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Nachrichten

Donnerstag, 13. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WIESBADEN: Die deutsche Wirtschaft steckt erstmals seit fünf Jahren in einer Rezession. Von Juli bis September schrumpfte die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damit sank das Bruttoinlandsprodukt das zweite Quartal in Folge. Das gilt nach gängiger Definition als Rezession. Wachstumsimpulse kamen nach Angaben der Statistiker nur noch von der Binnennachfrage. Bremsend wirkte dagegen der Außenhandel, weil die Importe stark zulegten, die Exporte sich aber gleichzeitig abschwächten. Im ersten Quartal war die Wirtschaft noch um 1,4 Prozent gewachsen.

BERLIN: Die Koalitionsfraktionen haben das Konjunkturpaket der Bundesregierung gebilligt. In getrennten Sondersitzungen stimmten die Abgeordneten von CDU/CSU und SPD mit großer Mehrheit für das Maßnahmenbündel. Das Paket kann nun von beiden Fraktionen im Bundestag eingebracht werden. Nach den Worten von Unionsfraktionschef Volker Kauder soll es dort noch im November und anschließend im Bundesrat beraten werden. Geplant sind Hilfen für Investitionen und Kaufanreize in einem Gesamtvolumen von 50 Milliarden Euro.

WASHINGTON: Die US-Regierung hat angesichts einer drohenden Rezession ihre Pläne zur Verwendung der 700 Milliarden Dollar aus dem Banken-Rettungspaket geändert. Mit dem Geld sollen nun nicht mehr vorrangig faule Hypothekenkredite aufgekauft werden, wie Finanzminister Henry Paulson in Washington mitteilte. Stattdessen soll es direkte Finanzspritzen für angeschlagene Banken geben. Zudem schloss die Regierung zusätzliche Hilfen für die strauchelnde Autoindustrie und weitere Zweige des Finanzsektors nicht aus.

FRANKFURT AM MAIN: Der Leiter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen - UNEP - , der Deutsche Achim Steiner, hat die Teilnehmer des Welt-Finanzgipfels aufgefordert, die Weichen für einen ökologischen Umbau des Industriesystems zu stellen. Dazu solle das Geld genutzt werden, das künftig zur Rettung der Banken in die Wirtschaft fließe, sagte Steiner der "Frankfurter Rundschau". Gebraucht würden Großinvestitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien, aber auch in Aufforstung, Naturschutz und angepasste Landnutzung. Dies sei wichtig für den Umweltschutz, schaffe aber auch viele Arbeitsplätze. Als mögliche Schrittmacher dieser zukunftsorientierten Investitionspolitik nannte Steiner neben Deutschland auch die USA und Südkorea.

TOKIO: Schwache Vorgaben aus den USA und Sorgen um eine weitere Abkühlung der Weltwirtschaft haben die Börsen in Asien auf Talfahrt geschickt. In Tokio ging der Leitindex Nikkei mit einem Minus von 5,25 Prozent aus dem Handel. Auch in Südkorea und Hongkong gaben die Kurse nach. An der New Yorker Wall Street war am Mittwoch der Dow Jones um 4,7 Prozent gefallen. Als Gründe für den Rückgang der Kurse nannten Händler auch die Änderungen beim US-Bankenrettungspaket und schlechte Nachrichten aus den Unternehmen. An der Frankfurter Börse startete der deutsche Leitindex DAX zunächst mit leichten Verlusten in den Handelstag, drehte dann aber ins Plus.

NEW YORK: Die Wirtschaftskrise lässt den Ölpreis immer weiter fallen. Ein Barrel kostete an diesem Donnerstag im Computerhandel zeitweise weniger als 55 Dollar. Der Ölpreis ist damit auf dem niedrigsten Stand seit Anfang 2007. Im vergangenen Juli hatte er einen Höchststand von fast 150 Dollar erreicht. - Das US-Energieministerium rechnet damit, dass die Nachfrage in den Vereinigten Staaten 2009 so stark zurückgeht wie seit fast dreißig Jahren nicht mehr. Die USA sind der größte Ölverbraucher der Welt.

BERLIN: Der Bundestag entscheidet an diesem Donnerstag über eine Verlängerung des Bundeswehr-Einsatzes im Anti-Terror-Kampf. Das seit sieben Jahren laufende Mandat für die US-geführte "Operation Enduring Freedom" - OEF - soll um 13 Monate verlängert werden. Allerdings soll die Obergrenze der deutschen Beteiligung von derzeit 1.400 auf 800 Soldaten gesenkt werden. Auch die Entsendung von 100 Soldaten des Kommandos Spezialkräfte - KSK - soll gestrichen werden. Dafür hatte der Bundestag Mitte Oktober das Kontingent für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr von 1.000 auf 1.400 Mann aufgestockt. Im Rahmen der OEF sind derzeit 100 deutsche Soldaten am Horn von Afrika und im Mittelmeer im Einsatz.

KABUL: Bei einem Selbstmordanschlag im Osten Afghanistans sind nach Militärangaben 20 Zivilisten und ein amerikanischer Soldat getötet worden. Mehr als 50 weitere Menschen wurden Agenturberichten zufolge bei dem Angriff auf einen Konvoi der US-Streitkräfte verletzt. Der Attentäter sprengte sich demnach nahe der pakistanischen Grenze mit seinem Auto in die Luft. Ein Polizeisprecher in Kabul sprach zunächst nur von sieben Toten.

ISLAMABAD: Im Nordwesten Pakistans ist ein iranischer Diplomat entführt und sein einheimischer Leibwächter getötet worden. Nach Angaben der örtlichen Polizei schossen Unbekannte zunächst auf das Auto des Diplomaten und verschleppten ihn dann in ihrem eigenen Fahrzeug. Der Vorfall ereignete sich in Peshawar nahe der Grenze zu Afghanistan. Erst am Mittwoch war in der Stadt ein amerikanischer Mitarbeiter einer Hilfsorganisation erschossen worden. Die Region gilt als Hochburg der radikalislamischen Taliban und des Terrornetzwerks El-Kaida.

PARIS: Der russische Präsident Dmitri Medwedew zeigt sich im Raketenstreit mit den USA kompromissbereit. Russland würde von einer Stationierung von Raketen in der russischen Exklave Kaliningrad, dem früheren Königsberg, absehen, wenn die neue US-Regierung vom Aufbau ihres Raketenschildes in Mitteleuropa Abstand nehme, so Medwedew in einem Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Figaro". Der künftige US-Präsident Barack Obama deutete an, die Frage zu überdenken. Medwedew warf der Bush-Regierung vor, die Raketenstationierung ohne Zustimmung Europas oder der NATO-Partner beschlossen zu haben. Er plädiere stattdessen für den Aufbau eines globalen Sicherheitssystems unter Mitwirkung der USA, Europas und Russlands.

MOSKAU: Das tödliche Unglück auf einem russischen Atom-U-Boot ist nach Erkenntnissen der zuständigen Untersuchungskommission von einem Besatzungsmitglied verursacht worden. Ein Matrose habe unerlaubt und ohne ersichtlichen Grund das Feuerlöschsystem ausgelöst, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Moskau mit. Durch das Anspringen der Löschanlage wurde das giftige Kältegas Freon freigesetzt. Bei der Havarie im Japanischen Meer waren am Samstag 20 Menschen erstickt, 21 weitere wurden verletzt. Gegen den Schuldigen sei ein Strafverfahren eingeleitet worden.

BERLIN: Die Bundesregierung will sich in der Ukraine um die Rückgabe von 87 Gemälden bemühen, die nach dem Zweiten Weltkrieg verschollen waren. Das Auswärtige Amt erklärte, deutsche Museen hätten einen Rechtsanspruch auf die Kunstwerke. Die Gemälde stammen eigentlich aus dem Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen. Zum Ende des Kriegs verschwanden sie aus Meißen, wohin sie ausgelagert worden waren. Kürzlich wurden sie von einem deutschen Touristen in einer Ausstellung im Kunstmuseum Simferopol auf der Krim entdeckt. Das ukrainische Museum lehnt eine Rückgabe der Gemälde ab. Zur Begründung verweist es darauf, seine eigene Sammlung sei im Zweiten Weltkrieg fast vollständig bei deutschen Luftangriffen zerstört worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich der Donau bedeckt und etwas Regen, ab 1.000 Metern auch Schnee. Sonst teils neblig-trüb, teils aufgelockerte Bewölkung und meist trocken. Höchstwerte zwischen fünf und elf Grad.

Hamburg: 6°, dunstig;

Berlin: 5°, nach Regen;

Dresden: 4°, wolkenlos

Köln/Bonn: 7°, leichter Regen;

Frankfurt am Main: 6°, stark bewölkt und

München: 5°, nach Regen.

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