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Nachrichten

Donnerstag, 15. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TEL AVIV: Knapp drei Wochen nach Beginn der israelischen Offensive im Gazastreifen werden die Bemühungen um eine Waffenruhe verstärkt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier traf zum Auftakt seiner zweiten Vermittlungsmission binnen fünf Tagen in Jerusalem mit Staatspräsident Schimon Peres zusammen. Im Laufe des Tages wird Steinmeier auch im Westjordanland und in Kairo erwartet. Nach Ägypten reiste inzwischen der israelische Unterhändler Amos Gilad. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon traf zur Fortsetzung seiner Nahost-Vermittlungsgespräche in Israel ein. Am Mittwoch hatten Steinmeier und sein französischer Kollege Bernard Kouchner die Konfliktparteien im Gazastreifen zur Waffenruhe aufgefordert. Die radikal-islamische Hamas nannte in einem Zeitungsinterview als Bedingung für einen solchen Schritt die Aufhebung der Blockade des Gazastreifens, die Öffnung der Grenzübergänge und den Rückzug Israels.

GAZA-STADT: Israelische Truppen sind Augenzeugenberichten zufolge mit Unterstützung von Kampfhubschraubern, Panzern und Artillerie tief in die dicht besiedelten Gebiete von Gaza-Stadt eingedrungen. Im Süden der Stadt lieferten sich die Soldaten heftige Feuergefechte mit Kämpfern der radikal-islamischen Hamas. Ambulanzen und Sanitäter könnten das Gebiet nicht mehr erreichen, tausende Bewohner seien auf der Flucht, hieß es weiter. Zudem beschoss die Luftwaffe nach Armeeangaben mehr als 70 Ziele im Gazastreifen, darunter eine Moschee in Rafah, die als Waffenlager gedient habe. Im Gegenzug feuerten militante Palästinenser zahlreiche Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Territorium ab.

CARACAS: Wegen der Militäroffensive im Gazastreifen hat Venezuela die diplomatischen Beziehungen zu Israel abgebrochen. In einer Erklärung der Regierung unter Präsident Hugo Chavez heißt es, Israel sei für die Verfolgung des palästinensischen Volks verantwortlich. Wenige Stunden zuvor hatte bereits Boliviens Präsident Evo Morales, ein enger Verbündeter von Chavez, angekündigt, die diplomatischen Kontakte zu Israel abzubrechen.

CARACAS: In Venezuela hat das Parlament mit großer Mehrheit eine Verfassungsänderung verabschiedet, die Präsident Hugo Chávez sowie allen gewählten Volksvertretern beliebig viele Amtszeiten ermöglichen soll. Nur sieben Abgeordnete stimmten gegen das Gesetz, das Chávez selbst eingebracht hatte. Es tritt aber erst nach der Bestätigung durch eine Volksabstimmung in Kraft, die voraussichtlich Mitte Februar stattfindet.

WASHINGTON: Human Rights Watch hat an die internationale Gemeinschaft appelliert, im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen geschlossener aufzutreten. Die Lage im Gazastreifen zeige, wie wichtig koordiniertes Handeln sei, erklärte die Menschenrechtsorganisation bei der Vorstellung ihres Jahresberichts in Washington. Die Organisation warf China und Russland vor, schärfere Resolutionen gegen Birma und Simbabwe im Weltsicherheitsrat verhindert zu haben. Kritisiert werden auch die Waffenlieferungen aus Peking an Simbabwe. Der Europäischen Union halten die Menschenrechtler vor, sich bei den Konflikten in der Demokratischen Republik Kongo, Birma und Somalia hinter halbherzigen diplomatischen Bemühungen und schwerfälligen Entscheidungsfindungsprozessen versteckt zu haben. Gelobt wird die EU für ihre Vermittlung im Georgien-Konflikt und die Entsendung von Wahlbeobachtern in den Tschad.

MOGADISCHU: Die in der somalischen Hauptstadt Mogadischu stationierten äthiopischen Soldaten haben die Region endgültig verlassen. Alle Einheiten seien nach Baidoa verlegt worden, teilte ein Verwaltungssprecher mit. Baidoa ist der Sitz des somalischen Übergangsparlaments. Der Abzug der rund 3.000 Äthiopier, die die Übergangsregierung Ende 2006 beim Sturz der Islamisten unterstützten, ist Teil eines Waffenstillstandsabkommens zwischen der Regierung und Teilen der Opposition. Beobachter befürchten jedoch, dass sich nun die seit zwei Jahren andauernden Kämpfe zwischen den Rebellen und der von den Vereinten Nationen unterstützten somalischen Regierung wieder verstärken könnten.

MANILA: Mutmaßlich militante Islamisten haben auf der philippinischen Insel Jolo drei Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz entführt. Dabei handelt es sich nach Auskunft des Rotkreuz-Büros in der Hauptstadt Manila um einen Schweizer, einen Italiener und um einen einheimischen Helfer. Die Insel Jolo im Süden der Philippinen ist immer wieder Schauplatz von Entführungen.

KIEW: Der Gasstreit mit Russland entzweit nun auch die Führung der Ukraine. Regierungschefin Julia Timoschenko will nach Meldungen der Nachrichtenagentur Interfax an dem Krisengipfel am Samstag in Moskau teilnehmen, zu dem der russische Präsident Dmitri Medwedew eingeladen hat. Dagegen hatte der ukrainische Staatschef Viktor Juschtschenko eine Teilnahme abgelehnt. Da Russland Teil des Gas-Konflikts sei, könne es nicht als Ausrichter eines Treffens auf seinem Territorium fungieren, hieß es in einer Erklärung Juschtschenkos. Zu der Konferenz wurden auch die EU sowie alle Staaten eingeladen, die russisches Gas importieren oder über ihr Territorium leiten. - Die Ukraine wiederholte ihre Haltung, wonach sie für die seit mehr als einer Woche andauernde Totalblockade der russischen Gasexporte keine Verantwortung trage.

WIESBADEN: Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie schon seit 14 Jahren nicht mehr. Die Inflationsrate lag im vergangenen Jahr im Durchschnitt bei 2,6 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, war die Jahresteuerung zuletzt 1994 höher mit durchschnittlich 2,8 Prozent.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vielfach stark bewölkt oder trüb. Im Tagesverlauf von Westen her zunehmend aufgelockert. Im Osten vereinzelt noch etwas Schneefall. Höchstwerte minus drei bis plus fünf Grad.

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