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Nachrichten

Donnerstag, 16. September 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HAMBURG: Der erste Häftling aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba ist in Deutschland angekommen. Die Hamburger Behörden teilten mit, der staatenlose Palästinenser werde zunächst in einer Klinik medizinisch untersucht. Der 34-Jährige ist einer von zwei Guantanamo-Häftlingen, deren Aufnahme Bundesinnenminister de Maiziere aus humanitären Gründen zugestimmt hatte. Der zweite Mann wird von Rheinland-Pfalz aufgenommen.

BRÜSSEL: Das als historisch gewertete Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Südkorea ist beschlossene Sache. Die Blockade Italiens sei überwunden worden, teilten die EU-Außenminister auf dem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel mit. Die Italiener hatten sich gegen das bereits ausgehandelte Abkommen gestemmt, weil sie ihre Autobranche vor einem massenhaften Import südkoreanischer Kleinwagen schützen wollten.

BRÜSSEL: Der Streit um die Abschiebung tausender Roma aus Frankreich beschäftigt auch den Brüsseler EU-Gipfel. Der französische Präsident Sarkozy hatte im Vorfeld versucht, in die Offensive zu gehen und erklärt, er wolle das Reizthema im Kreise der europäischen Partner behandeln. Sarkozy ist über die EU-Kommission verärgert, die juristische Schritte gegen Frankreich wegen der Roma-Ausweisung angekündigt hatte. Vor allem aber ist er empört über die luxemburgische EU-Justizkommissarin Reding, die die Ausweisungen indirekt in Zusammenhang mit Deportationen durch die Nazis gebracht hatte.

BERLIN: Die umstrittene Vertriebenenpräsidentin Steinbach sorgt erneut für Wirbel im sensiblen deutsch-polnischen Verhältnis. Die CDU-Abgeordnete sagte in einem ARD-Interview, der Deutschland-Beauftragte der polnischen Regierung, Bartoszewski, habe "einen schlechten Charakter". Zur Begründung sagte Steinbach, sie habe dem 88-jährigen früheren polnischen Außenminister viele Briefe geschrieben, aber statt einer Antwort nur öffentliche Kritik geerntet. Bartoszewski war von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager Auschwitz verschleppt und im April 1941 schwer krank entlassen worden. Er soll Steinbach kürzlich mit dem Holocaust-Leugner Bischof Williamson verglichen haben.

MÜNCHEN: Der Jesuitenorden wird als erste Gemeinschaft der katholischen Kirche Opfern sexueller Übergriffe Entschädigungen anbieten. Ordenschef Stefan Kiechle sagte der "Süddeutschen Zeitung", man erwäge, pauschal und einmalig 5.000 Euro anzubieten. Eine unabhängige Kommission solle dabei klären, wer Anspruch auf das Geld habe. Im Januar war bekannt geworden, dass Jesuitenpatres an mehreren vom Orden getragenen Schulen in den achtziger Jahren Schüler sexuell missbraucht hatten. Bislang haben sich 200 Opfer gemeldet.

ROM: Papst Benedikt XVI. ist zu einem viertägigen Besuch nach Großbritannien geflogen. Im schottischen Edinburgh wird das katholische Kirchenoberhaupt von Königin Elisabeth II. empfangen. Der Papst trifft in Großbritannien auf große Skepsis. In der Öffentlichkeit wurde heftig diskutiert über seine Ansichten sowie über die Kosten des Besuchs von umgerechnet 14 Millionen Euro.

PHNOM PENH: Gegen vier ehemalige Führer des Rote Khmer-Regimes in Kambodscha ist jetzt Anklage erhoben worden. Khieu Samphan, Nuon Chea, Ieng Sary und Ieng Thirith sollen sich nach Gerichtsangaben wegen Völkermords, Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem Internationalen Tribunal in der Hauptstadt Phnom Penh verantworten. Damit kann der zweite derartige Prozess im nächsten Jahr beginnen. Insgesamt kamen durch Mord, Folter, Zwangsarbeit und Hungersnöte unter der Khmer-Schreckensherrschaft bis 1979 schätzungsweise zwei Millionen Menschen um.

MEXIKO-STADT: Unter großen Sicherheitsvorkehrungen haben hunderttausende Mexikaner landesweit den 200. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit von Spanien gefeiert. Mit einer prachtvollen Parade wurde in der Hauptstadt an den Aufstand von 1810 erinnert, der den Sturz der Kolonialherrschaft einleitete. 60.000 Menschen bejubelten die Motivwagen, die unter anderem Soldaten aus der Zeit des Unabhängigkeitskrieges und riesige Maya-Pyramiden zeigten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Westen sowie in Alpennähe zeitweise Regen, sonst weitgehend trocken, ab und zu auch heitere Abschnitte. Die Höchstwerte erreichen 14 bis 19 Grad.

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