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Nachrichten

Donnerstag, 14. Juni 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag

GAZA-STADT: Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas will sich an diesem Donnerstag zur eskalierten Lage in den Autonomiegebieten äußern. Erwartet wird, dass er ein Ende der Einheitsregierung aus seiner Fatah und der Hamas bekannt gibt. Sie war erst im März nach monatelangem Gerangel zustande gekommen. Wegen der Übergriffe von Hamas-Kämpfern in den vergangenen Tagen hatten die Fatah-Minister bereits nicht mehr an Kabinettssitzungen teilgenommen. Bislang wurden bei den Kämpfen zwischen Anhängern beider Parteien mehr als 70 Menschen getötet. Augenzeugen berichten, Hamas-Kämpfer hätten das Hauptquartier der mit der Fatah verbundenen Sicherheitskräfte in Gaza-Stadt erobert. Der Weltsicherheitsrat berät derweil über die mögliche Entsendung einer Friedenstruppe.

KAIRO: Die Arabische Liga kommt am Freitag in der ägyptischen Hauptstadt Kairo zu einer Sondersitzung zusammen. Grund sind die eskalierende Lage im Libanon und in den Palästinenser-Gebieten. Libanons Ministerpräsident Fuad Siniora hatte nach dem gestrigen Bombenanschlag auf einen anti-syrischen Abgeordneten in Beirut eine Sondersitzung der Arabischen Liga beantragt. Bei dem Anschlag waren außer dem Abgeordneten noch neun weitere Menschen getötet worden. Hunderte Libanesen beteiligten sich heute in Beirut an einem Trauerzug für den Getöteten. Sie machten Syriens Präsidenten Baschar el-Assad und ihren eigenen Präsidenten Emile Lahoud für die Tat mitverantwortlich.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat das Mandat für die ausländischen Truppen im Irak bis Jahresende verlängert. Iraks Außenminister Hoschijar Sebari hatte vor der Abstimmung ausdrücklich darum gebeten, die Truppen aus 20 Staaten noch nicht abzuziehen. Die eigenen Sicherheitskräfte seien noch nicht in der Lage, für Ruhe zu sorgen. Der Sicherheitsrat hatte das Mandat bereits im vergangenen Jahr grundsätzlich um ein weiteres Jahr verlängert, allerdings mit der Maßgabe, die Lage vor Ort im Juni nochmals zu überprüfen. Nach dem gestrigen Anschlag auf die den Schiiten heilige Goldene Moschee in Samara kam es zu Übergriffen auf Heiligtümer der Sunniten. Regierungschef Nuri al-Maliki ließ in Bagdad die Sicherheitsvorkehrungen an Moscheen verstärken.

BERLIN: Eine Woche vor dem EU-Gipfel in Brüssel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eindringlich vor einem Scheitern der Bemühungen um einen neuen europäischen Verfassungsvertrag gewarnt. Die Kanzlerin räumte vor letzten Gesprächen mit der polnischen Regierung ein, im Hauptstreitpunkt der künftigen Stimmengewichtung gebe es noch keine Lösung. Ob eine Einigung beim Gipfel in der kommenden Woche gelingen werde sei offen, sagte die Kanzlerin in einer Regierungserklärung im Bundestag. Merkel appellierte an die polnische Regierung, ihren Widerstand gegen ein Vertragswerk aufzugeben. Beim Berliner EU-Jubiläumsgipfel im März hätten sich alle 27 Mitglieder zur gemeinsamen Verantwortung für die Zukunft Europas bekannt.

WARSCHAU: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wird an diesem Donnerstag in Polen erwartet. Er kündigte an, er wolle die polnische Führung davon überzeugen, dass sie dem EU-Verfassungsvertrag in einer geänderten Fassung zustimmt. Ministerpräsident Jaroslaw Kazczynski hat ein Veto beim EU-Gipfel in Brüssel in der kommenden Woche angekündigt. Polen sieht sich durch das geplante Abstimmungsrecht der so genannten doppelten Mehrheit im Nachteil, da es größeren EU-Staaten mehr Gewicht gibt. Österreichs Kanzler Alfred Gusenbauer, der am Montag in Warschau zu Gast war, gewann dabei nach eigenen Angaben den Eindruck, Polen wolle Deutschland einen Erfolg beim Wiederbeleben des Verfassungsprozesses nicht gönnen.

KIGALI: Die Weltbank sieht im Kampf gegen Aids in Afrika erste Fortschritte. Es gebe Anzeichen, dass sich die Krankheit in einigen Ländern des Kontinents nicht mehr so schnell ausbreite, heißt es in einem in der ruandischen Hauptstadt Kigali vorgestellten Bericht. Entwarnung könne aber angesichts von 2 Millionen Toten und fast 25 Millionen Erkrankten nicht gegeben werden. Erfolge seien beispielsweise in Uganda, Kenia und Simbabwe, sowie in einigen Großstädten Äthiopiens, Ruandas und Sambias zu verzeichnen. Unverändert kritisch sei die Lage in den Staaten im Süden Afrikas. Nach dem Bericht hat die Weltbank seit dem Jahr 2000 umgerechnet 600 Millionen Euro für die Aids-Bekämpfung bereitgestellt.

DEN HAAG: Das Exportverbot für Elfenbein wird bis 2016 verlängert. Auf diesen Kompromiss verständigten sich nach wochenlangen heftigen Diskussionen alle afrikanischen Staaten bei der UN-Wildtier-Konferenz in Den Haag. Vor allem Kenia und Mali hatten sich mit der Begründung, die Wilderei würde dann weiter zunehmen, gegen eine Aufhebung des seit 1989 bestehenden Verbots ausgesprochen. Botswana, Namibia, Simbabwe und Südafrika waren für einen begrenzten Handel, um mit den Einnahmen unter anderem soziale Projekte und den Tierschutz zu unterstützen. Die Zahl der Elefanten in Afrika ist in den vergangenen Jahrzehnten von mehreren Millionen auf derzeit etwa 500.000 gesunken.

DUBLIN: Der irische Premierminister Bertie Ahern soll heute für eine weitere dritte Amtszeit vom Parlament gewählt werden. Seine bürgerliche Fianna-Fail-Partei hatte vor drei Wochen die Wahl gewonnen, aber keine absolute Mehrheit erreicht. Am Mittwoch stimmten die Grünen nach mehr als einwöchigen Verhandlungen einer Koalitionsbeteiligung zu. Grünen-Chef Trevor Sargent trat danach von seinem Posten zurück, da er eine Zusammenarbeit mit der Fianna-Fail stets abgelehnt hatte. Kritikpunkte waren unter anderem Steuererleichterungen für Großunternehmen sowie der von der Regierung geförderte verstärkte Bau von Immobilien.

BAD NEUENAHR: Im Tarifstreit der Telekom wird weiter verhandelt. Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi verhandeln im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr über den Umbau des Konzerns. Von den Plänen der Unternehmensleitung sind rund 50.000 Mitarbeiter betroffen. Sie sollen bei verlängerter Wochenarbeitszeit und gleichzeitig reduziertem Gehalt in Servicegesellschaften wechseln. Dagegen wird seit fünf Wochen gestreikt.

WOLFSBURG: Im zweiten Prozess der VW-Affäre um Lustreisen auf Firmenkosten hat der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Uhl ein umfassendes Geständnis abgelegt. Es treffe zu, dass er zu seiner Zeit als VW-Betriebsrat Dienste von Prostituierten in Anspruch genommen habe, die über den früheren VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer bezahlt worden seien, sagte Uhl zu Prozessauftakt vor dem Amtsgericht Wolfsburg. Uhl gab auch zu, falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben zu haben. Im ersten Prozess der VW-Affäre war der ehemalige Arbeitsdirektor Peter Hartz im Januar vom Landgericht Braunschweig nach einem umstrittenen Deal mit der Justiz zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND:

Von Westen her neue Wolken und Schauer. Im Nordwesten teils heftige Gewitter, nach Südosten hin teils heiter und sonnig. Maximal 20 bis 31 Grad.

Zuletzt meldeten bei meist bewölktem Himmel:

Hamburg: 21 Grad;
Berlin : 25 Grad;
Dresden: 25 Grad;
Köln/Bonn: 25 Grad;
Frankfurt am Main: 24 Grad und
München: 26 Grad.

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