem den Schutz der Familie hervor. In seinen Ausführungen zur Außenpolitik ging er mit keinem Wort auf die Beziehungen zu Deutschland ein.

BONN: Im Beisein des amerikanischen Botschafters in Deutschland, William R. Timken, wird an diesem Donnerstag die Ausstellung "The Guggenheim" in Bonn eröffnet. Auf rund 8.000 Quadratmetern wird in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik und im angrenzenden Kunstmuseum ein bisher einmaliger Überblick über die Sammlungen der Guggenheim-Niederlassungen in New York, Venedig, Bilbao und Berlin präsentiert.

ZUM RADSPORT: Bei der Tour de France könnte die letzte Alpenetappe nach Morzine eine Vorentscheidung bringen. Nach dem Einbruch des favorisierten Floyd Landis aus den USA am Mittwoch kann auch der Deutsche Andreas Klöden als Dritter der Gesamtwertung wieder auf den Tour-Sieg hoffen. Das Gelbe Trikot trägt der Spanier Oscar Pereiro. --- Die 16. Etappe hatte der Däne Michael Rasmussen gewonnen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Die extreme Hitze verlagert sich in die Osthälfte. Im Westen und Nordwesten aufkommende Gewitter. Höchstwerte 30 bis 37 Grad, im Osten örtlich darüber.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 21.07.2006
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