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Nachrichten

Donnerstag, 13. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

JERUSALEM: Israel will nach einem Medienbericht das Nachbarland Libanon komplett von der Außenwelt abschneiden. Das israelische Armeeradio berichtet, Israel verhänge eine Blockade zu Luft, zu Wasser und zu Land. Dies erfolge im Rahmen der Einsätze zur Rückführung der beiden israelischen Soldaten. Diese waren am Dienstag von der radikal-islamischen Hisbollah in den Libanon verschleppt worden. Am Morgen sei die Marine in libanesische Gewässer eingedrungen, teilte das Militär mit. Zuvor hatte die israelische Luftwaffe den Süden Libanons mit einer Angriffswelle überzogen. Auch der Flughafen von Beirut wurde mit Raketen beschossen. Nach libanesischen Angaben wurden 27 Zivilisten getötet. Die Hisbollah antwortete mit dem Raketenbeschuss von Städten in Nordisrael. Dabei wurde nach israelischen Angaben eine Frau getötet.

JERUSALEM: Parallel zum Vorgehen im Libanon setzte das israelische Militär auch im Gazastreifen seine Offensive fort. Die Luftwaffe feuerte mehrere Raketen auf das palästinensische Außenministerium in Gaza-Stadt. Es stürzte teilweise ein. Nach Angaben von Ärzten wurden mindestens zehn Palästinenser verletzt. Die Armee teilte mit, das Ministerium sei von der Hamas zur Planung von Terroranschägen benutzt worden. Insgesamt starben seit Beginn der israelischen Offensive in dem Gebiet mindestens 70 Palästinenser. Im Zuge der Offensive will die Armee den Soldaten Gilad Schalit aufspüren, der Ende Juni von palästinensischen Extremisten entführt worden war.

STRALSUND: US-Präsident George W. Bush beginnt in Stralsund den offiziellen Teil seines dritten Deutschlandbesuchs. Auf dem Alten Markt der Hansestadt wird er in diesen Minuten von Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt. Anschließend wollen sich beide Politiker zu Konsultationen zurückziehen. Dabei will Merkel vor allem für ein gemeinsames Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran werben. Weitere Themen sind die Lage im Nahen Osten und die weltweite Energieversorgung. Zum Schutz des US-Präsidenten sind mehr als 10.000 Polizisten im Einsatz. Bundesweit sind zahlreiche Protestaktionen gegen den Besuch geplant.

NEU DELHI: Nach der Anschlagserie in Bombay hat die Polizei mehr als 180 Menschen in der westindischen Finanzmetropole vorübergehend festgenommen. 23 davon würden weiter verhört, meldet der Nachrichtensender NDTV unter Berufung auf die Polizei. Die Zahl der Toten stieg derweil auf 186. 772 Menschen waren verletzt worden, als am Dienstagabend Zeitbomben in sieben Vorortzügen explodierten. Als Hauptverdächtige gelten zwei muslimische Extremistengruppen. Nach den Spannungen vom Mittwoch bekannte sich die indische Regierung zum Friedensprozess mit Pakistan.

KANDAHAR: Mehrere hundert Rebellen haben im Süden Afghanistans die Polizeizentrale der Provinz Helmand angegriffen. Nach Angaben der Behörden wurden bei Kämpfen mindestens 19 Taliban getötet. Rund 200 Taliban waren mit Geländewagen in die Stadt Nawsad vorgefahren und hatten die Polizeizentrale umstellt. Bevor sie angriffen, forderten sie die Menschen auf, das Gebiet zu verlassen. Die Taliban, die 2001 von den USA gestürzt worden waren, haben in jüngster Zeit besonders in Südafghanistan ihre Angriffe verstärkt.

MEXIKO-STADT: Mehrere zehntausend Anhänger des knapp unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Andres Manuel Lopez Obrador haben sich in ganz Mexiko zu neuen Protesten versammelt. Sie zogen aus Gebirgsdörfern in die Industriestädte, um dann bis nach Mexiko-Stadt zu marschieren. Dort soll an diesem Sonntag eine Massenkundgebung stattfinden. Die Demonstranten werfen der Regierung von Präsident Vicente Fox Wahlbetrug vor und fordern eine Nachzählung der Wahlzettel per Hand. Laut amtlichem Ergebnis hat der konservative Bewerber Felipe Calderon die Präsidentenwahl gewonnen, jedoch mit weniger als 244.000 Stimmen Vorsprung. Dies entspricht nur 0,6 Prozent der abgegebenen Stimmzettel.

BANGKOK: In Thailand kommen die Regierungspartei von Ministerpräsident Thaksin Shinawatra und die größte Oppositionspartei wegen Wahlbetrugs vor Gericht. Das thailändische Verfassungsgericht ließ eine entsprechende Klage zu. Wie ein Gerichtssprecher mitteilte, droht beiden Parteien bei einem Schuldspruch sogar die Auflösung. In der Klage wird der Partei Thai Rak Thai, der oppositionellen Demokratischen Partei und drei kleineren Gruppierungen Betrug bei der Parlamentswahl vom 2. April vorgeworfen. Das Verfassungsgericht hat die Wahl im Mai schon für ungültig erklärt und eine Wiederholung angeordnet. Diese soll am 22. Oktober stattfinden.

VILNIUS: Die UNESCO hat die Liste des Weltkulturerbes um acht Stätten erweitert, darunter ein Panda-Reservat in der chinesischen Provinz Sichuan. Dies teilte eine Sprecherin der UN-Kultur- Organisation in der litauischen Hauptstadt Vilnius mit. Neu auf der Liste, die bisher 812 Stätten umfasste, ist zudem die Insel Malpelo bei Kolumbien. Auch die Bewerbungen von sechs Kulturdenkmälern wurden angenommen. Dazu zählen zwei prähistorische Stätten von Steinkunst in Tansania und Malawi sowie die grenzübergreifenden Steinkreise von Gambia und dem Senegal. - In Vilnius will das Weltkulturerbe-Komitee seine Gespräche an diesem Donnerstag fortsetzen und dabei über die Bewerbung von Regensburg entscheiden.

BERLIN: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück schließt Steuererhöhungen zur Finanzierung der Gesundheitsreform nicht aus. Wenn die Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt wie vorgesehen anstiegen, gehe es bald um zweistellige Milliardenbeträge, sagte Steinbrück der "Passauer Neuen Presse". Er rate daher zu Realitätssinn. Im Gegenzug zu Steuererhöhungen könnten die Sozialversicherungsbeiträge gesenkt werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst meist sonnig, später im Süden und in der Mitte vermehrt Quellwolken mit örtlichen Schauern und Gewittern. Tagestemperaturen bei 25 bis 31 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 13.07.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8myt
  • Datum 13.07.2006
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