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Nachrichten

Donnerstag, 17. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NAIROBI: In der kenianischen Hauptstadt Nairobi ist die Polizei erneut gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Augenzeugen berichteten, die Sicherheitskräfte hätten Tränengas auf Oppositionelle abgefeuert, die Straßensperren errichtet hätten. Ähnliche Berichte kamen aus der westlichen Stadt Kisumu. Die Opposition hatte am Mittwoch mit einem dreitägigen Protest gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mwai Kibaki begonnen. Derweil rief der UN-Hilfskoordinator John Holmes die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen zu Spenden für die von den Unruhen betroffenen Menschen auf. Benötigt würden etwa 42 Millionen Dollar. Diese sollten für Nahrungsmittel, Trinkwasser, Unterkünfte und andere lebensnotwendige Dinge ausgegeben werden.

COLOMBO: Nach dem Ende des offiziellen Waffenstillstands auf Sri Lanka sind in der Hauptstadt Colombo die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden. Soldaten und Polizisten positionierten sich an strategisch wichtigen Punkten, da weitere Anschläge tamilischer Rebellen befürchtet werden. Die Regierung drohte den Rebellen nach dem schweren Anschlag auf einen vollbesetzten Bus am Mittwoch mit der völligen Vernichtung. Der Chef der so genannten 'Befreiungstiger von Tamil Eelam', Velupillai Prabakharan, solle getötet werden. Bei dem Anschlag auf den Bus im Südosten des Landes waren mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 60 Menschen verletzt worden. Die Luftwaffe zerstörte derweil nach eigenen Angaben bei einem Angriff in Kilinochchi im Norden des Landes einen Rebellenstützpunkt, der häufig für Treffen hochrangiger Führer genutzt werde.

BERLIN: Die Bundeswehr richtet sich darauf ein, einen Kampfverband in den Norden Afghanistans zu schicken. Wie das Verteidigungsministerium in Berlin bestätigte, wird eine entsprechende Anfrage der NATO geprüft. Die Schnelle Eingreiftruppe, bestehend aus etwa 250 Mann, soll norwegische Soldaten ersetzen, die im Laufe des Jahres abgezogen werden. Der Vorsitzende des Bundeswehr-Verbands, Bernhard Gertz, bezeichnete es als sicher, dass Deutschland in die Pflicht genommen werde. Dann wären Kampfeinsätze deutscher Soldaten in Afghanistan höchst wahrscheinlich. Der FDP-Verteidigungsexperte Rainer Stinner warf der Regierung vor, die Brisanz des Einsatzes abzuschwächen und die Öffentlichkeit zu täuschen. Massive Kritik kam auch von den Grünen und der Linkspartei.

PEKING: China hat den Iran und die westlichen Staaten aufgerufen, im Streit um das iranische Atomprogramm flexibel und verhandlungsbereit zu sein. Die Sprecherin des Außenministeriums in Peking, Jiang Yu, wollte auf einer Pressekonferenz jedoch keine Stellung zu einer möglichen weiteren Verschärfung der UN-Sanktionen nehmen. China lehnt bislang weitere Sanktionen ab. An diesem Donnerstag war Irans Chefunterhändler Saeed Jalili zu zweitägigen Gesprächen über das Urananreicherungsprogramm seines Landes in Peking eingetroffen. Derweil bekräftigte US-Staatssekretär John Negroponte, der sich ebenfalls in China aufhält, die Notwendigkeit einer dritten, noch schärferen Resolution. Der Iran lehnt einen Stopp des Programms ab, da es die rein zivile Nutzung der Atomenergie zum Ziel habe.

LONDON: Mehr als drei Millionen Kinder sterben jedes Jahr noch vor ihrem fünften Geburtstag an den Folgen von Unterernährung. Nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern ist weltweit bei jedem dritten Todesfall bei Kindern Mangelernährung die Ursache. Die Ergebnisse einer entsprechenden Studie veröffentlichte das britische Medizinjournal 'The Lancet'. Danach leben 80 Prozent aller unterernährten Kinder in nur 20 Ländern, vor allem in Afrika und Asien. Besonders betroffen sind Birma, Uganda, Indien, China und Südafrika. Allein 1,4 Millionen Kinder sterben jedes Jahr, weil sie nicht ausreichend gestillt werden können.

DÜSSELDORF/BRÜSSEL: Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen wollen die Schließung des Nokia-Werkes in Bochum nicht tatenlos hinnehmen. Beide Regierungen forderten den finnischen Handykonzern zu Gesprächen auf und drohten gleichzeitig damit, Subventionen zurückzuverlangen. Die Europäische Kommission prüft jetzt, ob Nokia in Rumänien Geld aus einem regionalen EU-Förderfonds erhalten hat oder zugesagt bekam. Politiker aller Parteien zogen Nokia-Aussagen in Zweifel, dass der Standort Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig sei. Vereinzelt wurde zum Käuferboykott aufgerufen. --- Das Unternehmen hatte am Dienstag angekündigt, die Produktion von Bochum in andere europäische Werke - vor allem in Rumänien und Ungarn - zu verlagern.

NÜRNBERG: In Deutschland arbeiten immer mehr Beschäftigte in Teilzeit und in Nebenjobs. Die "Bild"-Zeitung berichtet unter Berufung auf das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg, für 2007 sei ein Anstieg der Zahl der Teilzeitbeschäftigten um knapp 300.000 auf 11,83 Millionen registriert worden. Dies bedeute einen neuen Höchststand. Auch die Zahl der Arbeitnehmer mit einem Nebenjob habe um 130.000 zugenommen und mit 2,2 Millionen einen neuen Rekordwert erreicht.

PARIS: Acht Jahre nach dem Untergang des Öltankers 'Erika' vor der bretonischen Küste sind 15 angeklagte Firmen und Einzelpersonen zu insgesamt 192 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt worden. Die 'Erika' war im Dezember 1999 bei Sturm im Golf von Biscaya auseinandergebrochen. Mehr als 20.000 Tonnen Schweröl verschmutzten etwa 400 Kilometer der französischen Küste. Bis zu 150.000 Vögel starben an der Folge der Ölpest. Das Strafgericht in Paris warf dem französischen Konzern Total vor, leichtsinnig einen zu alten Tanker zugelassen zu haben. Neben Total wurden auch der italienische Reeder Giuseppe Savarese und der Direktor der italienischen Schiffswartungsgesellschaft Panship Antonio Pollara schuldig gesprochen. Sie alle hätten durch schwerwiegende Fehler den Untergang der 'Erika' mitverursacht. Die Richter berücksichtigten neben dem wirtschaftlichen Schaden erstmals auch die Verschmutzung des Meeres und der Umwelt. Es war das größte Verfahren dieser Art in der Geschichte der französischen Justiz.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND:

Im Südosten Regen, sonst wechselhaft und häufig stark bewölkt. Am Abend von Nordwesten neue Niederschläge. Maximal drei bis zehn Grad.

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