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Nachrichten

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei

BERLIN: Der umstrittene Mindestlohn für Briefzusteller in Deutschland ist endgültig beschlossene Sache. Auf seiner letzten Sitzung in diesem Jahr stimmte der Bundesrat einer entsprechenden Ausweitung des Arbeitnehmer- Entsendegesetzes zu. Konkurrenten des Marktführers Deutsche Post hatten immer wieder kritisiert, für sie sei ein Mindestlohn zwischen 8 und 9-Euro-80 nicht tragbar. Gebilligt wurde von der Länderkammer zudem die Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung von 4,2 auf 3,3 Prozent. Auch gegen die Erhöhung der Diäten von Bundestagsabgeordneten erhob der Bundesrat keine Einwände. Außerdem sprachen sich die Bundesländer einstimmig für die schnelle Realisierung eines Mahnmals aus, das an die Verschleppung und Ermordung von Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten erinnert.

KARLSRUHE: Die vor drei Jahren in Kraft getretene Hartz-IV-Arbeitsmarktreform verstößt in Teilen gegen das Grundgesetz. Das Bundesverfassungsgericht entschied, dass die Betreuung der 'Arbeitslosengeld II'-Empfänger verwaltungstechnisch neu organisiert werden muss. Die Karlsruher Richter bemängelten vor allem die doppelte Zuständigkeit von Bund und Kommunen bei der Vergabe von Hartz-IV-Leistungen. Nun muss bis 2010 eine Neuregelung gefunden werden. Für Leistungsempfänger ändert sich vorerst nichts.

FRANKFURT AM MAIN: Kunden der Deutschen Bahn müssen womöglich schon bald wieder mit Streiks rechnen. Nach dem neuerlichen Abbruch der Tarifverhandlungen will die Lokführergewerkschaft GDL an diesem Donnerstag über ihr weiteres Vorgehen informieren. Am Mittwoch hatte die GDL ohne Nennung von Gründen bekanntgegeben, die Verhandlungen seien ergebnislos beendet worden. Die Bahn-Führung reagierte mit Unverständnis. Der Abbruch der Gespräche sei nicht nachvollziehbar, sagte ein Bahn-Sprecher.

BERLIN: Die Bundesregierung hat die Vorschläge der EU-Kommission zur Reduzierung des Schadstoffaustoßes von Kraftfahrzeugen abgelehnt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, die Kommission betreibe Industriepolitik zulasten deutscher Autohersteller. - Die EU-Kommission will den CO-2-Ausstoß von Neufahrzeugen von 2012 an auf durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer begrenzen. Die deutschen Produzenten von Oberklassewagen - BMW, Daimler, Audi und Porsche - müssten dazu den CO-2-Ausstoß ihrer Fahrzeuge weit stärker reduzieren als Kleinwagenhersteller etwa in Frankreich und Italien. Darin sehen die Bundesregierung und die deutsche Autoindustrie eine Benachteiligung.

KABUL: Im Zusammenhang mit der Entführung eines deutschen Staatsbürgers im Westen Afghanistans hat die Polizei mehrere Verdächtige festgenommen. Die vier Afghanen seien in der Nähe der Stadt Herat gefasst worden, teilte Handelsminister Amin Farhang mit. Hintergrund der Entführung könnte nach Einschätzung der Behörden ein Familienstreit sein. Die Taliban hätten mit dem Fall vermutlich nichts zu tun, sagte Farhang. Von dem verschleppten 42-Jährigen, der bereits seit 2003 in Afghanistan lebt, fehlt seit Sonntag jede Spur. Um seine Freilassung bemüht sich auch ein Krisenstab des Auswärtigen Amtes in Berlin.

WASHINGTON: Gegen den Widerstand der Demokraten hat US-Präsident George W. Bush im Kongress zusätzliche 70 Milliarden Dollar für die Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan durchgesetzt. Nach dem Senat billigten auch die Abgeordneten des Repräsentantenhauses das Geld für die Truppen. Führende oppositionelle Demokraten wollten ursprünglich die Freigabe der Mittel mit einem Termin für einen Truppenrückzug aus dem Irak verknüpfen. Für diesen Fall hatte Bush damit gedroht, den gesamten Staatshaushalt im Umfang von 555 Milliarden Dollar mit einem Veto zu blockieren. Damit wären auch von den Demokraten geforderte soziale Programme in den USA vorerst auf Eis gelegt worden.

NEW YORK: Die Suche nach einem Kompromiss für die Zukunft des Kosovo ist im Weltsicherheitsrat vorerst gescheitert. Nach einer Sitzung des höchsten UN-Gremiums hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der USA und der Europäischen Union, die Möglichkeiten für eine Lösung seien erschöpft. Dagegen forderte Russland weitere Gespräche über den künftigen Status der mehrheitlich von Albanern bewohnten serbischen Provinz. Die Regierung in Belgrad will der Provinz nur eine weitreichende Autonomie zugestehen. Für Anfang 2008 wird eine einseitige Unabhängigkeitserklärung der Kosovo-Albaner erwartet.

GAZA-STADT: Israelische Soldaten haben im Gazastreifen mindestens zwei militante Palästinenser getötet. Augenzeugen sprechen von weiteren Opfern. Die Gefechte zwischen beiden Seiten dauerten an. Israelische Soldaten waren unterstützt von Panzern vorgerückt, um die anhaltenden Raketenangriffe auf israelisches Territorium zu stoppen. - Am Mittwoch hatte Israels Präsident Schimon Peres Verhandlungen mit der radikal-islamischen Hamas über einen Waffenstillstand im Gazastreifen abgelehnt.

SEOUL: Südkoreas neugewählter Präsident Lee Myunk Bak will in der Frage der Menschenrechte Druck auf das kommunistische Nordkorea ausüben. Kritik an Nordkorea grundsätzlich zu vermeiden, sei nicht angemessen, sagte der konservative Politiker in Seoul. Die Frage der Menschenrechte könne nicht ausgeklammert werden. - Lee hatte die Präsidentschaftswahl am Mittwoch mit 48,7 Prozent der Stimmen klar für sich entschieden.

WELLINGTON: Ein Erdbeben der Stärke 6,8 auf der Richterskala hat die Ostküste Neuseelands erschüttert. Das Epizentrum lag 50 Kilometer von der Stadt Gisborne entfernt unter dem Meeresgrund. In Gisborne wurden Strom- und Telefon-Leitungen unterbrochen. Die Erdstöße waren auch in der 400 Kilometer weiter südlich gelegenen Hauptstadt Wellington zu spüren.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem im Norden und Nordosten neblig-trüb, vereinzelt etwas Schneegriesel. Sonst nur wenige Wolken und weitgehend trocken. Tageshöchstwerte minus drei bis plus neun Grad.

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