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Nachrichten

Donnerstag, 18. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NEW YORK/ FRANKFURT AM MAIN: Angesichts der anhaltenden Turbulenzen im internationalen Finanzsystem haben Notenbanken weltweit in einer gemeinsamen Aktion nochmals frisches Geld in die Märkte gepumpt. Allein die US-Zentralbank Federal Reserve stellte 180 Milliarden Dollar zur Verfügung. Die Europäische Zentralbank setzte rund 40 Milliarden US-Dollar ein. Die Banken reagierten damit unter anderem auf den wachsen Druck auf das Geldhaus Morgan Stanley, eine der letzten noch unabhängigen US-Investmentbanken. Die Aktien des Unternehmens hatten massiv an Wert verloren. Nach Berichten amerikanischer Medien sind mehrere Banken, voran die Großbank Wachovia, an einer Übernahme interessiert. Der britische Finanzkonzern Lloyds TSB kaufte - wie erwartet - die konkurrierende angeschlagene Hypothekenbank HBOS. Als Preis wurden in London 12,2 Milliarden Pfund genannt - umgerechnet mehr als 15 Milliarden Euro.

BERLIN: Mit großer Empörung haben Bundesregierung und Opposition auf eine Panne bei der staatlichen Förderbank KfW reagiert. Sie hatte der maroden Investmentbank Lehman Brothers noch 300 Millionen Euro überwiesen, als der Zusammenbruch des US-Kreditinstituts bereits absehbar war. Vertreter des Wirtschafts- und des Finanzministeriums forderten Konsequenzen. An diesem Donnerstag will sich der mit vielen Spitzenpolitikern besetzte Verwaltungsrat der KfW mit dem Vorgang befassen.

JERUSALEM: Die israelische Außenministerin Zipi Livni hat die Wahl zur Vorsitzenden der regierenden Kadima-Partei äußerst knapp gewonnen. Auf Livni entfielen 43,1 Prozent der Stimmen. Ihr Kontrahent, Verkehrsminister Schaul Mofas, erhielt 42 Prozent und lag damit nur etwa 400 Stimmen zurück. Die 50-jährige Livni hat nun gute Chancen, auch neue Ministerpräsidentin zu werden. Der Amtsinhaber und bisherige Kadima-Chef Ehud Olmert steht unter Korruptionsverdacht und will kommenden Sonntag zurücktreten, wie sein Sprecher sagte. Livni kündigte an, schon am Freitag Gespräche über die Bildung einer neuen Regierung aufzunehmen.

SANAA: Einen Tag nach dem Bombenanschlag auf die US-Botschaft im Jemen haben die Behörden nach arabischen Medienberichten 19 Verdächtige festgenommen. Nach Informationen des Senders Al-Arabija sollen sie Verbindung zur Islamisten-Organisation El-Kaida haben. Bei dem Anschlag in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa waren am Mittwoch 16 Menschen getötet worden, sechs Angreifer, sechs jemenitische Soldaten und vier Passanten. US-Bürger waren nicht unter den Opfern. --- Die Selbstmord-Attentäter hatten versucht, das stark gesicherte Tor zur Botschaft mit zwei mit Sprengstoff beladenen Wagen zu durchbrechen. Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe namens "Islamischer Dschihad im Jemen". Sie forderte die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen und drohte mit Anschlägen auf weitere Botschaften wie die Großbritanniens, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate.

ISLAMABAD: Die pakistanische Regierung war nicht informiert über den US-Luftangriff am Mittwoch im Nordwesten des Landes. Das sagte der Außenminister Shah Mahmood Quershi vor Journalisten in der Hauptstadt Islamabad. Zuvor hatte es geheißen, dieser US-Vorstoß sei erstmals zwischen den beiden Staaten abgesprochen worden. Bei dem Angriff waren sechs mutmaßliche Taliban-Kämpfer getötet worden. -- Die USA verfolgen Taliban-Kämpfer inzwischen nicht mehr nur in Afghanistan, sondern auch über die Grenze nach Pakistan. US-Präsident George W. Bush soll diese Praxis in einer geheimen Anweisung autoritisiert haben. - Der jüngste Angriff kam kurz nachdem US-Generalstabschef Mike Mullen dem pakistanischen Regierungschef Razza Gillani zugesichert hatte, dass die Vereinigten Staaten die Souveränität Pakistans respektierten.

WASHINGTON: Der US-Senat hat mit großer Mehrheit den Verteidigungsetat für das Haushaltsjahr 2009 gebilligt. Der Haushaltsplan sieht Ausgaben in Höhe von 612 Milliarden Dollar (umgerechnet 430 Milliarden Euro) vor. Darin sind 70 Milliarden Dollar für die Kampfeinsätze im Irak und in Afghanistan enthalten. Die Vorlage des Senats muss nun noch mit der des Repräsentantenhauses abgestimmt werden.

CANBERRA: Nach dem umstrittenen Vorgehen Moskaus im Kaukasus-Konflikt hat Australien den vereinbarten Verkauf von Uran an Russland infrage gestellt. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Kevin Rudd sagte, es werde erwogen, das im vergangenen Jahr mit dem damaligen Präsidenten Wladimir Putin unterzeichnete Abkommen aufzukündigen. Ein Parlamentsausschuss in Canberra sprach sich gegen die Lieferungen aus. Das Abkommen wurde von Australien bisher noch nicht ratifiziert. Es sieht Uranexporte an Russland vor unter der Bedingung, dass der Brennstoff nur für zivile Zwecke und nicht für Atombomben genutzt wird. – Australien hat die größten Uranvorkommen weltweit.

COLOMBO: Bei Kämpfen in Sri Lanka sind nach Armeeangaben mindestens 71 Menschen getötet worden. Die meisten kamen bei einer Schlacht mit Tamilen-Rebellen rund 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Colombo ums Leben. Wie das Militär bekannt gab, wurden bei den heftigsten Auseinandersetzungen seit Monaten dort 40 Rebellen und zehn Soldaten getötet. Eine unabhängige Bestätigung gab es nicht. --- Die Tamilen-Rebellen kämpfen seit 25 Jahren gegen die Regierung von Sri Lanka. Vor drei Monaten hat die Armee einen neuen Vorstoß gegen die Rebellen begonnen.

WASHINGTON: Die USA haben Bolivien auf ihre Schwarze Liste der Länder gesetzt, die ihrer Ansicht nach nicht entschieden genug gegen den Drogenhandel vorgehen. Die Regierung in La Paz sei 2007 ihren internationalen Verpflichtungen nachweislich nicht nachgekommen, heißt es in einem vom Weißen Haus in Washington veröffentlichten Bericht. - Boliviens sozialistischer Präsident Evo Morales erklärte, die USA seien ethisch und moralisch nicht in der Position, sein Land zu verurteilen. - Im Zusammenhang mit dem Machtkampf zwischen Morales und der rechten Opposition hatte die Regierung in La Paz in der vergangenen Woche den US-Botschafter ausgewiesen.

ZUM SPORT: Der deutsche Fußball-Meister Bayern München ist erfolgreich in die Champions-League-Saison gestartet. Die Bayern gewannen am Mittwochabend ihr Auswärtsspiel bei Steaua Bukarest 1:0. - In Peking gingen die 13. Paralympics mit einer beeindruckenden Schlussfeier zu Ende. Erfolgreichste Nation bei den Sommerspielen der Behinderten war Gastgeber China. Die deutsche Mannschaft belegte im Medaillenspiegel mit 14 mal Gold, 25 mal Silber und 20 mal Bronze den elften Rang.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist heiter bis wolkig und überwiegend trocken. Maximal zehn bis 18 Grad.

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