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Nachrichten

Donnerstag, 16. April 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOSKAU: Russland hat nach einem Jahrzehnt sein "Anti-Terror-Regime" im früheren Kriegsgebiet Tschetschenien für beendet erklärt. Laut Moskauer Nachrichtenagenturen gilt ab sofort eine entsprechende Anordung von Präsident Dmitri Medwedew. Mit der Aufhebung des 1999 verhängten kriegsähnlichen Rechts für die Teilrepublik im Nordkaukasus soll demnach auch der Abzug von 20.000 russischen Soldaten verbunden sein. Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow wird mit den Worten zitiert, für sein Land beginne ein neues Kapitel mit besseren Chancen auf wirtschaftliche und soziale Entwicklung.

PEKING/ NEW YORK: Nach der Ausweisung der UN-Inspekteure aus Nordkorea hat China alle Konfliktparteien im Atomstreit zu "Ruhe und Zurückhaltung" aufgefordert. Man dürfe das Ziel nicht aus den Augen verlieren, die Sechs-Nationen-Gespräche fortzusetzen, erklärte das Außenministerium in Peking. Die USA und Japan legten derweil nach der Verurteilung des jüngsten nordkoreanischen Raketenstarts durch die Vereinten Nationen bereits Listen von Unternehmen Nordkoreas vor, deren Auslandsvermögen eingefroren werden könnten. Die kommunistische Führung in Pjöngjang hat sich als Reaktion auf die UN-Entscheidung aus den internationalen Gesprächen über ihr Atomprogramm zurückgezogen und die UN-Kontrolleure des Landes verwiesen. - Diese haben nach Angaben von Diplomaten vor ihrer Ausreise im stillgelegten Nuklearkomplex Yongbyon ihre Überwachungskameras und Siegel entfernt.

NEU DELHI: Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen hat in Indien die erste Phase der Parlamentswahlen begonnen. Den Anfang machten mehr als 140 Millionen Bürger in 15 Unionsstaaten und zwei Territorien vor allem in der Mitte und im Osten. Der Ausgang der Wahl gilt als völlig offen. Die regierende Kongress-Partei wird von der National-Demokratischen Allianz mit den Hindu-Nationalisten der BJP an der Spitze herausgefordert. Experten fürchten unsichere Machtverhältnisse, da möglicherweise auch die Gruppe kleinerer Regionalparteien, die so sogenannte "Dritte Front", großen Einfluss nehmen könnte. --- Der Wahlauftakt wurde von Überfällen maoistischer Rebellen überschattet. Im östlichen Bundesstaat Jharkhand wurden sieben Paramilitärs und zwei Zivilisten getötet, in Bihar zwei Polizisten.

NEW YORK: In der Bürgerkriegs-Region auf Sri Lanka sind nach Einschätzung der Vereinten Nationen auch nach einer zweitägigen Feuerpause immer noch mehr als 100.000 Zivilisten in akuter Lebensgefahr. Sollte es zu einer Schluss-Offensive der Regierungstruppen gegen die eingekesselten Tamilen-Rebellen kommen, drohe ein Blutbad, sagte der UN-Beauftragte John Holmes in New York. Die Armee hat nach der Kampfpause am traditionellen Neujahrsfest ihre Angriffe gegen die so genannten 'Befreiungstiger von Tamil Eelam' wieder aufgenommen. Holmes warf den Rebellen vor, die Zivilisten in dem 14 Quadratkilometer großen Gebiet im Norden der Insel festzuhalten und als Schutzschilde zu benutzen. Von der Regierung in Colombo verlangte er eine längere Feuerpause für humanitäre Hilfe.

PEKING: Chinas Wirtschaftswachstum hat sich im ersten Quartal auf ein Rekordtief verlangsamt. Zwischen Januar und März ist das Bruttoinlandsprodukt um 6,1 Prozent gestiegen, den niedrigsten Wert seit Beginn der Quartalsveröffentlichungen 1992. Trotzdem sei dieses Ergebnis "besser als erwartet", kommentierte das Nationale Statistikamt in Peking. Hervorgehoben wurde zudem der Anstieg der Industrieproduktion um 5,1 Prozent. --- Im Schlussquartal 2008 hatte es in der Volksrepublik noch ein Wachstum von 6,8 Prozent gegeben, im ersten Quartal 2008 gar von 10,6 Prozent.

WASHINGTON: Inmitten anhaltender Schiffsüberfälle am Horn von Afrika haben die USA neue Vorschläge für den Kampf gegen die Piraten aus Somalia gemacht. Im Mittelpunkt stünden eine verstärkte internationale Zusammenarbeit, die Verbesserung der sozialen Lage in Somalia sowie höhere Sicherheitsstandards an Bord der Frachter, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton in Washington. Teil des Plans sei auch, die Kapitalvermögen der Seeräuber aufzuspüren und einzufrieren. Unterdessen wurden in der somalischen Provinz Puntland 37 weitere Piraten zu jeweils drei Jahren Haft verurteilt. Sie waren von der französischen und amerikanischen Marine aufgegriffen worden.

PASSAU: Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, hat sich der Forderung nach einem Verbot von Patenten auf Tierzuchtverfahren angeschlossen. Dieser große Sündenfall müsse verhindert werden, sagte Sonnleitner der "Passauer Neuen Presse". Am Mittwoch hatten hunderte Bauern und Umweltschützer vor dem Europäischen Patentamt in München gegen das angestrebte Patent auf ein Schweinezuchtverfahren protestiert. Auch die Bundesländer Hessen und Bayern legten Einspruch ein. Das Patent soll mittels einer Genanalyse die Zucht von Schweinen mit besserem Fleisch ermöglichen. Sonnleitner forderte zugleich, die europäische Biopatentrichtlinie nachzubessern. Es dürfte generell keine Patente auf Tiere und Pflanzen geben.

BERLIN: Die SPD will nach einem Zeitungsbericht im Bundestagswahlkampf einen Lohnsteuer-Bonus von 300 Euro versprechen. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, den Bonus sollten alle Steuerzahler erhalten, die neben ihrem Lohn keine weiteren Einkünfte hätten und auf eine Steuererklärung verzichteten. Vorstand und Parteirat wollten das Wahlprogramm am Samstag billigen. Eine SPD-Sprecherin bezeichnete den Bericht als "Spekulation". Eine Festlegung wird es erst am Samstag in den Gremien geben. Dem Bericht zufolge haben sich führende SPD-Politiker zudem auf Einzelheiten einer höheren Reichensteuer geeinigt.

RIO DE JANEIRO: Brasilien und Kolumbien werden sich beim bevorstehenden Gipfeltreffen der Organisation Amerikanischer Staaten -OAS - für die künftige Teilnahme Kubas an dem Staatenforum stark machen. Darauf haben sich der brasilianische Präsident Lula da Silva und sein kolumbianischer Kollege Alvaro Uribe bei einem lateinamerikanischen Wirtschaftsforum in Rio de Janeiro verständigt. Der OAS-Gipfel findet am Wochenende in dem kleinen Karibikstaat Trinidad und Tobago statt. Bereits im Vorfeld des Treffens drängte Lula erneut auf eine neue und gerechtere Weltwirtschaftsordnung. - Vor mehr als 500 Politikern und Fachleuten sagte er in Rio, auch Schwellen- und Entwicklungsländer müssten bei der Suche danach beteiligt werden. Er warnte seine lateinamerikanischen Kollegen vor einer Politik der Handelsbeschränkungen gegen die Wirtschaftskrise.

PARIS: Die französische Regierung hat den protestierenden Fischern im Norden des Landes Staatshilfen in Höhe von vier Millionen Euro in Aussicht gestellt. Zugleich machte Agrarminister Michel Barnier bei einem Gespräch mit einer Abordnung der Fischer in Paris deutlich, dass die von der EU festgelegten Fangquoten weiter gelten würden. Die Fischer zeigten sich nach dem Treffen enttäuscht und drohten, die Hafenblockaden fortzusetzen. - Zwei Tage lang hatten sie die Häfen von Calais, Dünkirchen und Boulogne-sur-Mer am Ärmelkanal blockiert. Der Fährverkehr auf der vielbefahrenen "Straße von Dover" war weitgehend lahmgelegt.

BOGOTA: In Kolumbien ist der meistgesuchte Drogenboss des Landes gefasst worden. An der Verhaftung von Daniel Rendon Herrera alias "Don Mario" waren nach Polizeiangaben mehr als 300 Beamte beteiligt. Der 43-Jährige soll außerdem Chef einer Bande von Auftragskillern im Dienst der Drogenkartelle sein. Für seine Ergreifung war ein Kopfgeld von zwei Millionen Dollar ausgesetzt. --- Kolumbien gilt als weltgrößter Kokainproduzent und deckt derzeit etwa 70 Prozent der Weltnachfrage.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Osten meist noch sonnig, sonst zunehmend bewölkt mit Schauern und Gewittern. Höchstwerte 17 bis 22 Grad.

Am Morgen meldeten:


Hamburg: neun Grad, heiter;

Berlin: elf Grad, sonnig;

Dresden: zehn Grad, sonnig;

Köln: zehn Grad, bedeckt;

Frankfurt: 13 Grad, wolkig und

München: zehn Grad, heiter.

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