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Nachrichten

Donnerstag, 20. August 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: Zum Auftakt der Präsidentschaftswahl in Afghanistan hat es mehrere Zwischenfälle gegeben. Auch in der Nähe der wie eine Festung gesicherten Hauptstadt Kabul kam es zu Gefechten mit Aufständischen. Über Anschläge mit hohen Opferzahlen ist bislang aber nichts bekannt. Aufgerufen zur Wahl sind rund 17 Millionen Afghanen. Als Favorit gilt Amtsinhaber Hamid Karsai. Sein wichtigster Herausforderer ist der frühere Außenminister Abdullah Abdullah. Die radikal-islamischen Taliban haben zu einem Boykott der Abstimmung aufgerufen und Wähler bedroht. Die knapp 200.000 afghanischen Sicherheitskräfte und die 100.000 ausländischen Soldaten, die inzwischen in Afghanistan stationiert sind, sollen die Abstimmung sichern. Erste Ergebnisse der Wahl werden in den nächsten Tagen erwartet.

BERLIN: Die Bundeswehr wird ihre Kräfte in Afghanistan nach Angaben von Verteidigungsminister Franz Josef Jung auch nach der Präsidentenwahl nicht verringern. Das sei auch im Hinblick auf die angespannte Sicherheitslage am Standort Kundus notwendig, sagte Jung in der ARD. Zudem wolle Deutschland seine Anstrengungen bei der Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte verstärken, um diese in die Lage zu versetzen, selbst im Land für Sicherheit zu sorgen. Dafür seien nach offiziellen Schätzungen rund 134.000 ausgebildete afghanische Soldaten und etwa ebenso viele Polizisten notwendig. Fast 90.000 Soldaten seien bislang ausgebildet worden. Bei der Polizei gebe es noch Nachholbedarf. - Derzeit liegt die Obergrenze des Bundeswehr-Kontingents in Afghanistan bei 4.500 Soldaten.

BERLIN: Im Untersuchungsausschuss des Bundestages zur Rettung der Hypo Real Estate -HRE- hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück das Krisenmanagement der Regierung bei der Rettung des angeschlagenen Immobilienfinanzierers verteidigt. Die Abwendung der Pleite mit Hilfe milliardenschwerer Staatsgarantien sei richtig gewesen, um weitreichenden Schaden vom deutschen Finanzsystem abzuwenden. Die private Finanzwirtschaft hätte die Rettung der HRE allein nicht stemmen können. Die Opposition hingegen kritisiert, dass keine Alternativen zur milliardenschweren Rettung und der Verstaatlichung der HRE gesucht wurden. - Steinbrück ist der letzte Zeuge den der Untersuchungsausschuss befragt.

BUDAPEST: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Ungarn für seinen Beitrag zum Fall des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren gedankt. Am 20. Jahrestag einer kurzzeitigen Öffnung der Grenze zwischen Ungarn und Österreich erinnerte Merkel bei einer Gedenkfeier im ungarischen Sopron an die DDR-Bürger, die am 19. August 1989 bei einem grenzüberschreitenden Friedensfest durch ein symbolisch geöffnetes Grenztor nach Österreich geflohen waren. Mit dem damaligen sogenannten "Paneuropäischen Picknick" hätten Ungarn und Ost-Deutsche dem DDR-Regime ihren Wunsch nach Freiheit gezeigt, sagte die Kanzlerin. Fast 700 Urlauber aus der DDR hatten das Picknick spontan zur Flucht in den Westen genutzt, ohne dass die ungarischen Grenzsoldaten einschritten. Das Ereignis gilt als einer der wichtigsten Auslöser für die massenhafte Ausreise von DDR-Bürgern, was weniger als drei Monate später zum Fall der Berliner Mauer führte.

TEHERAN: Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad will ein Drittel der Minister auswechseln. Insgesamt wolle Ahmadinedschad 14 neue Minister in sein Kabinett berufen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Syriens Präsident Baschar Al Assad hatte sich am Mittwoch demonstrativ hinter Ahmadinedschad gestellt. Dessen Wiederwahl sei eine Lektion für den Westen. Syrien und der Iran sollten weiter enge Beziehungen pflegen.

BAGDAD: Nach den verheerenden Anschlägen vom Vortag hat es in der irakischen Hauptstadt einen neuen Anschlag gegeben. Mindestens zwei Menschen starben, als ein mit Sprengstoff präpariertes Fahrrad vor einem Restaurant in der Innenstadt explodierte. Bei der Anschlagsserie am Mittwoch waren mindestens 95 Menschen getötet und über 500 verletzt worden. Hauptziele der Bombenleger waren das Außen- und Finanzministerium. Mehrere Polizisten und Soldaten wurden festgenommen. Sie werden für Sicherheitslücken verantwortlich gemacht.

WASHINGTON: Nach dem spektakulären Besuch des früheren US-Präsidenten Bill Clinton in Nordkorea ist jetzt der Gouverneur des US-Bundesstaates New Mexico, Bill Richardson, mit hochrangigen Diplomaten aus dem kommunistischen Land zusammengekommen. Das für zwei Tage anberaumte Treffen fand in Santa Fe statt. Anschließend erklärte der ehemalige Botschafter bei den Vereinten Nationen, die kommunistische Führung in Pjöngjang dränge im Atomstreit auf direkte Gespräche mit den USA und lehne den bisherigen Rahmen der Sechs-Nationen-Verhandlungen weiter ab. Die Begegnung in Santa Fe ging nach Angaben aus Washington nicht auf eine Regierungsinitiative zurück.

CANBERRA: Australien will bis 2020 mindestens 20 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne und Wind gewinnen. Beide Kammern des Parlaments verabschiedeten ein entsprechendes Gesetz. Bisher entfallen acht Prozent der Stromerzeugung in Australien auf erneuerbare Energien. Mit der Zielsetzung, dies auf 20 Prozent zu erhöhen, folgt Australien der Europäischen Union. Deutschland hat sich ein Ziel von mindestens 30 Prozent bis 2020 gesetzt.

ZUR LEICHTATHLETIK-WM: Bei der Weltmeisterschaft in Berlin hat Diskuswerfer Robert Harting die zweite Goldmedaille für das deutsche Team gewonnen. Vor heimischem Publikum verwies Harting im letzten Versuch mit 69,43 Metern den Polen Piotr Malachowski und den Esten Gerd Kanter auf Rang zwei und drei. Am heutigen sechsten Wettkampftag wird unter anderem das Hochsprung-Duell zwischen Ariane Friedrich aus Frankfurt am Main und der kroatischen Titelverteidigerin Blanka Vlasic mit Spannung erwartet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viel Sonnnenschein. Im Westen und am Alpenrand gegen Abend örtlich Schauer und Gewitter. Die Temperaturen steigen auf Höchstwerte zwischen 30 und 37 Grad, an den Küsten bleibt es etwas kühler.

Am Morgen meldeten bei wolkenlosem Himmel:

Hamburg, Berlin und Dresden: 21 Grad;
Köln/Bonn: 24 Grad;
Frankfurt am Main: 23 Grad und
München: 22 Grad.

Audio und Video zum Thema