1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Donnerstag, 19. April 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag

BERLIN: Deutschland steht nach Einschätzung der fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute vor einem länger anhaltenden Konjunkturaufschwung. In ihrem Frühjahrsgutachten sagen die Ökonomen für dieses und das nächste Jahr jeweils 2,4 Prozent Wachstum voraus. Bemerkenswert sei, dass der Aufschwung immer stärker vom privaten Konsum gestützt werde, hieß es in Berlin. Weil die Arbeitslosigkeit zurückgehe und die Löhne anzögen, gäben die Bürger wieder mehr Geld aus. Gleichwohl forderten die Institute Finanzminister Peer Steinbrück auf, seinen strikten Kurs zur Sanierung des Bundeshaushalts fortzusetzen.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat im Streit über seinen Vorstoß zur Unschuldsvermutung Unterstützung von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries erhalten. Sie teile die Ansicht Schäubles, dass die Unschuldsvermutung bei der Terrorabwehr nicht gelte, sagte Zypries. Hierbei gehe es darum, den Eintritt eines Ereignisses zu verhindern. Die Unschuldsvermutung gelte nur bei der Strafverfolgung, und zwar dann, wenn jemand vor Gericht angeklagt sei. Der Streit über Schäubles Sicherheitspolitik soll bei einer Spitzenrunde der Koalition besprochen werden. Vertreter der SPD hatten sich empört gezeigt und Schäubles Vorstoß als indiskutabel zurückgewiesen.

FRANKFURT AM MAIN: Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger hat in einem Gespräch mit dem Zentralrat der Juden seine Distanzierung von Passagen der umstrittenen Trauerrede für Amtsvorgänger Hans Filbinger bekräftigt. Die Zentralrats-Vorsitzende, Charlotte Knobloch, sagte anschließend, damit sei die Rücktrittsforderung der jüdischen Organisation gegen Oettinger gegenstandslos. Oettinger hatte den früheren NS-Marinerichter Filbinger als Gegner der Nazi-Diktatur bezeichnet und damit Entrüstung ausgelöst.

HAMBURG: Der Autobauer Volkswagen muss nach den Worten von Konzernchef Martin Winterkorn seine Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern. Das Unternehmen sehe sich mit einem enormen Preisdruck konfrontiert, sagte Winterkorn auf der Hauptversammlung in Hamburg. Auslastung und Produktivität weiter zu steigern werde auch 2007 eine Hauptaufgabe sein. Zudem müsse die Umstrukturierung der Kernmarke VW fortgesetzt werden.

ANKARA: Nach dem blutigen Überfall auf einen christlichen Verlag in der Türkei sind zehn Personen festgenommen worden. In türkischen Medien hieß es, vier von ihnen, die noch am Tatort festgenommen worden waren, hätten ein Geständnis abgelegt. Die Männer im Alter von 19 und 20 Jahren hätten angegeben aus religiös-nationalistischen Motiven gehandelt zu haben. Die Morde an drei Angestellten des christlichen Verlages, darunter ein Deutscher, lösten Entsetzen aus. Die türkische Regierung sieht das Ansehen der Türkei im Ausland beschädigt. In Deutschland äußerten Vertreter aus Politik und Kirche ihre Abscheu. In einem Interview der Deutschen Welle sagte Grünen-Chefin Claudia Roth, man erwarte von der Türkei, dass die Hintergründe der brutalen Morde unverzüglich aufgeklärt würden.

BAGDAD/BERLIN: Nach der verheerenden Anschlagsserie in Bagdad hat die Europäische Union alle irakischen Parteien und Volksgruppen zum Gewaltverzicht aufgerufen. Die Zukunft des Irak könne nicht auf sinnlose Morde gebaut werden, erklärte die deutsche EU-Ratspräsidentschaft. Auch US-Verteidigungsminister Robert Gates verurteilte die Anschläge vom Mittwoch, bei denen nach jüngsten Informationen fast 200 Menschen getötet wurden. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki ordnete ein Ermittlungsverfahren gegen einen hochrangigen Offizier an, der für die Sicherheit im besonders betroffenen Stadtviertel Al-Sadrija verantwortlich war.

WASHINGTON: Der blutige Amoklauf von Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia war offenbar von langer Hand geplant. Der Fernsehsender NBC erhielt ein Paket mit Text-, Foto- und Videomaterial, in dem der 23-jährige Täter sein Vorhaben begründet. In einer Videobotschaft spricht er unter anderem über seinen Hass gegen -so wörtlich- 'genusssüchtige Reiche'. Der südkoreanische Student hatte am Montag auf dem Hochschul-Campus in Blacksburg 32 Menschen erschossen, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete. Vor dem Amoklauf befand er sich bereits in psychiatrischer Behandlung.

LUXEMBURG: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries dringt im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf die Festlegung europaweit einheitlicher Mindeststandards. Als amtierende EU-Ratsvorsitzende kam Zypries in Luxemburg mit ihren Kollegen aus den anderen EU-Staaten zusammen, um eine entsprechende Grundsatz-Einigung zu erzielen. Die Aufstachelung zu Gewalttaten aus rassistischen oder fremdenfeindlichen Motiven müsse künftig in allen EU-Ländern bestraft werden, forderte die SPD-Politikerin.

BRÜSSEL: Das geplante US-Raketenabwehrsystem in Osteuropa ist an diesem Donnerstag Thema beim NATO-Russland-Rat in Brüssel. Die 26 Bündnisstaaten wollen mit einem Vertreter Moskaus erstmals im Detail über das umstrittene System sprechen. Die USA wollen es unter anderem in Polen und Tschechien aufbauen. Die Anlage soll vor möglichen Raketenangriffen aus Iran oder Nordkorea schützen. Russland sieht darin eine Bedrohung seiner Sicherheit. Für eine Einbindung des Systems in die NATO hatte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung mehrfach geworben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vielfach leicht bewölkt oder sonnig bei Temperaturen zwischen 12 und 17 Grad Celsius - im Rheinland auch darüber.

Audio und Video zum Thema