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Nachrichten

Donnerstag, 17. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NEU DELHI: Der Fackellauf mit dem olympischen Feuer für die Sommerspiele in Peking wird in der indischen Hauptstadt heute unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen fortgesetzt. Insgesamt werden 15.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein, um die auf 2,3 Kilometer verkürzte Laufstrecke vor den erwarteten anti-chinesischen Protesten von Exil-Tibetern zu schützen. Die Innenstadt wurde bereits Stunden vor dem offiziellen Start hermetisch abgeriegelt. Mehrere hundert Tibeter starteten in Neu Delhi einen alternativen Fackellauf als so genannten Friedenslauf. In Indien leben mit mehr als 100.000 die meisten Exil-Tibeter weltweit. Viele von ihnen beteiligten sich seit den Unruhen in ihrer Heimat an fast täglichen Demonstrationen gegen China.

NEW YORK/GAZA-STADT: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Konfliktparteien im Nahen Osten zu einem Ende der Gewalt aufgerufen. Er sei zutiefst besorgt darüber, dass bei der jüngsten israelischen Militäraktion im Gaza-Streifen viele Zivilisten getötet worden seien, unter ihnen auch Kinder, erklärte Ban in New York. Er forderte Israel auf, sich an seine Verpflichtungen nach dem internationalen Recht und dem Menschenrecht zu halten. Zugleich verurteilte er erneut die palästinensischen Raketenangriffe auf zivile Ziele in Israel. Bei den schwersten Kämpfen im Gaza-Streifen seit Anfang März waren am Mittwoch mindestens 20 Menschen getötet worden. Bei einem Einsatz der israelischen Armee im Westjordanland wurden heute zwei militante Palästinenser getötet. Die Männer standen nach Militärangaben auf einer israelischen Fahndungsliste.

MADRID: Bei einem Bombenanschlag im spanischen Baskenland sind mehrere Polizisten leicht verletzt worden. Vor der Explosion in Bilbao hatte ein Anrufer im Namen der baskischen Untergrundorganisation ETA vor der Bombe gewarnt. Der Sprengsatz detonierte vor einem Büro der Sozialistischen Partei -PSE-, der baskischen Schwesterpartei der regierenden Sozialisten des spanischen Ministerpräsidenten José Luis Zapatero. An dem Gebäude entstanden erhebliche Schäden. Zapatero scheiterte im vergangenen Jahr mit seinem Versuch, über Verhandlungen eine Friedenslösung mit der Terrororganisation zu erreichen, die seit Jahrzehnten mit Gewalt für ein unabhängiges Baskenland kämpft.

DILI: Unter dem Jubel tausender Landsleute ist der vor acht Wochen bei einem Attentat lebensgefährlich verletzte Präsident von Osttimor, José Ramos-Horta, in seiner Heimat empfangen worden. Er kündigte am Flughafen an, sich künftig vor allem um den Kampf gegen die Armut einzusetzen. Der 58-jährige Friedensnobelpreisträger war in Australien medizinisch behandelt worden, nachdem er am 11. Februar vor seiner Residenz in Dili von meuternden Soldaten überfallen und angeschossen worden war.

WASHINGTON: Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt seines USA-Besuchs die Bedeutung moralischer und religiöser Werte für die Politik betont. Bei seinem Empfang durch US-Präsident George W. Bush im Garten des Weißen Hauses sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Demokratie könne nur bei Beachtung moralischer Grundwerte funktionieren. - In einem anschließenden Gespräch bekräftigten Bush und der Papst ihre uneingeschränkte Ablehnung des Terrorismus und des Missbrauchs der Religion zur Rechtfertigung von Gewalt. Sie bekundeten ihre Hoffnung auf ein Ende der Gewalt im Irak und äußerten sich gleichzeitig besorgt über die Lage der christlichen Gemeinschaften in dem Land. - Bei einem Treffen mit amerikanischen Bischöfen kritisierte Benedikt XVI. deren Umgang mit den Sexskandalen, die die katholische Kirche in den USA in den vergangenen Jahren erschüttert haben. Es sei die Verantwortung der Bischöfe gegen Priester vorzugehen, die Kinder sexuell missbrauchten.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush verschiebt den Kampf gegen die globale Erwärmung in die ferne Zukunft. Der Ausstoß von Treibhausgasen solle in den USA vom Jahr 2025 an gesenkt werden, erklärte Bush in einer klimapolitischen Grundsatzrede in Washington. Er warnte zugleich vor gesetzlich festgelegten Obergrenzen für Schadstoff-Emissionen und falschen Wegen im Kampf gegen die globale Erwärmung. Die einzige Möglichkeit, die Umwelt zu schützen und Wirtschaftswachstum zu ermöglichen, seien neuen Technologien, betonte Bush. - Die oppositionellen Demokraten und Umweltschützer reagierten mit scharfer Kritik. Sie nannten Bushs Pläne verantwortungslos und gefährlich. Ihre Hoffnungen richten sich darauf, dass Bushs Nachfolger ab Januar eine andere Klimapolitik einleitet.

SINGAPUR: Der Rohölpreis hat seine Rekordjagd an den asiatischen Märkten fortgesetzt und ist erstmals über die Marke von 115 Dollar gestiegen. In der Spitze verteuerte sich das Fass US-Öl auf 115,21 Dollar. Damit hat der Ölpreis den dritten Tag in Folge eine neue Höchstmarke erreicht. Als Hauptursachen für die jüngsten Preissteigerungen gelten weiterhin der schwache Dollar und ein kräftiger Rückgang der US-Benzinvorräte. Der Preis für Öl der führenden Nordsee-Sorte Brent liegt um die 112 Dollar. Seit Jahresbeginn verteuerte sich Öl bereits um fast 20 Prozent.

BERLIN: Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute stellen an diesem Donnerstag ihr Frühjahrsgutachten vor. Wie vorab bekannt wurde, senken sie ihre Wachstumsprognose für 2008 von 2,2 auf 1,8 Prozent. Danach werden der starke Euro, die hohen Ölpreise und die weltweite Finanzmarktkrise die deutsche Wirtschaft spürbar schwächen. Ein Abgleiten in eine Rezession halten die Ökonomen jedoch für wenig wahrscheinlich. Weiterhin positiv wirke sich das Wachstum auf den Arbeitsmarkt aus: Die Zahl der Erwerbslosen werde 2008 auf rund 3,2 und im kommenden Jahr auf 2,97 Millionen nachgeben. Dagegen rechnen die Institute auch in den kommenden Monaten mit weiter steigenden Preisen. Für das gesamte Jahr prognostizieren sie eine Inflation in Höhe von 2,6 Prozent.

POTSDAM: Die Innenminister von Bund und Ländern sind im brandenburgischen Bad Saarow zu ihrer Frühjahrstagung zusammengekommen. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der Anti-Terrorkampf, die Gewaltkriminalität von Jugendlichen sowie die Aufnahme verfolgter irakischer Christen in Deutschland. Auch ein mögliches Verbotsverfahren der rechtsextremen NPD soll erörtert werden, ohne dass die Minister dazu einen Beschluss fassen werden. Die Unionsparteien lehnen hier im Gegensatz zur SPD einen neuen Anlauf ab. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte kurz vor der Konferenz dazu aufgerufen, die öffentliche Debatte über die NPD umgehend zu beenden. Dagegen erneuerte der Zentralrat der Sinti und Roma seine Forderung nach einem Verbotsverfahren.

FRANKFURT AM MAIN: Wegen der Messerattacke auf einen Rabbiner muss sich von diesem Donnerstag an ein Deutscher afghanischer Abstammung vor dem Frankfurter Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 23-jährigen Moslem versuchten Totschlag, gefährliche Körperverletzung und Bedrohung vor. Der als orthodoxer Jude erkennbare Geistliche war am 7. September vergangenen Jahres im Frankfurter Westend auf offener Straße niedergestochen worden. Ob es sich um ein antisemitisch motiviertes Attentat handelte, ist nicht eindeutig geklärt. Der Angeklagte hatte dies nach seiner Festnahme bestritten und ausgesagt, er habe sich von dem Rabbiner angegriffen gefühlt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Nordosten stark bewölkt und zeitweise Regen. Sonst meist heiter und trocken, später im Südwesten vereinzelt Schauer. Tagestemperaturen sieben bis 12 Grad, am Rhein bis zu 14 Grad.

Am Morgen meldeten:
Hamburg: 5 Grad, stark bewölkt;
Berlin: 4 Grad, Regen;
Dresden: 4 Grad, wolkig;
Köln/Bonn: 0 Grad, fast wolkenlos;
Frankfurt am Main: 5 Grad, wolkig und
München: 4 Grad, Regen.

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