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Nachrichten

Donnerstag, 15. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

FRANKFURT AM MAIN: Der Dalai Lama hat nach seiner Ankunft in Deutschland die Einführung eines Autonomiestatus für Tibet gefordert. Die Menschen dort suchten keine Unabhängigkeit, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter nach einem Treffen mit dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch in Frankfurt. Doch habe die Region ein einmaliges kulturelles Erbe und eine reiche buddhistische Tradition. Daher brauche Tibet wirkliche Autonomie. Koch sagte, es sei ein wichtiges Zeichen, dass die chinesische Regierung den Gesprächen mit den Exiltibetern einen offiziellen Charakter gegeben habe. Allerdings sei es erforderlich, dass die Gespräche nicht als reine "Schaufensterveranstaltung" mit Blick auf die Olympischen Spiele geführt würden. Der Dalai Lama hält sich insgesamt fünf Tage in der Bundesrepublik auf.

PEKING: Drei Tage nach dem schweren Erdbeben im Südwesten Chinas wird die Suche nach Überlebenden immer mehr zum Wettlauf gegen die Zeit. Wie die Behörden mitteilten, werden weiterhin zehntausende Menschen vermisst. Viele von ihnen dürften unter den Trümmern eingestürzter Häuser verschüttet worden sein. Es gilt als sicher, dass die offiziell registrierte Zahl von 15.000 Todesopfern noch deutlich steigen wird. Die chinesische Regierung beorderte weitere Armee-Einheiten und Hubschrauber in die Katastrophenregion, die bei der Suche nach Verschütteten helfen sollen. Die Bevölkerung wurde zu Spenden aufgerufen. Benötigt würden vor allem Ausrüstungsgegenstände von Hämmern und Schaufeln bis hin zu Kränen und Gummibooten. Außerdem erlaubte China einem japanischen Rettungsteam die Einreise in die Provinz Sichuan. Neue Gefahr droht den Überlebenden durch beschädigte Staudämme.

RANGUN: Auch fast zwei Wochen nach der Wirbelsturm-Katastrophe in Birma erreicht die Hilfe nur schleppend die Betroffenen. Zwar ließ die regierende Militärjunta rund 160 ausländische Helfer aus Indien, China, Bangladesch und Thailand ins Land. Unklar ist aber, ob sie auch in das Katastrophengebiet im Irrawaddy-Delta reisen können. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, entsandte UN-Nothilfe-Koordinator John Holmes nach Rangun. Er soll die Junta davon überzeugen, mehr ausländische Katastrophenhelfer einreisen zu lassen. Unterdessen traf in der birmanischen Hauptstadt Rangun ein erstes Flugzeug mit Hilfsgütern aus Deutschland ein. An Bord waren auch vier Anlagen zur Wasseraufbereitung. Die UN gehen inzwischen davon aus, dass bis zu 2,5 Millionen Menschen dringend auf Hilfe angewiesen sind. Hilfsorganisationen rechnen mit etwa 130.000 Todesopfern. Die birmanischen Behörden sprechen weiter von knapp 39.000 Toten und 28.000 Vermissten.

RANGUN: In Birma ist das Ergebnis des Referendums über eine neue Verfassung bekanntgegeben worden. Nach einem Bericht des Staatsfernsehens stimmten mehr als 92 Prozent der Stimmberechtigten für den von der regierenden Militärjunta ausgearbeiteten Entwurf. Er räumt der Junta auch weiterhin weitgehende Rechte ein und soll den Weg für Wahlen im Jahr 2010 frei machen. Die Militärregierung hatte die Abstimmung trotz der verheerenden Wirbelsturm-Katastrophe stattfinden lassen. Nur in den besonders betroffenen Gebieten war sie auf den 24. Mai verschoben worden. Das dortige Ergebnis werde aber an der Billigung des Verfassungsentwurfs nichts mehr ändern, meldete der staatliche Rundfunk. Die Opposition hatte den Entwurf als undemokratisch und unfair zurückgewiesen.

BEIRUT: Nach tagelangen gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Hisbollah hat die libanesische Regierung ihre umstrittenen Maßnahmen gegen die Schiiten-Miliz wieder zurückgenommen. Die Entscheidung solle den Frieden im Land wahren, teilte das Informationsministerium nach einer Kabinettssitzung mit. Eigentlich wollte die pro-westliche libanesische Regierung das autarke Kommunikationsnetz der Hisbollah stilllegen und den Sicherheitschef des Beiruter Flughafens absetzen. Daraufhin war es zu heftigen Gefechten zwischen schiitischen Kämpfern und der libanesischen Armee gekommen.

MOSKAU: Am letzten Tag seines Russland-Besuches ist Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mit dem Oppositionspolitiker Garri Kasparow zusammengekommen. Das Treffen mit dem früheren Schachweltmeister fand in einem Moskauer Hotel statt. Näheres wurde nicht bekannt. Am Mittwoch hatte Steinmeier bereits mit führenden Vertretern der liberalen Oppositionspartei 'Union der Rechten Kräfte' geredet. Auf dem Programm des SPD-Politikers steht zudem ein Treffen mit Vize-Premier Igor Schuwalow. Ein ursprünglich geplantes Gespräch mit dem neuen russischen Ministerpräsidenten, Ex-Präsident Wladimir Putin, kommt voraussichtlich nicht zustande.

BERLIN: Der Weg für die Teilprivatisierung der Deutschen Bahn ist endgültig frei. Das Unternehmen einigte sich mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA auf einen Kündigungsschutz für die Bahn-Mitarbeiter bis zum Jahr 2023. Der entsprechende Tarifvertrag sei bereits unterschrieben worden, so ein Transnet-Sprecher. In dem Vertrag sei auch geregelt, dass der Bahn-Mutterkonzern zu 100 Prozent im Besitz der Infrastruktur bleiben werde und auch die Mehrheit an der neuen Holding für den Schienen und Logistikverkehr behalte. An dieser Holding sollen sich private Investoren mit bis zu 24,9 Prozent beteiligen können. Dafür will der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn an diesem Donnerstag die Weichen stellen.

WIESBADEN: Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal trotz der Finanzkrise so kräftig gewachsen wie seit fast zwölf Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März um 1,5 Prozent im Vergleich zum Schlussquartal 2007 zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist das stärkste Wachstum seit Frühjahr 1996. Angekurbelt wurde die Wirtschaft den Angaben zufolge vor allem durch steigende Investitionen der Unternehmen, aber auch durch mehr privaten Konsum. Vom Export seien dagegen keine Wachstumsimpulse ausgegangen. - Zudem stellten die Statistiker einen Rückgang der Teuerungsrate fest. Im April stiegen die Verbraucherpreise um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im März hatte diese Rate noch 3,1 Prozent betragen. Für die Abschwächung sorgten unter anderem verbilligte Pauschalreisen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Nordosten nochmals sonnig und trocken. Im Südwesten einige Schauer und Gewitter. Es bleibt mild bei Tageshöchsttemperaturen zwischen 18 und 25 Grad.

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