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Nachrichten

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die Wirtschaft in Deutschland wird sich 2010 voraussichtlich deutlich schneller als erwartet von ihrem tiefen Einbruch erholen, allerdings wird der Aufschwung relativ schwach ausfallen. Die führenden Wirtschaftsinstitute prognostizieren in ihrem Herbstgutachten, das an diesem Donnerstag offiziell vorgelegt werden soll, für kommendes Jahr ein Wachstum in der Größenordnung von 1,2 Prozent. Doch gebe es noch keine Entwarnung für den Arbeitsmarkt oder die Staatshaushalte, sagte der Wirtschaftsforscher Roland Dörn vom RWI Essen in der ARD. - Das Frühjahrsgutachten war noch von einem Rückgang der Wirtschaft um 0,5 Prozent ausgegangen. Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte bereits vor zu viel Euphorie. Deutschland komme erst langsam aus dem Konjunkturtal heraus, betonte Merkel.

RÜSSELSHEIM: Nach monatelangem Übernahmepoker stehen die Verhandlungen über den Verkauf des Autobauers Opel an den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna kurz vor dem Abschluss. Es sei möglich, dass der Vertrag noch in dieser Woche unterzeichnet werde, sagte der Chef des US-Mutterkonzerns General Motors, Fritz Henderson. Zunächst war bereits für diesen Donnerstag der Abschluss eines Vorvertrages angekündigt worden. Jetzt erklärte Henderson bei einem Besuch in Südkorea, unter Beteiligung der Bundesregierung werde intensiv um letzte Details gerungen. Magna verhandelt auch noch mit Arbeitnehmervertretern über finanzielle Zugeständnisse seitens der Mitarbeiter. Weiter offen ist die Finanzierung der staatlichen Unterstützung für Opel, die Magna von der Bundesregierung in Aussicht gestellt wurde. Diese geht davon aus, dass sich andere Länder mit Opel-Standorten an den Hilfen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro beteiligen.

ISLAMABAD: Nach heftigen Kämpfen haben die pakistanischen Sicherheitskräfte Angriffe radikal-islamischer Terroristen auf drei Einrichtungen der Polizei in der Stadt Lahore zurückgeschlagen. Die Situation in der Hauptstadt der östlichen Provinz Punjab sei wieder völlig unter Kontrolle, teilte die Armeeführung mit. Nach neuen Angaben der Behörden wurden bei den Kämpfen zehn Angehörige der Sicherheitskräfte und zehn Angreifer getötet. Zu der Terroraktion bekannten sich die Taliban. - Gleichzeitig starben in der nordwestpakistanischen Stadt Kohat durch einen Selbstmordanschlag auf eine Polizeiwache mindestens zehn Menschen. - Pakistans Präsident Asif Ali Zardari erklärte, die Regierung werde sich durch den Terror nicht von der geplanten Offensive gegen Extremisten im Grenzgebiet zu Afghanistan abhalten lassen.

PEKING: In der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang sind im Zusammenhang mit den blutigen Unruhen vom Juli erneut sechs Menschen wegen Mordes zum Tode verurteilt worden. Dies meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua aus der Provinzhauptstadt Ürümqi. Ob die Verurteilten zur Volksgruppe der Uiguren gehören, wurde nicht mitgeteilt. Am Montag war gegen sechs Uiguren die Todesstrafe verhängt worden. - Bei den Zusammenstößen zwischen Uiguren und Han-Chinesen waren nach offiziellen Angaben 197 Menschen ums Leben gekommen. Die muslimischen Uiguren sehen sich in der Volksrepublik wirtschaftlich und kulturell benachteiligt.

DEN HAAG: Der Prozess gegen den ehemaligen Anführer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, vor dem UN-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien beginnt nach mehreren Verzögerungen jetzt am 26. Oktober. Diesen Termin gab das Gericht in Den Haag bekannt. Karadzic muss sich in elf Anklagepunkten verantworten, darunter Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der 64-Jährige hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Das Verfahren wird rund drei Jahre dauern. Karadzic führte Anfang der 90er Jahre die bosnischen Serben und tauchte nach dem Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 unter. 2008 war er in Belgrad festgenommen worden.

TEGUCIGALPA: In Honduras hat Übergangspräsident Roberto Micheletti die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Staatskrise gedämpft. Bei den Verhandlungen über eine Rückkehr des Ende Juni gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya an die Macht gebe es noch kein endgültiges Abkommen. Die Gespräche würden fortgesetzt, sagte Micheletti. Hauptstreitpunkt ist nach Agenturberichten, ob das Parlament oder der Oberste Gerichtshof über die Wiedereinsetzung Zelayas entscheiden soll.

ANKARA: Die lange verfeindeten Nachbarstaaten Türkei und Armenien haben ein positives Fazit ihrer so genannten Fußball-Diplomatie gezogen. Der türkische Präsident Abdullah Gül bezeichnete den ersten Besuch seines armenischen Amtskollegen Serch Sarkissjan in der Türkei als Geschichte machend. Auch Sarkissjan zog eine positive Bilanz seiner Reise. Gül und Sarkissjan hatten am Mittwoch im nordwesttürkischen Bursa das WM-Qualifikationsspiel der Nationalmannschaften ihrer beiden Länder verfolgt. - Die Türkei gewann 2:0, ist aber wie Armenien nicht für die WM qualifiziert. - Am Wochenende hatten beide Länder ein Protokoll über die Normalisierung ihrer Beziehungen unterzeichnet.

JERUSALEM: Eine türkische TV-Serie hat in Israel massive Verstimmungen und Konsequenzen auf diplomatischer Ebene ausgelöst. Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman erklärte, die im Staatsfernsehen der Türkei ausgestrahlte Serie stifte zum "Hass gegen Israel" an und bestellte den türkischen Botschafter nach Jerusalem ein. Die Darstellung israelischer Soldaten als Mörder palästinensischer Kinder im Westjordanland wäre - so Lieberman - selbst in einem verfeindeten Land unangebracht. - Nach dem Gaza-Krieg zum Jahreswechsel haben sich die türkisch-israelischen Beziehungen zusehends verschlechtert.

MÜNSTER: Die deutsche Atomindustrie lässt seit Jahren große Mengen giftiger Abfälle aus der Brennelemente-Herstellung in Russland lagern. Das im westfälischen Gronau ansässige Unternehmen Urenco bestätigte, insgesamt mehr als 27.000 Tonnen abgereichertes Uran-Hexafluorid an die russische Firma Tenex geliefert zu haben. Dort werde das Material wieder angereichert, so dass es in Deutschland zu Brennelementen weiterverarbeitet werden könne. Allerdings verblieben 80 bis 90 Prozent der ursprünglich gelieferten Menge in Russland. Umweltschützer warfen der deutschen Atomindustrie verdeckte Atommüllentsorgung vor. Zudem soll Tenex das Uran-Hexafluorid unsachgemäß in Containern unter freiem Himmel lagern.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden, Westen und Südwesten heiter bis wolkig. Weiter östlich bedeckt, zeitweise Regen oder Schneefall. Tageshöchstwerte zwischen zwei Grad am Alpenrand und elf Grad am Niederrhein.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 1 Grad, wolkenlos
Berlin: 4 Grad, leichter Regen
Dresden: 0 Grad, Schneefall
Köln/Bonn: minus 3 Grad, leicht bewölkt
Frankfurt am Main: 1 Grad, leicht bewölkt
München: 1 Grad, stark bewölkt

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