1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Donnerstag, 16. August 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LIMA: Ein schweres Erdbeben hat die Küstenregionen Perus getroffen. Dabei kamen nach jüngsten offiziellen Angaben mindestens 337 Menschen ums Leben, rund 800 wurden verletzt. Am stärksten betroffen war die Region in der Umgebung der Städte Ica, Chincha und Canete an der südlichen Pazifikküste. Besonders dramatisch ist die Lage nach Angaben der Behörden in der 650.000 Einwohner-Stadt Ica. Dort herrschten chaotische Verhältnisse. Gebäude seien eingestürzt und die Stromversorgung zusammengebrochen. Zahllose Verletzte versuchten die beschädigten Krankenhäuser der Stadt zu erreichen. Das tatsächliche Ausmaß der Schäden sei noch nicht abschätzbar. Die Erdstöße hatten eine Stärke von 7,5. Das Geologische Institut der USA gab die Stärke sogar mit 7,9 an. Das Epizentrum des Bebens lag in gut 40 Kilometern Tiefe unter dem Meer nahe der Küste. Das Beben in Peru war das stärkste seit 30 Jahren.

BERLIN: Der blutige Terroranschlag auf deutsche Polizisten in Kabul hat die Diskussion über das Engagement Deutschlands in Afghanistan wieder in Gang gesetzt. Sowohl die Bundesregierung als auch die Internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF erklärten, ungeachtet des Todes dreier deutscher Botschaftsschützer müßten die Maßnahmen zum Ausbau und zur Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte fortgeführt werden. Der deutsche Stabschef im Hauptquartier der ISAF, Generalmajor Bruno Kasdorf, forderte nochmals eine Verstärkung der rund 40.000 ISAF-Soldaten. Auch die anstehende Verlängerung des in Deutschland umstrittenen Mandats für den Anti-Terror-Einsatz 'Enduring Freedom' sei unverzichtbar für die Stabilisierung des Landes. In der an Pakistan grenzenden Region Tora-Bora starteten amerikanische und einheimische Soldaten eine große Offensive gegen El Kaida- und Taliban-Kämpfer.

BAGDAD: Bei den verheerenden Terroranschlägen im Nordirak am Dienstag sind deutlich mehr Menschen getötet worden als bislang befürchtet. Vertreter örtlicher Behörden und Krankenhausmitarbeiter beziffern die Zahl der Getöteten inzwischen mit mindestens 500. Weitere Opfer werden noch unter den Trümmern vermutet. Die Selbstmordattentäter hatten mehrere mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge zur Explosion gebracht. Die meisten Opfer sind Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden. Radikale Moslems halten sie für Ungläubige. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Bombenserie aufs Schärfste. Nichts könne diese wahllose Gewalt gegen unschuldige Zivilisten rechtfertigen.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush will die iranischen Revolutionsgarden auf die Liste terroristischer Organisationen setzen. Wie US-Medien unter Berufung auf Washingtoner Regierungsbeamte berichteten, würden die USA damit erstmals einen Teil der Streitkräfte eines souveränen Staates offiziell als "terroristisch" einstufen. Bisher hatte die US-Regierung vom Iran als "Sponsor des Terrorismus" gesprochen. Mit dem Schritt könnten Auslands-Guthaben der Revolutionsgarden eingefroren werden. Die US-Regierung verdächtigt sie, Aufständische im Irak, in Afghanistan und im Nahen Osten zu unterstützen. Das hat der Iran wiederholt zurückgewiesen.

BERLIN: Im Rahmen ihrer Klimapolitik ist Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Grönland gereist. Dort will sie sich ein Bild von den Folgen der Erderwärmung machen. Auf der zu Dänemark gehörenden Insel und in der Arktis haben Wissenschaftler einen besonders starken Anstieg der Durchschnittstemperaturen festgestellt. Auf der zweitägigen Reise wird Merkel von Umweltminister Sigmar Gabriel begleitet. Die Opposition in Berlin kritisierte, die Reise habe lediglich symbolischen Charakter. Sie stellt den Auftakt einer so genannten Klimaschutz-Offensive dar, die Merkel zum Schwerpunkt in der zweiten Jahreshälfte erklärt hat. In der kommenden Woche soll das Bundeskabinett unter Merkels Leitung auf einer Klausurtagung ein Energie- und Klimaschutzprogramm auf den Weg bringen. Kurz darauf bricht die Kanzlerin zu einer einwöchigen Reise nach China und Japan auf, die ebenfalls im Zeichen des Klimawandels stehen soll.

BISCHKEK: Die Staatschefs der so genannten 'Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit' haben bei ihrem Gipfeltreffen in der kirgisischen Hauptstadt gemeinsame Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus vereinbart. Russlands Präsident Wladimir Putin bekräftigte in Bischkek, eine gemeinsame Sicherheitspolitik und die Beseitigung der Bedrohung durch Terror, Separatismus und Extremismus sei eine Hauptaufgabe des Zusammenschlusses. Neben Russland gehören China, Kirgistan, Tadschikistan, Kasachstan und Usbekistan dem Sechser-Bündnis an. Als Gäste waren der afghanische Präsident Hamid Karsai und sein iranischer Amtskollege Mahmud Ahmadinedschad geladen. Ahmadinedschad kritisierte bei dem Treffen das geplante Raketenabwehrsystem der USA in Mitteleuropa als Bedrohung für einen großen Teil Asiens.

CARACAS: Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat dem Parlament eine Reihe von Verfassungsänderungen vorgelegt, mit denen er seinen Machterhalt absichern will. So will der Linksnationalist Chavez erreichen, dass der Staatschef Venezuelas künftig beliebig oft wieder gewählt werden kann. Außerdem soll die Amtszeit des Präsidenten von sechs auf sieben Jahre verlängert werden. Chavez wies die Vorwürfe von Kritikern zurück, dass er sich eine lebenslange Amtszeit nach dem Vorbild des kubanischen Staatschefs Fidel Castro verschaffen wolle. Im Parlament haben Chavez Anhänger eine klare Mehrheit, so dass mit einer deutlichen Zustimmung zu den Verfassungsänderungen gerechnet wird.

LUSAKA: In der sambischen Hauptstadt hat ein zweitägiges Gipfeltreffen der Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika -SADC- begonnen. Ein wichtiges Thema der Konferenz von Staats- und Regierungschefs aus 14 Ländern soll die Lage in Simbabwe sein, dessen Bevölkerung unter der autokratischen Führung von Präsident Robert Mugabe verarmt ist. Unterdrückung, Hyperinflation und Massenarmut haben die Bevölkerung zu Hunderttausenden in die Nachbarländer fliehen lassen. Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki will die Teilnehmer des Treffens in Lusaka über seine Bemühungen zur Lösung der Krise in Simbabwe informieren. Allerdings wird keine deutliche Kritik an Präsident Mugabe erwartet, der selbst an dem Treffen teilnimmt.

DUISBURG: Nach der Ermordung von sechs Italienern in Duisburg wertet die Polizei Aufnahmen von Überwachungskameras in der Umgebung des Tatortes in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs aus. Bislang haben die Ermittler noch keine heiße Spur. Unterstützt werden sie von Kollegen aus Italien, die aus Kalabrien anreisten. Fünf der sechs Opfer des mutmaßlichen Mafia- Mordanschlags stammen aus San Luca in Kalabrien. Hintergrund der Tat könnte eine blutige Fehde zweier Familien dieser Stadt sein.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist Schauer oder Gewitter. In der zweiten Tageshälfte von Westen her freundlicher. Temperaturen 16 bis 28 Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema