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Nachrichten

Donnerstag, 18. Januar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

BERLIN: US-Außenministerin Condoleezza Rice informiert Bundeskanzlerin Angela Merkel an diesem Donnerstag über die Ergebnisse ihrer Nahost-Reise. Bereits am Mittwoch hatte sie mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier eine Sitzung des Nahost-Quartetts für Anfang Februar in Washington angekündigt. Dem Quartett gehören die USA, Russland, die EU und die Vereinten Nationen an. An dem Treffen wird auch Deutschland als amtierende EU-Ratspräsidentschaft teilnehmen. Vor dem Gespräch erklärte Merkel, die EU sei bereit sich für eine Lösung im Nahost-Konflikt einzusetzen.

WASHINGTON: Im US-Senat formiert sich der Widerstand gegen die Irak-Politik von Präsident George W. Bush. Mehrere einflussreiche Demokraten und Republikaner legten einen Resolutionsentwurf vor, der die geplante Aufstockung der US-Truppen um 21.500 Soldaten ablehnt. In dem Entwurf heißt es, eine Ausweitung des militärischen Einsatzes sei nicht im nationalen Interesse. Die Senatoren fordern stattdessen eine Strategie für eine politische Lösung des Irak-Konflikts sowie eine regionale Friedenskonferenz. - Der kalifornische Gouverneur und Parteifreund von Bush, Arnold Schwarzenegger, verlangte unterdessen einen Truppenabzug bis zum Jahresende.

BERLIN: Der frühere US-Botschafter in Deutschland, Richard Holbrooke, hat in ungewöhnlich scharfer Form die bisherige Leistung von US-Präsident George W. Bush kritisiert. Bush habe das Land in zwei Kriege geschickt, von denen er keinen beenden werde. Zudem gebe es ein riesiges Haushaltsdefizit und eine tief gespaltene Nation. Das sei eine furchtbare Hinterlassenschaft, sagte Holbrooke der 'Berliner Zeitung'.

BAGDAD: Bei mehreren Bombenanschlägen sind in der irakischen Hauptstadt mindestens neun Menschen getötet worden. Vor einem Laden im südlichen Stadtteil Doha gingen im Abstand von wenigen Minuten drei Autobomben hoch. Allein dort kamen nach Polizeiangaben fünf Menschen ums Leben, 15 wurden verletzt. Ein weiterer Sprengsatz explodierte im Zentrum von Bagdad. Dort wurden mindestens vier Menschen getötet und elf verletzt.

NEW YORK: Die Vereinten Nationen haben den Wunsch von US-Präsident George W. Bush zurückgewiesen, die Zahl der UN-Mitarbeiter im Irak aufzustocken. Zur Begründung verwies der neue UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf die weiter zunehmende Gewalt in dem Land. Er äußerte sich in New York nach seiner Rückkehr von Gesprächen mit Bush in Washington.

MOSKAU/BERLIN: Zur Wiederbelebung der Sechs-Nationen-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm hat Russland die USA aufgefordert, ihre Finanzsanktionen gegen Pjöngjang aufzuheben. Washington sollte als Zeichen des guten Willens einen Schritt auf Nordkorea zugehen, sagte der russische Vize-Außenminister Alexander Losjukow. In Berlin hatten am Mittwoch der Chefunterhändler der USA, Christopher Hill, und sein nordkoreanischer Kollege Kim Kye Gwan über das Thema beraten. Anschließend teilte Hill mit, er hoffe auf eine Wiederaufnahme der Atomgespräche noch im Januar.

MANILA: Im Süden der Philippinen sind bei der Offensive gegen mutmaßliche Terroristen mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens zehn Rebellen der militanten Separatistengruppe Abu Sayyaf und drei Soldaten seien bei dem Gefecht auf der Insel Jolo getötet worden, teilte das Militär mit. Erst am Mittwoch hatte die Armee den Tod eines der meistgesuchten Terroristen weltweit bekannt gegeben. Abu Solaiman war ebenfalls auf Jolo bei einem Gefecht getötet worden.

BERLIN: Der ehemalige Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz sagt an diesem Donnerstag vor dem BND-Untersuchungsausschuss des Bundestages aus. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob die damalige Bundesregierung im Jahr 2002 die Chance versäumt hat, den in Bremen geborenen Türken aus der Haft in Guantánamo freizubekommen. - Kurnaz hatte am Mittwoch vor dem Verteidigungsausschuss seine Vorwürfe gegen Angehörige der Bundeswehr bekräftigt. Danach wurde er in einem US-Gefangenenlager in Afghanistan von zwei deutschen Soldaten der Elite-Einheit KSK misshandelt. Die Bundeswehr weist das zurück.

MÜNCHEN: Überschattet von der nach wie vor ungelösten Führungskrise um Ministerpräsident Edmund Stoiber geht an diesem Donnerstag in Wildbad Kreuth die Winterklausur der CSU-Landtagsfraktion zu Ende. Am Mittwoch hatte die Landtagsfraktion Stoiber zwar ihr Vertrauen ausgesprochen. Der Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2008 soll aber erst auf einem Parteitag im Herbst bestimmt werden. Im Tagesverlauf trifft sich Stoiber in München mit seiner schärfsten innerparteilichen Kritikerin, der Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Sie hatte die CSU-Führungskrise mit dem Vorwurf ins Rollen gebracht, ihr Privatleben werde von der Staatskanzlei ausgespäht.

BRAUNSCHWEIG: Am ersten Tag des Prozesses um Korruption und Lustreisen beim deutschen Autobauer Volkswagen hat der frühere Personalvorstand Peter Hartz ein Geständnis abgelegt. Vor dem Landgericht Braunschweig räumte er ein, dem früheren Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert und dessen Geliebter mehr als zwei Millionen Euro zugeschanzt zu haben. Mit dem Geständnis entgeht Hartz nach einer Absprache mit der Anklage möglicherweise einer Gefängnisstrafe. Die Staatsanwaltschaft wirft Hartz Untreue in 44 Fällen und die unrechtmäßige Begünstigung von Betriebsräten vor.

ABUJA: Vier chinesische und eine italienische Geisel sind im Nigerdelta von ihren Entführern freigelassen worden. Das bestätigten die Außenministerien in Rom und Peking. Die vier chinesischen Angestellten einer Telekommunikationsfirma waren Anfang Januar von Unbekannten entführt worden. Der italienische Angestellte des Ölkonzerns Agip war Anfang Dezember von der militanten Bewegung für die Befreiung des Nigerdeltas (MEND) entführt worden. Zwei weitere Italiener und ein Libanese sind noch in der Hand der Entführer. Diese fordern unter anderem die Freilassung zweier Gesinnungs- genossen aus nigerianischer Haft.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Stürmisch mit Gefahr von Orkanböen, verbreitet kräftiger Regen. Mit acht bis 16 Grad außergewöhnlich mild.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg und Berlin: 6 Grad, Regen; Dresden: 11 Grad, nach Regen; Köln/Bonn und Frankfurt am Main: 12 Grad, leichter Regen und München: 12 Grad, wolkig.

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