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Nachrichten

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die Stimmung bei deutschen Unternehmen wird angesichts der Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise immer schlechter. Der Ifo-Geschäftsklimaindex brach im Dezember von 85,8 auf 82,6 Punkte ein. Der Index, der monatlich vom Münchner Ifo-Institut auf Basis der Befragung von 7.000 Unternehmen erstellt wird, sank damit den siebten Monat in Folge. Institutspräsident Hans-Werner Sinn sagte, das Konjunkturbarometer habe zuletzt in der zweiten Ölkrise 1982 ähnlich tief gestanden. Der Abschwung habe vor allem die Hersteller von Export- und Investitionsgütern erfasst, weniger bislang den Einzelhandel und das Baugewerbe.

BERLIN: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat im Bundestag die Ergebnisse des EU-Gipfels von vergangener Woche verteidigt. Die europäischen Staaten hätten beim Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise weltweit eine Führungsrolle übernommen. Alle jene seien Lügen gestraft worden, die der EU eine "Eurosklerose" bescheinigen wollten. Zusammenhalt sei auch beim Klimaschutzpaket bewiesen worden. Unter Anspielung auf Polen sagte Steinmeier, man habe sich gegen Kritiker durchgesetzt, die die Gunst der Stunde zur Verschiebung des Pakets hätten nutzen wollen. Zum ersten Mal würden in einer der größten Wirtschaftsräume bislang unverbindliche Ziele in Regelungen und Maßnahmen umgesetzt.

BERLIN: Der Ausschuss des Bundestages, der die Aktivitäten des Bundesnachrichtendienstes (BND) im Irak-Krieg untersucht, hat erneut den damaligen Außenminister Joschka Fischer befragt. Dieser verteidigte den Einsatz zweier BND-Agenten als richtig. Er habe eigene Informationen aus dem Land erhalten wollen. Mit "operativen Fragen" der Informationsbeschaffung sei er nicht vertraut gewesen; das sei Sache des BND gewesen. Die Opposition vermutet, dass die beiden Agenten trotz des offiziellen Neins der damaligen rot-grünen Regierung zu dem Krieg wichtige Informationen an die USA geliefert haben.

PASSAU: Im Zusammenhang mit dem Attentat auf den Polizeichef der süddeutschen Stadt Passau, Alois Mannichl, ist ein erster Haftbefehl ergangen. Dem Ehepaar aus der rechtsradikalen Szene wird Beihilfe zum versuchten Mord vorgeworfen. Der 33-Jährige und seine 22-jährige Frau sollen den bislang unbekannten Haupttäter bei der Vorbereitung zu der Messerattacke unterstützt haben. Nach dem Haupttäter und einem möglichen weiteren Verdächtigen wird inzwischen aufgrund genauerer Beschreibungen bundesweit gefahndet.

PEKING: Angesichts der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise will die chinesische Führung mit weiteren Programmen für Wachstum und soziale Stabilität sorgen. Es müssten zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, um die Nachfrage zu steigern, sagte Staatschef Hu Jintao bei einer Feier zum 30. Jahrestag der Reformpolitik des Landes. Vor führenden Mitgliedern der Kommunistischen Partei lobte er die von dem damaligen Spitzenpolitiker Deng Xiaoping eingeleitete Öffnung der Volksrepublik für private und ausländische Investoren. Gleichwohl erteilte er einer Demokratie nach westlichem Vorbild eine Absage.

PEKING: Die Volksrepublik China will sich auch am Kampf gegen die Piraterie vor der Küste von Somalia beteiligen. Das Außenministerium in Peking teilte mit, man habe mit den Vorbereitungen zur Entsendung von Militärschiffen in die Region am Horn von Afrika begonnen. Ihre Aufgabe werde es sein, zivile Schiffe zu eskortieren. Die chinesische Zeitung 'Global Times' berichtet von zwei Zerstörern und einem Versorgungsschiff, die nach Weihnachten vom Marinestützpunkt auf der Insel Hainan aufbrechen. Der Einsatz soll drei Monate dauern. Am Vortag hatten die bereits vor Somalia stationierten internationalen Streitkräfte die Entführung eines chinesischen Frachtschiffes verhindert.

ARUSHA: Das in Tansania tagende UN-Tribunal zur Aufarbeitung des Völkermordes in Ruanda hat den früheren Direktor im ruandischen Verteidigungsministerium Theoneste Bagosora wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt. Bagosora gilt als Drahtzieher des Völkermords am Volksstamm der Tutsi im Jahr 1994. Damals hatten Hutu-Milizen 800.000 Menschen – meist Angehörige der Tutsi sowie gemäßigte Hutu – auf brutalste Weise ermordet.

BAGDAD: Unter dem Vorwurf eines Putschversuchs sind im Irak zahlreiche Mitarbeiter des Innenministeriums festgenommen worden. Sie seien in den vergangenen drei Tagen in Gewahrsam genommen worden, verlautete aus irakischen Sicherheitskreisen. Laut Aussage eines Regierungsbeamten soll es sich um 25 Personen handeln. Unter ihnen befindet sich demnach auch General Ahmad Abul Rif, der für die Sicherheit des Innenministeriums verantwortlich ist. Die mutmaßlichen Verschwörer sollen einer Bewegung angehören, die die Baath-Partei des Ex-Dikators Saddam Hussein wieder an die Macht bringen will. Die Baath-Partei wurde nach der Einnahme Bagdads durch die US-geführten Koalitionstruppen 2003 verboten.

GAZA-STADT: Einen Tag vor Auslaufen einer Waffenruhe haben militante Palästinenser ihren Beschuss Israels vom Gazastreifen aus fortgesetzt. Mehrere Kassam-Raketen schlugen am Donnerstagmorgen auf israelischem Boden ein. Verletzt wurde niemand. Zuvor hatte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben Waffenfabriken im Gazastreifen angegriffen. Nach Angaben von Rettungskräften wurde ein Palästinenser getötet. Die zwischen Israel und zwölf militanten Palästinenserorganisationen vereinbarte Waffenpause für den Gazastreifen und die israelischen Grenzgemeinden läuft am Freitagmorgen nach sechs Monaten offiziell aus.

DETROIT: Wegen der Kreditklemme und dem drastischen Rückgang der Verkaufszahlen will der US-Autokonzern Chrysler seine Produktion stoppen. Von Freitag an stünden die Bänder für mindestens einen Monat still, teilte das Unternehmen mit. Damit solle der weitere Anstieg der Lagerbestände verhindert werden. Chrysler sowie der Opel-Mutterkonzern General Motors und Ford warten auf Milliardenhilfen der amerikanischen Regierung, um finanzielle Engpässe zu überbrücken. Bei General Motors wurden zudem Pläne für den Bau einer neuen Motorenfabrik auf Eis gelegt.

LONDON: Der Zusammenschluss der britischen Fluggesellschaft British Airways und der australischen Qantas ist gescheitert. Man habe sich nicht über die Details der Fusion einigen können, teilten beide Gesellschaften mit. Die bisherige Zusammenarbeit bei Verbindungen zwischen Großbritannien und Australien solle im Rahmen der bestehenden Flugallianz "oneworld" fortgesetzt werden. British Airways hatte Anfang Dezember den geplanten Zusammenschluss mit der australischen Konkurrenz bekanntgegeben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, im Süden und Südosten Schnee. Tageswerte zwischen null und acht Grad.

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