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Nachrichten

Donnerstag, 14. Februar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KÖLN: Die Polizei hat die Kölner Privatvilla und das Büro von Postchef Klaus Zumwinkel im Post-Tower in Bonn durchsucht. Ein Post-Sprecher bestätigte Medienberichte, dass gegen den 64-Jährigen Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung liefen. Das ZDF hatte berichtet, Zumwinkel solle etwa zehn Millionen Euro am deutschen Fiskus vorbei auf einem Konto in Liechtenstein deponiert haben. Das Geld sei dort in Stiftungen angelegt worden. Gegen ihn sei bereits Haftbefehl ergangen. --- Zumwinkel steht seit fast 19 Jahren an der Spitze der Deutschen Post. Es wurde allgemein erwartet, dass er noch vor Jahresende seinen Posten aus Altersgründen aufgibt und dann in den Aufsichtsrat des Konzerns wechselt.

BERLIN: Im Bundestag ist kontrovers über die mögliche Änderung des Stammzellengesetzes debattiert worden. Über die Fraktionsgrenzen hinweg zeigten sich die Abgeordneten tief gespalten, ob das Gesetz liberalisiert werden soll. Dazu liegen dem Parlament fünf fraktionsübergreifende Initiativen vor. Im Mittelpunkt steht dabei, ob die Stichtagsregelung ganz gestrichen, verschoben oder beibehalten wird. Nach dem geltenden Gesetz, das 2002 bereits nach kontrovers geführter Debatte verabschiedet wurde, dürfen keine menschlichen Stammzellen eingeführt werden, die vor dem 1. Januar 2002 gewonnen wurden. Forschungsorganisationen kritisieren, diese Zellen seien veraltet und unbrauchbar. Mitte März soll im Bundestag nach einer Expertenanhörung entschieden werden

LONDON: Der georgische Oppositionspolitiker und Milliardär Badri Patarkazischwili soll nach Angaben der britischen Polizei eines "natürlichen Todes" gestorben sein. Dies zeigten erste Obduktionsergebnisse, hieß es in London. Die Ermittler kündigten umfangreiche toxikologische Tests an, die Wochen in Anspruch nehmen könnten. Der frühere Präsidentschaftskandidat und Medienunternehmer Patarkazischwili war am Dienstag in seinem Haus bei London im Alter von 52 Jahren gestorben. Ein Vertrauter hatte Herzprobleme als Todesursache genannt. Die Opposition in Georgien vermutete einen Mordanschlag. --- Ende 2006 war in London der russische Kreml-Kritiker Alexander Litwinenko mit radioaktivem Material vergiftet worden.

TEL AVIV/BEIRUT: Nach der Ermordung des Hisbollah-Militärchefs Emad Maghanija hat Israel seine Botschaften und Vertretungen weltweit in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Aus Furcht vor Vergeltungsschlägen sollen laut Presseberichten auch die Sicherheitskräfte im Norden des Landes verstärkt worden sein. Die radikal-islamische Hisbollah im Libanon und der Iran hatten den israelischen Geheimdienst für das Attentat auf Maghanija in Syrien verantwortlich gemacht. Tausende Schiiten kamen zu den Trauerfeierlichkeiten in Beirut. --- Am Morgen hatten sich mehrere tausend prowestlich orientierte Libanesen in Beirut versammelt, um an die Ermordung des früheren Regierungschefs Rafik Hariri vor drei Jahren zu erinnern. Ein massives Armeeaufgebot soll Ausschreitungen verhindern.

DILI: Drei Tage nach dem Putschversuch im südost-asiatischen Osttimor durchkämmen australische Soldaten den Inselstaat nach Verdächtigen, die für den Anschlag auf Präsident José Ramos-Horta verantwortlich sein sollen. An der Operation beteiligen sich auch Polizisten der Vereinten Nationen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft sollen in Kürze Haftbefehle gegen 18 Verdächtige erlassen werden. Zuvor hatte Australien seine UN-Friedenstruppe im Nachbarland auf 1.000 Mann aufgestockt. Das Parlament in Dili billigte eine Verlängerung des Ausnahmezustands um zehn Tage, um mögliche Unruhen zu verhindern. Der von mehreren Kugeln getroffene Präsident Osttimors wird weiter auf der Intensivstation eines Krankenhauses im australischen Darwin behandelt.

WASHINGTON: Der US-Senat hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der den Geheimdiensten die Anwendung von Folter verbieten soll. Für die Vorlage stimmten 51 Senatoren, dagegen 45. Mit der Regelung soll auch der Auslandsgeheimdienst CIA verpflichtet werden, den strengen Verhörvorschriften des Verteidigungsministeriums zu folgen. Das Repräsentantenhaus hat den Gesetzentwurf bereits verabschiedet. Präsident George W. Bush drohte allerdings bereits mehrfach, mit seinem Veto das Gesetz zu verhindern.

WASHINGTON: Mit seiner Unterschrift hat US-Präsident George W. Bush das vom Kongress beschlossene milliardenschwere Konjunkturprogramm in Kraft gesetzt. Das Paket mit einem Volumen von 150 Milliarden Dollar soll die in den USA befürchtete Rezession verhindern und die Geschädigten der Finanz- und Hypothekenkrise unterstützen. Vorgesehen sind Steuererleichterungen für Millionen US-Bürger sowie Investitionsanreize für Unternehmen. Bush zeigte sich zuversichtlich, dass nun weitere Arbeitsplätze geschaffen würden und der Konsum steigen werde. Wirtschaftsexperten aus dem In- und Ausland sind allerdings skeptisch, ob durch das staatliche Programm die Konjunktur tatsächlich wieder anzieht.

NEW YORK: Auf Antrag Serbiens und Russlands wird der UN-Sicherheitsrat an diesem Donnerstag über die erwartete Unabhängigkeitserklärung des Kosovo beraten. Mit diesem Schritt der Regierung in Pristina wird unmittelbar vor einem Treffen der EU-Außenminister am Sonntag oder Montag gerechnet. Die Führung in Belgrad und der Bündnispartner Moskau lehnen eine Unabhängigkeit der serbischen Provinz nach wie vor strikt ab. Die von der Nato geführte Friedenstruppe im mehrheitlich von Albanern bewohnten Kosovo verschärfte inzwischen ihre Sicherheitsvorkehrungen. Das Kosovo steht seit 1999 unter UN-Verwaltung.

BERLIN: Mit Beginn der Frühschicht haben im Saarland, in Nordrhein-Westfalen und Bayern die ersten Warnstreiks im öffentlichen Dienst begonnen. Im Tagesverlauf sollen Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein folgen. Schwerpunkt sind Krankenhäuser. Eine Notversorgung soll aber gesichert sein. Betroffen sind auch Kindergärten, die Müllabfuhr sowie andere öffentliche Einrichtungen. In drei Tarifrunden gab es bisher keine Einigung über Lohnerhöhungen. Die Gewerkschaften fordern acht Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber bieten fünf Prozent bei gleichzeitiger Verlängerung der Arbeitszeit. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 25. Februar angesetzt.

HOUSTON: Der deutsche Astronaut Hans Schlegel hat erfolgreich seinen ersten Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation ISS absolviert. Zusammen mit seinem US-Kollegen Rex Walheim tauschte er einen Stickstofftank des Kühlsystems der Station aus. Nach ihrem fast siebenstündigen Weltraumspaziergang kehrten die beiden Astronauten wohlbehalten in die ISS zurück.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, vereinzelt Nieselregen. Im Süden, besonders am Alpenrand sonnig. Tagestemperaturen zwischen drei und acht Grad.

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