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Nachrichten

Donnerstag, 17. Mai 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag

AACHEN: EU-Chefdiplomat Javier Solana ist mit dem Aachener Karlspreis geehrt worden. Der 64-jährige Spanier sei ein zäher und unauffälliger Kämpfer für Europa, der sich weltweit für den Frieden einsetze, heißt es in der Begründung. Die Laudatio im Krönungssaal des Aachener Rathauses hielt der luxemburgische Premierminister und Karlspreisträger von 2006, Jean-Claude Juncker. Er würdigte Solana als großen Europäer und aktiven Weltverbesserer. Juncker hob insbesondere die Verdienste Solanas bei der Befriedung des Balkans hervor.--Bei der Zeremonie waren unter anderen das spanische Königspaar Juan Carlos und Sofia, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundesaußenminister Walter Steinmeier vertreten.

BERLIN: EU-Ratspräsidentin und Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zum EU-Russland-Gipfel ins russische Samara geflogen. Zusammen mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso will die Kanzlerin in der Wolgastadt versuchen, im Gespräch mit Präsident Wladimir Putin das Verhältnis zwischen der Europäischen Union und Russland wieder zu verbessern. Die Beziehungen sind derzeit gespannt. Ein neues Kooperationsabkommen zwischen Russland und der EU liegt auf Eis, unter anderem wegen eines russischen Einfuhrverbots für Fleischlieferungen aus Polen. Daneben wird das Verhältnis zwischen Russland und der EU aber auch belastet durch das Vorhaben der USA, in Osteuropa ein Raketenabwehrsystem errichten zu wollen.

PARIS: Frankreichs neuer Präsident Nicolas Sarkozy hat seinen engen Vertrauten Francois Fillon zum Ministerpräsidenten ernannt. Das teilte das Präsidialamt mit. Die Wahl war allgemein erwartet worden. Der Jurist aus Le Mans zählt zum linken Flügel der konservativen Regierungspartei UMP und hat Sarkozys Wahlkampf geleitet. In Frankreich machte er sich einen Namen, als er 2003 als Arbeits- und Sozialminister die Rentenreform durchsetzte und sich dabei erfolgreich als Sozialpolitiker in Szene setzte. Am Mittwoch hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sarkozy bei einem Treffen in Berlin vereinbart, schnelle Fortschritte bei der Lösung der europäischen Verfassungskrise zu erzielen. Die Kanzlerin sagte Sarkozy als EU-Ratspräsidentin eine enge Zusammenarbeit in allen zentralen politischen Fragen zu. Merkel wertete Sarkozys sofortigen Besuch nach seiner Amtseinführung als Zeichen für die großartige deutsch-französische Freundschaft.

GAZA –STADT: Ungeachtet der Verkündung eines weiteren Waffenstillstands halten die innerpalästinensischen Kämpfe im Gazastreifen an. In der Nacht wurden mindestens fünf Menschen bei Gefechten umgebracht. Damit wurden allein am Mittwoch mindestens 19 Menschen in dem Konflikt zwischen den rivalisierenden Palästinensergruppen Hamas und Fatah getötet. Angesichts der Entwicklung will Palästinenserpräsident Mahmud Abbas mit Ministerpräsident Ismail Hanija über Wege aus der Krise beraten. Auch die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern dauert an. Nachdem militante Hamas-Anhänger in den vergangenen Tagen Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert hatten, erlaubte Israels Premier Ehud Olmert der Armee Vergeltungsschläge. Bei Luftangriffen wurden fünf Palästinenser getötet. Die EU und die USA warnten vor zunehmender Anarchie in den Palästinensergebieten und forderten ein Ende der Kämpfe.

ALGIER: Die Algerier sind an diesem Donnerstag zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Angesichts der in jüngster Zeit wieder auflebenden Gewalt islamischer Extremisten wurden scharfe Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Rund 15.000 Polizisten sichern die Wahl. Favorit ist die Nationale Befreiungsfront (FLN), die in Algerien seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1962 eine dominierende Rolle spielt. Die Partei hält derzeit 199 von 389 Sitzen. - Im nordalgerischen Constantine wurde am Mittwoch ein Bombenanschlag verübt, bei dem ein Polizist getötet wurde. Der nordafrikanische Arm des Terrornetzwerks El Kaida rief zum Boykott der Wahl auf. Mitte April waren bei einem Doppelanschlag in der Hauptstadt Algier 33 Menschen ums Leben gekommen.

Washington: Der angeschlagene Weltbank-Präsident Paul Wolfowitz lehnt einen Rücktritt weiterhin ab. Nach Medieninformationen soll er aber Bedingungen genannt haben, unter denen er bereit wäre, seinen Posten zu räumen. Der Anwalt von Wolfowitz teilte mit, der Ruf des Weltbank-Präsidenten müsse bei einer Entscheidung des Vorstands gewahrt werden. Das oberste Gremium der Weltbank will an diesem Donnerstag weiter beraten. Wolfowitz steht seit Wochen unter Beschuss, weil der ehemalige US-Vize-Verteidigungsminister seiner Freundin bei der Weltbank einen ungewöhnlich hoch dotierten Posten verschafft hatte.

SEOUL: Erstmals seit 56 Jahren ist der Eisenbahnverkehr über die streng gesicherte entmilitarisierte Grenze zwischen Nord- und Südkorea probeweise wieder aufgenommen worden. Ein Zug aus dem Norden mit etwa 50 Passagieren und ein im Süden gestarteter mit 100 Gästen legten die 25 Kilometer lange Strecke zurück. Der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Lee Jae Joung sprach am Bahnhof von Munsan bei Seoul von einer historischen Stunde. Die Schienenverbindung war im Korea-Krieg von 1950 bis 1953 zerstört worden. Einen ersten Anlauf zur Wiederinbetriebnahme hatte das nordkoreanische Militär vor einem Jahr gestoppt.

BOGOTA: Die vor mehr als fünf Jahren von linksgerichteten Rebellen entführte kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt ist einem Augenzeugen zufolge am Leben. Ein aus der Geiselhaft der Guerilla-Organisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens geflohener Polizist sagte, er habe Betancourt und drei ebenfalls verschleppte US-Rauschgiftfahnder zuletzt am 28. April gesehen. Ex-Geisel John Frank Pinchao war im November verschleppt worden. Nach kolumbianischen Berichten gelang ihm die Flucht bei einer Polizeioffensive gegen die Rebellen in der Nähe der brasilianischen Grenze.

BONN: Die Streiks bei der Deutschen Telekom sind auch an Himmelfahrt weitergegangen. Wegen des Feiertags war das Ausmaß der Arbeitsniederlegungen mit rund 500 streikenden Beschäftigen aber erheblich geringer als in den Vortagen. Am Mittwoch hatten sich nach Angaben der Gewerkschaft Verdi etwa 15. 000 Beschäftigte an den Aktionen beteiligt. Die Proteste richten sich gegen die geplante Auslagerung von 50. 000 Mitarbeitern in neue Service-Gesellschaften.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich des Mains bedeckt und regnerisch. Im Norden und Osten auch sonnige Abschnitte. Tageshöchstwerte zwölf bis 17 Grad.

Am Mittag meldeten:

Berlin: 12 Grad, wolkig;
Hamburg: 11 Grad, wolkig;
Dresden: 9 Grad, bedeckt;
Köln/Bonn: 10 Grad, Nieselregen;
Frankfurt am Main und München: 9 Grad, leichter Regen.

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