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Nachrichten

Donnerstag, 17. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

SYDNEY: Papst Benedikt XVI. hat bei seinem ersten Auftritt auf dem Weltjugendtag in Sydney die Menschheit vor dem unersättlichen Verbrauch der natürlichen Ressourcen gewarnt und zu mehr Umweltschutz aufgerufen. Außerdem geißelte er in seiner Ansprache vor Zehntausenden Jugendlichen das Fernsehen und das Internet für die Ausbeutung der Themen Sex und Gewalt zu Unterhaltungszwecken. Zuvor hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche die australische Regierung gelobt für ihre Entschuldigung bei den Ureinwohnern des Kontinents für begangenes historisches Unrecht. Er rief zur Versöhnung und zu gegenseitigem Respekt auf. Der Papst lobte auch das australische Engagement bei internationalen Friedensmissionen sowie bei der Konfliktlösung im Pazifikraum und in Südostasien.

ALGIER: Am zweiten Tag ihres Besuchs in Algerien ist Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Vertreterinnen der Zivilgesellschaft zusammengekommen. Dabei ging es vor allem um die Lage der Frauen in dem islamischen Land. Später ist ein weiteres Treffen mit Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika geplant. Am Vortag hatte Merkel für eine stärkere Zusammenarbeit im Energiebereich geworben. Die Bundesrepublik wolle ihre Versorgung breiter aufstellen, und Algerien sei ein guter Gas-Lieferant für Europa, sagte die Kanzlerin. Umgekehrt könne sich Deutschland bei der Entwicklung der Solarenergie in Algerien einbringen.

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hält den Einstieg russischer Unternehmen bei deutschen Stadtwerken für unbedenklich. Unternehmen die mit russischen Investoren zusammen arbeiten wollten, stehe seitens des Wirtschaftsministeriums nichts im Wege, sagte Glos der Zeitung "Die Welt". Trotz der Gesetzespläne zum Eingreifen bei unliebsamen Beteiligungen an bestimmten deutschen Firmen seien russische und arabische Staatsfonds in Deutschland generell willkommen. Zudem werde in seinem Ministerium weiter überlegt, wie die Last der hohen Energiepreise für die Verbraucher gemildert werden könne.

BERLIN: Um Möglichkeiten zur Entschärfung des Konflikts um die abtrünnige Region Abchasien auszuloten, ist Außenminister Frank-Walter Steinmeier nach Georgien gereist. Nach Gesprächen in der georgischen Hauptstadt Tiflis will Steinmeier auch Abchasien selbst besuchen. Für Freitag ist in Moskau ein Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow geplant. - Abchasien hatte sich ebenso wie Südossetien nach dem Zerfall der Sowjetunion Anfang der 90er Jahre von Georgien gelöst. Es kommt immer wieder zu militärischen Zusammenstößen. Russland unterstützt die Unabhängigkeitsbestrebungen.

BUENOS AIRES: In Argentinien ist die Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner mit ihrem Projekt für höhere Agrarzölle überraschend im Parlament gescheitert. Nach einer nächtlichen Marathon-Sitzung stimmten 37 Senatoren gegen und nur 36 für das Gesetz, das zuvor vom Abgeordnetenhaus abgesegnet worden war. Die entscheidende Stimme gegen die Abgabenerhöhung kam von Vize-Präsident Julio Cobos, der mit der Opposition gegen Kirchner stimmte. Die rechtliche und politische Lage erschien nach der Abstimmungsniederlage verworren. Die Abgabenerhöhung war im März zunächst als Anordnung des Wirtschaftsministeriums in Kraft getreten. Vor einem Monat hatte Kirchner dann unter dem Eindruck der wiederholten Proteste der Bauernschaft das Parlament eingeschaltet, damit es die Erhöhung billige.

JERUSALEM: Nach den Freudenfeiern im Nachbarland Libanon wehrt sich Israel gegen die Verherrlichung des am Mittwoch freigelassenen Terroristen Samir Kuntar. Israels Präsident Schimon Peres äußerte sich entsetzt über die Feiern im Libanon und bezeichnete diese als Schande. Auch Ministerpräsident Ehud Olmert äußerte sich empört. Dagegen begrüßte der Iran die Freilassung libanesischer Gefangener im Zuge des Austauschs. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah empfing öffentlich die Heimkehrer. Er sprach von einen "großen Sieg" für die Hisbollah-Bewegung. Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz hatten am Mittwoch den Austausch von Gefangenen und sterblichen Überresten von rund 200 Menschen abgeschlossen. Zwei Jahre nach dem Libanon-Krieg übergab die Hisbollah an der Grenze die beiden toten israelischen Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser. Deren Entführung am 12. Juli 2006 hatte den Krieg ausgelöst. Im Gegenzug ließ Israel den Terroristen Kuntar und vier Hisbollah-Kämpfer frei.

WASHINGTON: Die USA erwägen angesichts der zunehmenden Gewalt in Afghanistan eine Verstärkung ihrer Truppen noch in diesem Jahr. Sein Ministerium prüfe Möglichkeiten, eher früher als später zusätzliche Soldaten nach Afghanistan zu entsenden, sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates in Washington. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Die Aufständischen in Afghanistan haben in den vergangenen Monaten ihre Offensive gegen die Koalitionstruppen ausgeweitet.

BERLIN: Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat die Ölförderländer zu mehr Solidarität mit den armen Staaten aufgerufen. Sie sollten einen Teil ihrer Gewinne aus den Ölpreissteigerungen in den Fonds der Weltbank für Nahrungsmittelhilfe einzahlen, sagte die SPD-Politikerin in Berlin. Dies wäre ein Beitrag zu globaler Stabilität. - Die gestiegenen Lebensmittelpreise seien eine der größten Herausforderungen für die Zukunft, betonte Wieczorek-Zeul. Die Weltgemeinschaft müsse das Recht auf Nahrung für alle garantieren.

ATHEN: In Griechenland sind wegen der extremen Hitze und monatelanger Trockenheit wieder Waldbrände ausgebrochen. Betroffen ist vor allem die Tempi-Schlucht, durch die die wichtigste Nord-Süd-Verkehrsachse des Landes verläuft. Die Flammen bedrohten vorübergehend zwei Dörfer, die von der Polizei evakuiert wurden. Bereits am Mittwoch waren mehr als 100 Waldbrände in Mittelgriechenland und auf zwei Inseln ausgebrochen, die unter massivem Einsatz von Spezialflugzeugen gelöscht werden konnten. Im Sommer 2007 waren in Griechenland bei verheerenden Waldbränden mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wolkenreich. Im Süden zeitweise Regen. Nach Norden hin Auflockerungen, gelegentlich Schauer möglich. Richtung Ostsee etwas freundlicher. Temperaturen zwischen 17 und 22 Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 16 Grad, nach Regen;

Berlin: 15 Grad, wolkig;

Dresden: 14 Grad, stark bewölkt;

Köln/Bonn: 15 Grad, bedeckt;

Frankfurt am Main: 16 Grad, nach Regen und

München: 13 Grad, Regen.

Audio und Video zum Thema