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Nachrichten

Donnerstag, 2. Juli 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet vom bevorstehenden G8-Gipfel im italienischen L'Aquila Fortschritte bei der Arbeit an einer neuen Welt-Finanzordnung und beim Klimaschutz. In einer Regierungserklärung im Bundestag machte die Kanzlerin deutlich, dass die Industrieländer diese globalen Probleme nicht mehr alleine regeln könnten. Die Rede der Kanzlerin bildete den Auftakt zu einer 16-stündigen Sitzung des Parlaments, in der unter anderem über den zweiten Nachtragshaushalt 2009 mit einer Neuverschuldung von insgesamt 47,6 Milliarden Euro beraten wird. Ein weiteres Thema ist die Entsendung von AWACS-Flugzeugen nach Afghanistan.

BERLIN: Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat erneut bekräftigt, dass sich die Bundeswehr in Afghanistan nicht im Krieg befinde. Die Diskussion darüber sei unverantwortlich, sagte der CDU-Politiker im deutschen Fernsehen, weil damit nur den Taliban Rechnung getragen werde. Deren Interesse sei es, einen Heiligen Krieg auszurufen. Jung schloss auch militärische Einsätze der deutschen AWACS-Aufklärungsflugzeuge in Afghanistan aus. Schließlich hätten diese Maschinen keine Feuerleitfunktion, sondern den klaren Auftrag, den Luftraum über Afghanistan zu regeln.

KANDAHAR: Die US-Armee hat in der afghanischen Unruheprovinz Helmand eine Großoffensive gegen die radikalislamischen Taliban gestartet. Nach Angaben des Militärs sind an der Operation "Chandschar" (Schwertstreich) etwa 4.000 US-Soldaten und 650 afghanische Sicherheitskräfte beteiligt. Die Bodentruppen werden von Flugzeugen und Kampfhubschraubern unterstützt. Erste Schwerpunkte der Operation sind danach die Bezirke Garmser und Nawa an der Grenze zu den halbautonomen Stammesgebieten im Nordwesten Pakistans. Ziel sei es, die Provinz Helmand vor der Präsidentenwahl Ende August zu stabilisieren. Dazu sollen gemachte Geländegewinne auf Dauer gehalten werden. Die Region ist eine Hochburg der Taliban und des Drogenanbaus. Ein Taliban-Sprecher kündigte entschiedenen Widerstand an.

JERUSALEM: Amnesty International hat Israel und der radikal islamischen Hamas Kriegsverbrechen während der Gaza-Offensive vorgeworfen. Israelische Soldaten hätten in dem dreiwöchigen Einsatz hunderte unbewaffneter Zivilisten getötet und tausende Häuser zerstört, heißt es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation. Auch die Raketenangriffe militanter Palästinenser seien inakzeptable Kriegsverbrechen. Amnesty forderte, Kriegsverbrecher vor Gericht zu stellen. Ein israelischer Militärsprecher wies die Vorwürfe zurück und sprach von einem unausgewogenen Bericht.

TEGUCIGALPA: Die Übergangsregierung in Honduras hat eine Wiedereinsetzung des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya ausgeschlossen. Übergangspräsident Roberto Micheletti erklärte, es gebe einen Haftbefehl gegen Zelaya für die Verbrechen, die er im Amt begangen habe. Sollte er dennoch wie angekündigt am Wochenende nach Honduras zurückkehren, werde er umgehend festgenommen. Unterdessen geraten die neuen Machthaber international weiter in die Isolation. Die Organisation Amerikanischer Staaten drohte mit Ausschluss, sollte Zelaya nicht binnen 72 Stunden wieder eingesetzt werden. Die UN-Vollversammlung, die Europäische Union und das Zentralamerikanische Integrationssystem beschlossen, die neue Führung nicht anzuerkennen. Die USA stellten die militärische Zusammenabeit ein, mehrere Länder riefen ihre Botschafter zurück und die Weltbank legte Kredite über 280 Millionen Euro auf Eis.

SAN FRANCISCO: Kalifornien hat den finanziellen Notstand ausgerufen. Dem Parlament des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates war es trotz pausenloser Verhandlungen nicht gelungen, bis zum Beginn des neuen Finanzjahres am 1. Juli die Milliardenlöcher im Haushalt zu schließen. Alle Zahlungen an Vertragspartner und lokale Behörden sind damit zunächst ausgesetzt. 200.000 Staatsangestellte müssen drei Tage unbezahlten Zwangsurlaub nehmen. --- Gouverneur Arnold Schwarzenegger drängt auf radikale Sparmaßnahmen in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Bildung. Mit der Verhängung des Finanznotstands will er die Abgeordneten zudem zwingen, das Defizit von inzwischen 26,3 Milliarden Dollar binnen 45 Tagen zu stopfen.

NEU DELHI: Ein Gericht in Indien hat in einem historischen Urteil das noch aus der britischen Kolonialzeit stammende Verbot der Homosexualität aufgehoben. Das Hohe Gericht in der Hauptstadt Neu Delhi legalisierte damit die gleichgeschlechtliche Sexualität unter Erwachsenen. Die Bestimmung im indischen Strafrecht, die "widernatürlichen Geschlechtsverkehr" untersagt, sei diskriminierend und verstoße deshalb gegen die von der Verfassung garantierten Grundrechte. Das Gesetz stammt aus dem Jahr 1861 und sieht Haftstrafen bis zu zehn Jahren vor. Das Urteil kann vor dem Obersten Gericht Indiens angefochten werden.

LOS ANGELES: Der US-Schauspieler Karl Malden ist im Alter von 97 Jahren in Kalifornien gestorben. Der 1912 in Chicago geborene Malden galt in Hollywood als einer der stärksten und vielseitigsten Charakterdarsteller für Nebenrollen. Dem internationalen Publikum wurde er vor allem durch seine Mitwirkung in der Fernsehserie "Die Straßen von San Francisco" bekannt. Nach einer Schauspielausbildung spielte Malden zunächst 20 Jahre lang in New York Theater. Später wirkte er in mehreren Hollywood-Klassikern mit. 1952 erhielt er für seine Rolle in der Tennessee-Williams-Verfilmung "Endstation Sehnsucht" einen Oscar.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst wieder sonnig und warm, später kommt es im Osten und Süden zu teils heftigen Schauern und Gewittern. Höchstwerte bis 32 Grad, an den Küsten nur 24 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 23 Grad, sonnig;

Berlin: 22 Grad, heiter;

Dresden: 19 Grad, bedeckt;

Köln/Bonn: 22 Grad, sonnig;

Frankfurt am Main: 23 Grad, sonnig sowie

München: 21 Grad und sonnig

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