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Nachrichten

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben die Bundesregierung vor einer Reformpause gewarnt. Die Politik dürfe sich von der guten Konjunktur nicht zu dem Schluss verleiten lassen, sie habe genug für die Förderung des Wachstums getan, heißt es in dem in Berlin vorgelegten Herbstgutachten der Institute. Für 2008 rechnen die Forscher mit einem Wachstum von 2,2 Prozent in Deutschland und liegen damit leicht unter ihren bisherigen Prognosen. Für dieses Jahr werden noch 2,6 Prozent vorausgesagt. Die Arbeitslosenquote werde von 8,7 Prozent in diesem auf 7,9 Prozent im nächsten Jahr sinken, hieß es weiter. Die Arbeitslosenzahl liege dann knapp unter der Marke von 3,5 Millionen. Das größte Konjunkturrisiko sehen die Wissenschaftler in der internationalen Finanzkrise, die vor allem die Wirtschaft in den USA bremsen werde.

FRANKFURT AM MAIN: Der dritte Streik der Lokführer hat zu Einschränkungen im Regional- und S-Bahn-Verkehr in ganz Deutschland geführt. Vor allem im Osten, wo ein hoher Anteil der Lokführer in der Gewerkschaft GDL organisiert ist, war der Verkehr stark behindert. Im Bundesdurchschnitt fuhren nach Angaben der Deutschen Bahn etwas mehr als die Hälfte aller Regionalzüge und S-Bahnen. Insgesamt hätten etwa 1.400 Mitarbeiter für neun Stunden die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft will mit dem Arbeitskampf ihre Forderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag für das Fahrpersonal durchsetzen. Das jüngste Angebot der Bahn hatte sie als unzureichend zurückgewiesen und Verhandlungen abgelehnt. Am späten Nachmittag will die GDL bekanntgeben, ob am Freitag erneut gestreikt wird.

PARIS: Ein Streik der öffentlich Bediensteten in Frankreich hat den Bahnverkehr landesweit stark beeinträchtigt. Es fuhren kaum Hochgeschwindigkeitszüge. In Paris verkehrten nur wenige Pendlerzüge und U-Bahnen. Rund um die Hauptstadt kam es zu einem Verkehrschaos. Grund für den Streik, an dem sich auch Mitarbeiter der Post und der größten Energieversorger beteiligen, ist das Vorhaben der Regierung, Rentenprivilegien für öffentlich Bedienstete abzuschaffen, darunter den Ruhestand ab 50.

BERLIN: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat die Europäische Union aufgefordert, die Polizeiausbildung in Afghanistan zu verstärken. Es müsse überprüft werden, ob die geplante Entsendung von 195 Ausbildern in das Land ausreiche, sagte Jung der Zeitung 'Die Welt'. Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, verlangte die Entsendung von 5.000 europäischen Schulungskräften. Erst dann könne in Afghanistan ein Staat mit einer selbsttragenden Sicherheit aufgebaut werden. Dies gelte auch mit Blick auf die afghanische Armee, so Gertz weiter. Höchstens 16.000 eigene Soldaten stünden der Regierung in Kabul derzeit zur Verfügung, nötig seien aber mindestens 70.000.

LISSABON: Polen und Italien haben vor Beginn des heutigen EU-Gipfels in Lissabon ihre Forderungen zum Reformvertrag bekräftigt. Polens Präsident Lech Kaczynski verlangte, eine Sonderregelung zum Abstimmungsverfahren müsse eindeutig in einem Protokoll und nicht nur in einer Erklärung festgeschrieben werden. Ein Protokoll kann schwieriger geändert werden. Italiens Regierungschef Romano Prodi besteht darauf, die Frage der verringerten Sitzverteilung seines Landes im Europaparlament nicht auf dem Gipfel zu beschließen. Der Reformvertrag soll 2009 in Kraft treten. Er löst die EU-Verfassung ab, die vor zwei Jahren an Referenden in den Niederlanden und Frankreich gescheitert war.

MOSKAU: Russlands Präsident Wladimir Putin hat die USA aufgerufen, ein Datum für den Abzug ihrer Truppen aus dem Irak festzulegen. In einer Fragestunde des nationalen Fernsehens sagte Putin, zwar stimme er mit Präsident George W. Bush überein, dass zunächst die Sicherheit dort gewährleistet sein müsse. Die Iraker würden sich aber selbst nicht beeilen, dafür zu sorgen, solange sie sich unter einem Schutzmantel der Amerikaner fühlten. Putin kündigte zudem an, Russland werde seine Verteidigungskraft stärken. Das beinhalte auch die Entwicklung neuer nuklearer Raketensysteme.

KARATSCHI: Nach mehr als acht Jahren im Exil ist die frühere pakistanische Regierungschefin Benazir Bhutto in ihr Heimatland zurückgekehrt. Etwa 250.000 Menschen warteten vor dem Flughafen in Karatschi auf sie. Wegen Morddrohungen islamischer Extremisten gegen Bhutto sind Tausende von Sicherheitskräften im Einsatz. Die Rückkehr wurde ermöglicht, nachdem Präsident Pervez Musharraf eine Amnestie erließ. Gegen Bhutto wurde wegen Korruption während ihrer beiden Amtszeiten in den achtziger und neunziger Jahren ermittelt. Die Amnestie wird derzeit vom Obersten Gerichtshof des Landes überprüft.

PEKING: Der US-Botschafter in China ist nach der Ehrung des Dalai Lama durch US-Präsident George W. Bush ins Außenministerium in Peking einbestellt worden. Eine Sprecherin bezeichnete den Akt als eklatante Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes. Er habe die chinesisch-amerikanischen Beziehungen schwer beeinträchtigt. Bush hatte ungeachtet aller Proteste Chinas dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter am Mittwoch die Friedensmedaille des Parlaments verliehen, eine der höchsten Auszeichnungen der USA. Bush würdigte den Dalai Lama als weltweites Symbol für Frieden und Toleranz und rief China auf, die Unterdrückung religiöser Minderheiten zu beenden.

DEN HAAG: Mit dem früheren kongolesischen Milizenchef Germain Katanga ist ein zweiter mutmaßlicher Kriegsverbrecher an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag überstellt worden. Katanga wird vorgeworfen, im Jahr 2003 im Norden der Demokratischen Republik Kongo gegen die Menschenrechte verstoßen sowie Kriegsverbrechen begangen zu haben. Damals überfiel seine Miliz ein Dorf in der Provinz Ituri. Mindestens 200 Menschen wurden getötet. Im vergangenen Jahr war bereits Ex-Milizenchef Thomas Lubanga an den Strafgerichtshof ausgeliefert worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Erzgebirge und am Alpenrand immer wieder Regen, in höheren Lagen auch Schnee. Sonst ein Mix aus Wolken und sonnigen Abschnitten. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen acht und 13 Grad.

Am Mittag meldeten:

Hamburg: 9 Grad, Schauer;
Berlin : 11 Grad, leicht bewölkt;
Dresden: 8 Grad, stark bewolkt;
Frankfurt am Main
und Köln/Bonn: 11 Grad, wolkig und
München: 8 Grad, Regen.

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