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Nachrichten

Donnerstag, 2. November 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

NÜRNBERG: Die Arbeitslosenquote in Deutschland liegt erstmals seit vier Jahren wieder unter der Zehn-Prozent-Marke. Die Bundesagentur für Arbeit teilte soeben mit, dass im Oktober die Zahl der Arbeitslosen um etwa 153.000 auf rund 4,08 Millionen gesunken sei. Die Arbeitslosenquote liege jetzt bei 9,8 Prozent. Hauptgrund für die positive Tendenz sei die weiterhin anhaltend gute Konjunkturlage.

MÜNCHEN: Der Arbeitskreis Steuerschätzung berät in St. Quirin am Tegernsee über die erwarteten Steuereinnahmen in diesem und dem kommenden Jahr. Die 'Bild'-Zeitung berichtete vorab, Bund, Länder und Kommunen könnten in diesem Jahr mit 23 Milliarden Euro mehr Einnahmen rechnen, im kommenden Jahr mit rund 19 Milliarden Euro. Ein Grund für das kräftige Plus sei die anhaltend gute Konjunktur. Mit Blick auf die Steuermehreinnahmen wird bereits über deren mögliche Verwendung diskutiert. Die Vorschläge reichen von einer Senkung der Staatssschulden bis zur Verringerung der Sozialabgaben. Koalition und die Fraktionen von CDU/CSU und SPD wollen am Freitag nach Bekanntgabe der Schätzungsergebnisse über die Verwendung der Mehreinnahmen beraten.

ASCHGABAT: Auf seiner Reise durch Zentralasien besucht Außenminister Frank-Walter Steinmeier an diesem Donnerstag Turkmenistan. Auf dem Programm steht auch ein Treffen mit Päsident Saparmurat Nijasow, der sein Land international weitgehend isoliert hat. Der turkmenischen Regierung werden schwere Verstöße gegen die Menschenrechte vorgeworfen, ebenso die Unterdrückung jeglicher Opposition. Steinmeier will auf der Reise die Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit zwischen Zentralasien und der Europäischen Union ausloten. - Nach seinen Besuchen in Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan will er auch noch in Tadschikistan und Kirgisien Station machen.

KARLSRUHE: Deutschland muss keinen Schadenersatz wegen eines Nato-Angriffs auf eine Brücke in der serbischen Kleinstadt Varvarin im Jahr 1999 zahlen. Mit seiner Entscheidung wies der Bundesgerichtshof die Klage von 35 Angehörigen der Opfer ab. Zehn Zivilisten wurden bei dem Angriff getötet, weitere 30 teilweise schwer verletzt. Die Kläger hatten Deutschland stellvertretend der Mitschuld bezichtigt, obwohl deutsche Flugzeuge nicht an dem Nato-Angriff beteiligt waren. Die Kläger machten geltend, die Bundeswehr habe durch Aufklärungsflüge und Überwachung des Luftraumes den Angriff indirekt mitgetragen.

BISCHKEK: In Kirgisien hat Staatspräsident Kurmanbek Bakijew eine Verschiebung der Verfassungsreform angekündigt. Wenige Stunden vor einer geplanten Protestkundgebung der Opposition sagte Bakijew im Parlament, er lasse sich nicht unter Druck setzen. Reformen dürften nicht überstürzt werden. Die Opposition kritisiert, dass Bakijew gut ein Jahr nach der so genannten Tulpenrevolution wichtige Versprechen noch immer nicht erfüllt hat.

NEW YORK: Nach fast 50 ergebnislosen Wahlgängen in der UN- Vollversammlung haben Venezuela und Guatemala ihre Kandidaturen um den Sitz Lateinamerikas im Weltsicherheitsrat zurückgezogen. Die beiden Staaten verständigten sich darauf, stattdessen Panama als Kompromisskandidaten zu unterstützen. Die Bestätigung Panamas durch die Vollversammlung gilt nun als Formsache. Seit Mitte Oktober war es weder Guatemala noch Venezuela gelungen, die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit zu erzielen. Während Venezuela von den linksgerichteten Regierungen Lateinamerikas unterstützt wurde, hatten sich die USA für eine Wahl Guatemalas ausgesprochen.

BOGOTA: Bei einem Angriff linksgerichteter Guerillakämpfer auf einen abgelegenen Polizeiposten in Kolumbien sind mehr als 20 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Behörden sind Polizisten, Rebellen und Zivilisten unter den Opfern. Der Angriff ereignete sich im nördlichen Departament Córdoba. Etwa 70 Rebellen hätten den Polizeiposten mit Schnellfeuerwaffen und Mörsern angegrifen, hieß es. Die Behörden machen die Rebellenorganisation 'Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens' für die Tat verantwortlich. Die größte Rebellengruppe des Landes hat ihre Angriffe verstärkt, nachdem Präsident Alvaro Uribe Verhandlungen mit ihr über die Freilassung von Geiseln ausgeschlossen hatte.

WASHINGTON: Syrien hat Vorwürfe der USA zurückgewiesen, es plane zusammen mit dem Iran und der radikal-islamischen Hisbollah den Sturz der libanesischen Regierung. Entsprechende Behauptungen seien 'lächerlich', erklärte die syrische Botschaft in Washington. Das Weiße Haus hatte zuvor mitgeteilt, für ein Komplott gebe es immer mehr Belege. Ziel Syriens sei es unter anderem, ein internationales Tribunal im Mordfall des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri zu verhindern. Der syrische Geheimdienst soll in den Mordfall verwickelt sein.

TEHERAN: Der Iran hat erneut Mittelstreckenraketen getestet. Die Rakten vom Typ 'Schahab-3' seien bei einem Manöver in einer Wüstenregion abgefeuert worden, berichtet das iranische Fernsehen. 'Schahab-3'-Raketen könnten auch mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden. Sie haben eine Reichweite von rund 2.000 Kilometern.

HAMBURG: Die deutschen Seehäfen werden ihren Güterumschlag in diesem Jahr um rund sechs Prozent auf knapp 300 Millionen Tonnen steigern. Allein bis Ende Juni seien 400 neue Arbeitsplätze entstanden, teilte der Zentralverband der Seehafenbetriebe mit. Die Zeichen stünden auch weiterhin auf Wachstum. Nach Prognosen wird der Umschlag bis 2009 um jährlich 4,5 Prozent zunehmen.

NEW YORK: Der amerikanische Schriftsteller William Styron ist tot. Er starb nach Angaben seiner Familie an einer Lungenentzündung. Styron wurde 81 Jahre alt. Er erhielt 1968 den Pulitzer-Preis für seinen Roman über Nat Turner, den Anführer der Sklavenrebellion von 1831. Sein 1979 verfasstes Werk 'Sophies Entscheidung' über die Geschichte einer KZ-Überlebenden wurde drei Jahre später verfilmt. Meryl Streep erhielt einen Oscar für ihre Hauptrolle.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, häufig Regen- und Graupelschauer; im Norden und Osten anfangs noch heiter. Kalt bei Tageswerten zwischen zwei und zehn Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 1°, leicht bewölkt; Berlin: 0°, fast wolkenlos; Dresden: minus 1°, wolkig; Köln/Bonn: 0°, etwas Schnee; Frankfurt am Main: 1°, wolkig und München: minus 1°, fast wolkenlos.

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