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Nachrichten

Donnerstag, 19. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

KAIRO: Deutschland und die anderen EU-Staaten wollen den Iran weiter auf diplomatischem Wege zum Stopp seines Atomprogrammes bewegen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte während seines Ägypten-Besuchs, die Erwägung anderer Lösungen bedeute nicht eine Aufgabe diplomatischer Lösungen. Diese würden jetzt jedoch andernorts gesucht, möglichst unterstützt durch die Autorität des Weltsicherheitsrates. Zuvor hatten die EU und die USA bekräftigt, sich erst dann wieder mit dem Iran zusammenzusetzen, wenn es Neues zu erörtern gebe. Am 2. Februar will sich die Internationale Atomenergiebehörde mit dem Atomstreit befassen.

BERLIN: Das Parlamentarische Kontrollgremium der Geheimdienste sieht kein Fehlverhalten der beiden Agenten des Bundesnachrichtendienstes BND während des Irak-Kriegs. Der Gremiumsvorsitzende, Norbert Röttgen, sagte nach einer mehrstündigen Geheimsitzung, beide hätten glaubhaft versichert, keine indirekte Schützenhilfe bei der Bombardierung eines Restaurants in Bagdad im Jahr 2003 geleistet zu haben. Auch habe es bis zum Eintreffen der US-Armee dort keine direkten Kontakte zu US-Vertretern gegeben. Das Gremium beschloss, Akteneinsicht zu beantragen, um die Äußerungen der damaligen Bundesregierung zu überprüfen. Am Freitag will der Bundestag über das Thema debattieren.

ROM: Italien will bis Mai die Hälfte seiner im Irak stationierten Truppen abgezogen haben. Mit einer Verbesserung der Sicherheitslage nähmen auch die militärischen Verpflichtungen ab, sagte Verteidigungsminister Antonio Martino. Im August seien noch 3.200 Soldaten im Irak gewesen, bis Januar habe sich die Zahl bereits auf 2.600 reduziert. Nach Aussage von Regierungschef Silvio Berlusconi sollen bis zum Jahresende alle italienischen Soldaten wieder in ihrer Heimat sein. Italien stellt das viertgrößte ausländische Kontingent im Irak. Eine Mehrheit der Bevölkerung und alle Oppositionsparteien lehnen den Einsatz ab. Für April sind in Italien Wahlen geplant.

ISLAMABAD: Bei dem umstrittenen US-Luftangriff in Pakistan vom vergangenen Freitag ist einer der wichtigsten Bombenexperten des Terrornetzwerks El Kaida getötet worden. Der US-Fernsehsender ABC und der pakistanische Geheimdienst teilten mit, der Leichnam von Midhat Mursi alias Abu Khabab el Masri sei nach dem Angriff im Dorf Damadola identifiziert worden. Nach Geheimdienst-Angaben konnte auch die Identität zweier weiterer El-Kaida-Funktionäre geklärt werden, die neben 18 Zivilisten bei dem Angriff getötet worden waren. Vize-El Kaida-Chef Ayman el Sawahiri, dem die Militäroperation galt, soll aber nicht unter ihnen sein.

ABIDJAN: Angesichts der seit Tagen andauernden Unruhen in der Elfenbeinküste hat Präsident Laurent Gbagbo seine Anhänger zur Beendigung ihrer Proteste aufgerufen. Alle Bürger sollten wieder ihre Arbeit aufnehmen, hieß es in einer im Rundfunk und Fernsehen des westafrikanischen Landes verlesenen Rede. Nach Gesprächen mit dem nigerianischen Staatschef Olusegun Obasanjo erklärte Gbagbo, es werde nach einer politischen Lösung der Krise gesucht. Seit Tagen randalieren Anhänger des Präsidenten gegen die UN-Friedensmission im Land. Sie errichteten Barrikaden und belagerten UN-Büros. Die Demonstranten fordern den Abzug aller ausländischen Soldaten. WASHINGTON: Die Menschenrechts-Organisation Human Rights Watch hat der US-Regierung die Missachtung von Menschenrechten in ihrem Kampf gegen den Terrorismus vorgeworfen. Durch den bewussten Einsatz von Folter und Misshandlung gegen mutmaßliche Terroristen verliere Washington sein Druckpotenzial, um andere Länder zur Einhaltung von internationalem Recht zu verpflichten, heißt es im Jahresbericht der US-Organisation. Kritisiert in dem 500 Seiten umfassenden Bericht wird auch die Europäische Union. Ihr wird vorgeworfen, Menschenrechte im Namen der Terrorismusbekämpfung zu verletzen.

BERLIN: Der Bundestag befasst sich an diesem Donnerstag mit dem umstrittenen Einbürgerungstest für Moslems in Baden-Württemberg. Die Bündnisgrünen hatten die Debatte beantragt, da der Test ihrer Meinung nach gegen das Staatsangehörigkeitsgesetz und das Grundgesetz verstößt. In dem Test werden einbürgerungswillige Moslems etwa zu ihrer Haltung zur Homosexualität und zur Gleichberechtigung von Mann und Frau befragt. Derweil bekräftigte Hessens Innenminister Volker Bouffier, er werde an seinem geplanten Einbürgerungstest festhalten. Allerdings werde sich dieser an alle in Hessen lebenden Ausländer richten und nicht nur an eine bestimmte Gruppe.

WIESBADEN: Das Selberdrehen von Zigaretten wird in Deutschland immer beliebter. Das Statistische Bundesamt stellte fest, dass der Absatz von steuerlich begünstigtem Feinschnitt im vergangenen Jahr um 37 Prozent im Vorjahres-Vergleich gestiegen ist. Dagegen nahm der Absatz von Zigaretten um 14 Prozent ab. Im September 2005 war die dritte und letzte Tabaksteuer-Erhöhung in Kraft getreten. Insgesamt stiegen die Einnahmen aus der Tabaksteuer 2005 laut den Wiesbadener Statistikern um rund eine Milliarde Euro.

WASHINGTON: Die USA wollen Mitarbeiter des diplomatischen Dienstes aus Europa abziehen und ihre Präsenz an Brennpunkten im Nahen Osten und in Asien verstärken. Ministerin Condoleezza Rice teilte in Washington mit, in Europa und im Außenministerium in Washington sollten insgesamt 100 Stellen gestrichen werden, um die Botschaften in China, Indien, Nigeria und Libanon aufzustocken.

CAPE CANAVERAL: Die US-Raumfahrtbehörde NASA unternimmt an diesem Donnerstag einen dritten Versuch, die Pluto-Sonde "New Horizons" ins All zu schicken. Der erste Starttermin war wegen Wind, der zweite wegen eines Stromausfalls in der Leitzentrale abgesagt worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden zunächst noch wolkig mit kurzen Aufheiterungen. Später bewölkt und gebietsweise etwas Regen oder Schnee. Im Süden und Osten trocken. Tageswerte zwischen minus fünf und plus sieben Grad.