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Nachrichten

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

JAKARTA: Bei den festgefahrenen Klimaverhandlungen auf Bali versucht die Europäische Union Druck auf die USA aufzubauen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel kündigte an, die EU werde nicht mehr an den von US-Präsident George W. Bush organisierten Klimagesprächen der größten Wirtschaftsnationen teilnehmen, wenn es auf Bali keine Einigung auf Emissionsziele der Industriestaaten gebe. Der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, warnte vor einem Scheitern der Konferenz. Bei dem Treffen, das am Freitag zu Ende gehen soll, wird seit Tagen darüber gestritten, ob sich die Industrieländer schon jetzt zu einer Verringerung ihrer Treibhausgase um 25 bis 40 Prozent bis 2020 verpflichten sollen. Deutschland und die EU fordern dies, die USA und andere Länder sind strikt dagegen.

BERLIN: Durch den Klimawandel gibt es nach Einschätzung internationaler Hilfsorganisationen mehr Naturkatastrophen. Die Zahl habe in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugelegt, die Zahl der Todesopfer habe sich verdoppelt. Im vergangenen Jahr waren rund 142 Millionen Menschen von Naturkatastrophen betroffen, 24.000 Menschen seien ums Leben gekommen, schreibt die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften in ihrem Weltkatastrophenbericht. Der durch Katastrophen entstandene Sachschaden betrage 34,5 Milliarden US-Dollar. Im vergangenen Jahr wurden 427 Naturkatastrophen gezählt, in diesem Jahr waren es bereits mehr als 500.

LISSABON: Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder unterzeichnen an diesem Donnerstag in der portugiesischen Hauptstadt den Vertrag zur Reform der Europäischen Union. Er ersetzt die 2005 in Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden gescheiterte EU-Verfassung. Der Reformvertrag soll die EU handlungsfähiger und demokratischer machen. Unter anderem wird es künftig einen EU-Präsidenten und eine Art europäischen Außenminister geben. - Der Reformvertrag soll nach dem Willen der Staats- und Regierungschefs Anfang 2009 in Kraft treten. Er muss vorher von allen Mitgliedsstaaten ratifiziert werden. In Irland wird es eine Volksabstimmung geben.

DRESDEN: Die angeschlagene Sächsische Landesbank ist gerettet. Das Land Sachsen gewährt eine Ausfall-Bürgschaft von 2,75 Milliarden Euro für riskante Anlagen der Sachsen LB. Über die Bürgschaft muss noch das Parlament entscheiden. Die Landesbank Baden-Württemberg LBBW hatte die Sachsen LB im August übernommen. Die Länder Baden-Württemberg und Sachsen stritten sich seitdem aber über die Übernahme der Kreditrisiken in Höhe von 43 Milliarden Euro, die die Sachsen LB wegen riskanter Geschäfte auf dem US-Hypothekenmarkt angehäuft hatte. In die entscheidenden Verhandlungen waren zuletzt auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin und die Bundesbank involviert.

BERLIN: Die Flugzeugstaffel der Bundesregierung wird erneuert. Der Haushaltsausschuß des Bundestages beschloss, sechs neue Mittelstrecken-Maschinen anzuschaffen. Damit sollen ältere Flugzeuge ersetzt werden, die mehrfach ausfielen oder nur eingeschränkt nutzbar sind. Das Paket kostet insgesamt 615 Millionen Euro einschließlich Raketenabwehr, Pilotenausbildung und Wartung bis zum Jahr 2019. - Mit ihrer Entscheidung setzten sich die Haushaltspolitiker der Koalition über Bedenken des Bundesrechnungshofes hinweg. Nach dessen Auffassung hätten vier neue Flugzeuge gereicht.

BERN: In der Schweiz ist die seit 1959 praktizierte Regelung geplatzt, wonach alle großen Parteien gemäß des Prinzips der Konkordanz an der Regierung beteiligt sind. Die stärkste Parlamentsfraktion, die nationalkonservative Volkspartei SVP, kündigte den Gang in die Opposition an, nachdem ihr umstrittener Spitzenkandidat Christoph Blocher am Mittwoch nicht wieder in die Regierung gewählt worden war. Statt Blocher hatten eine Mehrheit von Christdemokraten, Sozialdemokraten und Grünen gegen den Willen der SVP-Führung die als gemäßigt geltende Volkspartei-Politikerin Eveline Widmer-Schlumpf gewählt. Sie nahm ihre überraschende Wahl an und wurde daraufhin aus der SVP ausgeschlossen.

BELGRAD: Vor dem Hintergrund der Unabhängigkeitsbestrebungen der Provinz Kosovo wird in Serbien am 20. Januar ein neuer Präsident gewählt. Diesen Termin gab Parlaments-Präsident Oliver Dulic in Belgrad bekannt. - Der Kosovo-Konflikt dürfte nach Ansicht von Beobachtern zu einem zentralen Thema des Wahlkampfs werden. Ein Sieg des nationalistischen Kandidaten Tomislav Nikolic sei möglich, hieß es in Korrespondentenberichten. Nikolic tritt gegen den pro-westlichen Amtsinhaber Boris Tadic an.

NEW YORK: Ein Vorstoß Russlands im UN-Sicherheitsrat für neue Verhandlungen über den künftigen Status der serbischen Provinz Kosovo ist bei den westlichen Staaten auf Ablehnung gestoßen. Die Chancen für Verhandlungen seien erschöpft, erklärten die UN-Botschafter der USA und Großbritanniens. - Der Weltsicherheitsrat will sich am 19. Dezember mit dem Bericht der so genannten Kosovo-Troika über ihre gescheiterten Vermittlungsbemühungen zwischen den Kosovo-Albanern und Serbien befassen. Die Kosovo-Albaner fordern die Unabhängigkeit der Provinz. Serbien will - unterstützt von Russland - nur eine Autonomie zugestehen.

NEU DELHI: Bei einem Bombenanschlag auf einen Zug im Nordosten Indiens sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Vier Personen hätten Verletzungen erlitten, teilte die Eisenbahngesellschaft weiter mit. Die Polizei vermutet die Separatistengruppe ULFA hinter der Tat, die für die Loslösung des Unionsstaates Assam von Indien kämpft.

SANTO DOMINGO: Durch den Tropensturm 'Olga' sind in der Karibik mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Besonders betroffen war der Norden der Dominikanischen Republik, wo mehrere Ortschaften überflutet wurden. Allein dort kamen elf Menschen ums Leben. - 'Olga' war der voraussichtlich letzte Sturm der Hurrikan-Saison 2007 in Amerika. - Im südostasiatischen Malaysia kamen bei schweren Überschwemmungen mindestens zwölf Menschen ums Leben.

SAN DIEGO: Im Alter von 76 Jahren ist der amerikanische Rock-Pionier Ike Turner gestorben. Das bestätigte sein Manager, ohne Angaben zur Todesursache zu machen. Der Ex-Ehemann von Tina Turner gilt zusammen mit seiner Band 'The Kings of Rhythm' als einer der frühen Wegbereiter des Rock'n'Roll. Ike Turners 1951 erschienene Single 'Rocket 88' wird in der Musikszene als die erste Aufnahme des damals noch jungen Genres angesehen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, nur wenig Auflockerungen. Gebietsweise etwas Regen. Im Bergland oberhalb von 500 Meter Schnee. Tageswerte zwischen ein und sieben Grad.

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