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Nachrichten

Donnerstag, 14. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PORT-AU-PRINCE: Eineinhalb Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti ist das Ausmaß der Katastrophe nach wie vor unklar. Der Leiter der Welthungerhilfe in dem Karibikstaat, Michael Kühn, sprach von dramatischen Zuständen in der weitgehend zerstörten Millionenstadt Port-au-Prince. Leichen würden in den Straßen gestapelt, es gebe kaum ärztliche Hilfe für die vielen Verletzten und auch kaum Nahrungsmittel sowie Trinkwasser. Die Rettungskräfte kommen in den Schutt- und Trümmerbergen eingestürzter Häuser nur sehr langsam voran. Überlebende versuchen, Verschüttete oftmals mit bloßen Händen zu bergen. Haitis Präsident René Préval sprach von bis zu 50.000 Todesopfern, Regierungschef Jean-Max Bellerive nannte noch höhere Zahlen. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" begann mit der Einrichtung von Zeltkliniken. Etliche Länder brachten Flugzeuge mit Hilfsgütern und Medikamenten auf den Weg. Die Weltbank stellte umgerechnet knapp 70 Millionen Euro zur Verfügung und kündigte die Einrichtung eines Sonder-Hilfsfonds an.

WASHINGTON: Vor dem Untersuchungsausschuss des US-Kongresses zu den Ursachen der Finanzkrise haben die Chefs amerikanischer Großbanken ihre Geschäftspraktiken und hohen Bonuszahlungen verteidigt. Die Geldinstitute hätten zweifellos Fehler gemacht, räumte der Verwaltungsratschef der Investmentbank Morgan Stanley, John Mack ein. Letzlich hätten jedoch die Aufsichtsbehörden eingreifen müssen. Die Top-Banker entschuldigten sich nicht, wie von US-Präsidialamtssprecher Robert Gibbs gefordert. Speziell die Investmentbanken stehen in der öffentlichen Kritik. Sie haben milliardenschwere Gewinne mit jenen undurchsichtigen Wertpapieren eingestrichen, die zum Beinahe-Zusammenbruch des Finanzsystems führten. An diesem Donnerstag sind Vertreter von Regierung und Behörden vor den Ausschuss geladen.

ISLAMABAD: Bei einem Raketenangriff im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan sind laut offiziellen Berichten mindestens zwölf militante Aufständische getötet worden. Nach Angaben des pakistanischen Geheimdienstes und der Armee wurden die Geschosse von einer US-Drohne im Bezirk Nord-Waziristan abgefeuert. Der Angriff galt Taliban-Chef Hakimullah Mehsud. Ob er unter den Opfern ist, blieb unklar. Die Region gilt als Hochburg radikal-islamischer Taliban-Milizen und des Terrornetzwerks El Kaida.

BRÜSSEL: Der designierte EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat sich für eine grundlegende Neuausrichtung der EU-Energiepolitik ausgesprochen. Notwendig seien mehr Energiesicherheit und europäische Solidarität bei der Energieversorgung, sagte Oettinger bei der Anhörung im Europaparlament. Oettinger nannte „drei Säulen“ für die kommenden fünf Jahre seines Mandats: Die Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und die Versorgungssicherheit. Dafür seien die Klimaziele der EU das Fundament.

TOKIO: Bundesaußenminister Guido Westerwelle strebt mit Japan eine enge Zusammenarbeit in Abrüstungsfragen an. Abrüstung sei die zentrale Frage unserer Zeit, sagte Westerwelle zum Auftakt seiner Asien-Reise in Tokio. Dort wird der FDP-Chef unter anderen Ministerpräsident Yukio Hatoyama treffen, um über internationale Krisenherde wie Afghanistan und den Iran zu beraten. Zudem will der Außenminister das Handelsdefizit mit Japan zur Sprache bringen. Westerwelle wird von einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation begleitet.

BERLIN: Mit einer Analyse der vergangenen Bundestagswahl startet der CDU-Bundesvorstand an diesem Nachmittag seine traditionelle Klausurtagung zum Jahresauftakt. Unter der Leitung von Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel soll eine „Berliner Erklärung“ erarbeitet werden, mit der um neue Wählerschichten geworben werden soll. So wird der Leiter der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, der CDU-Spitze unter anderem die jüngsten Wählerwanderungen erläutern. Die Union hatte zuletzt mit 33,8 Prozent der Stimmen das schlechteste Resultat seit 1949 erzielt.

BERLIN: Die Bezüge der rund 20 Millionen Rentner werden einem Zeitungsbericht zufolge in diesem Jahr nicht angehoben. Angesichts der für die Rentenberechnung notwendigen Zahlen zur Lohnentwicklung 2009 werde es eine Nullrunde geben, berichtet die „Bild“-Zeitung und beruft sich dabei auf die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Dem Statistischen Bundesamt zufolge sind die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer im vergangenen Jahr um durchschnittlich 0,4 Prozent gesunken. Nach der bisher gültigen Formel müssten auch die Rentenbezüge sinken. Die Rentengarantie verhindert das aber.

DÜSSELDORF: Die Bundesregierung will verstärkt Migranten in den Öffentlichen Dienst holen. Jeder fünfte Beschäftigte solle künftig aus einer Zuwandererfamilie kommen, sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, der „Rheinischen Post“. Es gehe darum, den Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland auch im Öffentlichen Dienst angemessen zu berücksichtigen, sagte die CDU-Politikerin. Besonders dringend benötigt würden Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen. Auch im Polizeidienst, bei der Feuerwehr und in kommunalen Verwaltungen sei ein verstärkter Einsatz von Migranten richtig.

WASHINGTON: Neben dem Internet-Riesen Google hat der massive Hacker-Angriff aus China US-Medien zufolge auf mehr als 30 amerikanische Unternehmen gezielt. Unter ihnen seien Finanzfirmen und mindestens ein größerer Konzern in der Rüstungsindustrie gewesen. Auch das US-Softwareunternehmen Adobe bemerkte nach eigenen Angaben einen koordinierten Angriff auf seine Firmennetzwerke. Google hatte am Mittwoch nach Hacker-Angriffen aus China angekündigt, seine Suchergebnisse nicht länger nach den Vorgaben der Regierung zu filtern. Der Internetkonzern drohte mit seinem Rückzug aus der Volksrepublik. Die chinesische Führung ließ durch ihren Sprecher in Peking erklären, Internet-Medien hätten die Verantwortung, mit der Regierung zusammenzuarbeiten. Diese wiederum müsse eine Rolle in der Meinungsführerschaft im Internet spielen.

CARACAS: Im Ölförderland Venezuela wird nun doch nicht jeden zweiten Tag der Strom für mehrere Stunden abgeschaltet. Einen Tag, nachdem Präsident Hugo Chavez diese Maßnahme angekündigt hatte, erklärte er nun im staatlichen Fernsehen, im Rationierungsplan seien Fehler gemacht worden. Chavez forderte den für die Stromversorgung zuständigen Minister Angel Rodriguez zum Rücktritt auf.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist dicht bewölkt oder trüb, Sonne und Schnee sind eher selten. Die Temperaturen steigen auf höchstens minus sechs bis plus vier Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg und Köln/Bonn: -1 Grad, dunstig;

Berlin und München: -2 Grad, dunstig;

Dresden: -2 Grad, bedeckt sowie

Frankfurt am Main: -2 Grad, etwas Schnee.

Audio und Video zum Thema