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Nachrichten

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket für die Finanzbranche hat die erste parlamentarische Hürde genommen. Der US-Senat billigte das Hilfsprogramm mit 74 zu 24 Stimmen. US-Präsident George W. Bush begrüßte die Entscheidung der Senatoren. Das amerikanische Volk erwarte und die Wirtschaft verlange nun, dass auch das Repräsentantenhaus das Rettungspaket verabschiede, betonte Bush. Die Abgeordneten sollen dazu am Freitag zusammenkommen. Anfang der Woche war das Hilfsprogramm im Repräsentantenhaus überraschend gescheitert. Daraufhin kam es an den internationalen Börsen zu massiven Kurseinbrüchen. Mittlerweile wurden allerdings einige Änderungen an dem Programm vorgenommen. - Es sieht im Kern vor, dass der Staat in Not geratenen Banken faule Kredite abkauft. Dadurch sollen weitere Turbulenzen an den Finanzmärkten verhindert werden.

FRANKFURT AM MAIN: Die Europäische Zentralbank (EZB) berät über die Höhe des Leitzinses für die Eurozone. Die oberste Währungshüterin der Euro-Länder steht angesichts der weltweiten Finanzkrise unter Druck, ihre Zinsen zu senken und so mehr Spielraum für neue Investitionen und Wirtschaftswachstum zu schaffen. Finanzmarktexperten rechnen aber damit, dass die EZB das Zinsniveau unverändert bei 4,25 Prozent belässt. Zuletzt hatte sie im Juli den Leitzins wegen der stark gestiegenen Inflation im Euro-Raum erhöht. Eine Entscheidung der EZB wird für den frühen Nachmittag erwartet.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist mit mehreren Ministern und einer Wirtschaftsdelegation zu den deutsch-russischen Regierungskonsultationen nach St. Petersburg gereist. Im Mittelpunkt des Gipfels stehen der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen und die weltweite Finanzkrise. Das Treffen wird in diesem Jahr von dem nach wie vor schwelenden Georgien-Konflikt überschattet. In Reaktion auf die Krise ist die Delegation der Bundesregierung wesentlich kleiner als bei den vorherigen Treffen.

MÜNCHEN: Nach der Rücktrittsankündigung des bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein ist bei den Christsozialen der Machtkampf entbrannt. Interesse am Amt des Regierungschefs meldeten gleich drei Politiker an, und zwar Innenminister Joachim Herrmann, Fraktionschef Georg Schmid und Wissenschaftsminister Thomas Goppel. Laut Parteikollegen liebäugelt auch der designierte CSU-Vorsitzende und Bundesagrarminister Horst Seehofer mit dem Posten. Offiziell erklärte er jedoch, er stehe nur als Reservekandidat bereit, falls sich die drei Konkurrenten nicht einigen sollten. Die Entscheidung soll in der kommenden Woche fallen. Beckstein hatte am Mittwoch, drei Tage nach dem Debakel der CSU bei der Landtagswahl mitgeteilt, er stehe für die kommende Legislaturperiode nicht mehr zur Verfügung. Er begründete den Schritt mit mangelndem Rückhalt in seiner Partei.

DARMSTADT: Die erste Runde in den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie hat in Darmstadt begonnen. Vertreter der IG Metall und der Arbeitgeber kamen zum Auftakt zu einem ersten Gespräch für den Bezirk Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland zusammen. Die Gewerkschaft fordert für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche in Deutschland acht Prozent mehr Lohn und Gehalt. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hält die Forderungen für überzogen.

PARIS: Deutschland wird sich mit einer Fregatte am geplanten EU-Einsatz gegen Piraten vor der Küste Somalias beteiligen. Verteidigungsminister Franz Josef Jung teilte beim Treffen mit seinen EU-Kollegen im französischen Deauville mit, insgesamt wolle die Europäische Union drei Fregatten, ein Versorgungsschiff und drei Seefernaufklärer entsenden. Die somalische Regierung begrüßte die Entscheidung und erklärte zugleich, der Einsatz müsse mit den Behörden in Mogadischu abgestimmt werden. Der Golf von Aden, eine zentrale Schifffahrtslinie, zählt wegen der zahlreichen Überfälle zu den gefährlichsten Gewässern der Welt.

SEOUL: Nord- und Südkorea haben erstmals seit Monaten wieder offizielle Gespräche geführt. Ranghohe Offiziere beider Seiten kamen an der schwer bewachten Grenze zusammen. In Agenturberichten heißt es, die Gespräche hätten keinen Fortschritt gebracht. Die Beziehungen zwischen den beiden koreanischen Staaten hatten sich zuletzt verschlechtert. Der seit Februar amtierende konservative südkoreanische Präsident Lee Myung Bak vertritt eine härtere Haltung gegenüber dem kommunistischen Nordkorea als die Vorgängerregierung. Lee hatte erklärt, er werde wirtschaftliche Hilfen für den verarmten Norden davon abhängig machen, ob das Land tatsächlich sein Atomprogramm stoppe.

BAGDAD: Bei zwei Selbstmordanschlägen auf Moscheen im Irak sind mindestens elf Menschen getötet und 31 verletzt worden. Die Zahl der Opfer könne noch steigen, teilte die Polizei mit. Die meisten irakischen Schiiten feiern an diesem Donnerstag den Eid-al-Fitr, mit dem der Fastenmonat Ramadan endet. Die irakische Regierung hat wegen des Feiertags vor Anschlägen gewarnt.

NEW YORK: Mitarbeiter der Vereinten Nationen und internationaler Hilfsorganisationen sind bei humanitären Einsätzen einer wachsenden Gefahr ausgesetzt. Von Mitte des Jahres 2007 bis Mitte 2008 seien insgesamt 25 UN-Mitarbeiter vorsätzlich angegriffen und getötet worden - gut ein Drittel mehr als im Vorjahr, teilte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York mit. Hilfsorganisationen hätten im selben Zeitraum sogar 63 Mitarbeiter durch Gewalttaten verloren. Die Sicherheitslage verschlechtere sich zusehends, beklagte Ban.

NEU DELHI: Bei der Massenpanik an einem Hindu-Tempel im Nordwesten Indiens sind deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen als zunächst angenommen. Wie die Polizei mitteilte, wurden mittlerweile mehr als 220 Todesopfer gezählt. Vor dem Tempel in Jodhpur hatten sich zu Beginn eines wichtigen hinduistischen Festes am Dienstagmorgen tausende Menschen versammelt. Bei der Öffnung der Türen des Tempels kam es zu einem derart heftigen Gedränge, dass die Lage außer Kontrolle geriet.

SAN FRANCISCO: Mehr als ein Jahr nach dem rätselhaften Verschwinden des Abenteurers Steve Fossett gibt es eine erste Spur: In einer abgelegenen Region im Osten Kaliforniens fanden Wanderer unter anderem einen Ausweis mit Fossetts Namen. In der Nähe des Fundortes sei allerdings kein abgestürztes Flugzeug gesichtet worden, teilte die Polizei mit. Der US-Amerikaner Fossett war im September 2007 im Bundesstaat Nevada zu einem Soloflug gestartet, von dem er nicht zurückkehrte. Die Suche nach dem 63-Jährigen verlief erfolglos.

FRANKFURT AM MAIN: Der frühere Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, ist wegen Untreue und Beihilfe zur Bestechung zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Das Frankfurter Landgericht blieb mit seinem Urteil unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die dreieinhalb Jahre Haft beantragt hatte. Emig war angeklagt, mehrere Hunderttausend Euro an Sponsorengeldern und aus Schleichwerbung über eine Strohfirma in die eigene Tasche gesteckt zu haben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt, an der Nordsee zieht Regen auf. Nach Osten hin und vom Niederrhein bis nach Franken längere Zeit freundlich. Tagestemperaturen zehn bis 16 Grad.

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