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Nachrichten

Donnerstag, 12. Juni 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

DUBLIN: Die Wähler in Irland stimmen an diesem Donnerstag über den EU-Reformvertrag ab. Irland ist der einzige der 27 EU-Staaten, der eine Volksabstimmung über den Vertrag von Lissabon abhält. Nach letzten Meinungsumfragen liegen Befürworter und Gegner nahezu gleichauf. Unklar ist, was im Falle einer Ablehnung passiert. Der Reformvertrag kann nur in Kraft treten, wenn alle EU-Länder zugestimmt haben. Bisher wurde er von den Parlamenten in 17 Mitgliedstaaten ratifiziert - zuletzt am Mittwoch in Griechenland, Finnland und Estland. Der Vertrag soll die EU auf eine neue Rechtsgrundlage stellen und vor allem die Arbeitsweise der Gemeinschaft verbessern.

BERLIN: Mit einem Festakt im Wirtschaftsministerium hat die Bundesregierung die Einführung der D-Mark vor 60 Jahren und den damit verbundenen Startschuss für die soziale Marktwirtschaft gewürdigt. Im Juni 1948 legte der spätere Wirtschaftsminister und Kanzler Ludwig Erhard mit der Entscheidung für die Währungsreform den Grundstein für das deutsche Wirtschaftswunder. Der Präsident des Münchner ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, sprach von einem Erfolgsmodell, das für Wachstum und Wohlstand gesorgt habe. Dieses werde derzeit jedoch durch staatliche Eingriffe, wie den geplanten Mindestlohn, gefährdet, sagte Sinn in einem Interview der Deutschen Welle.

BERLIN: Union und SPD wollen Familien mit Kindern, Arbeitnehmer und die Wirtschaft weiter entlasten. Bei einer Runde im Kanzleramt einigten sie sich darauf, das Kindergeld und den Kinderfreibetrag im nächsten Jahr zu erhöhen. Auch über eine weitere Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung herrscht Einvernehmen. Ein Durchbruch wurde bei der Reform der Kfz-Steuer erzielt. Ab 2010 soll sie nicht mehr den Ländern sondern dem Bund zufließen. Um einen Anreiz zum Kauf umweltfreundlicher Fahrzeuge zu schaffen, bemisst sich die Steuer dann am Kohlendioxyd-Ausstoß. Strittig bleibt in der großen Koalition die Einführung von Mindestlöhnen in weiteren Branchen.

BERLIN: Verteidigungsminister Franz Josef Jung will das deutsche Bundeswehr-Kontingent in Afghanistan aufstocken. Ein Grund dafür sei, dass die Bundeswehr von Juli an im Norden des Landes die Schnelle Eingreiftruppe stelle, sagte Jung im Deutschlandfunk. Zahlen nannte er nicht. Bisher stellt die Bundesswehr knapp 3.500 Soldaten. In Paris findet eine neue Afghanistan-Geberkonferenz mit Vertretern aus 80 Ländern statt. Sie wollen ausloten, wie die finanzielle Aufbauhilfe effektiver eingesetzt werden kann. Um Armut und Korruption in Afghanistan zu bekämpfen, wären nach Angaben von Präsident Hamid Karsai 30 Milliarden Euro in den kommenden Jahren notwendig.

PEKING: Bei ihren ersten direkten Gesprächen seit fast zehn Jahren haben sich China und Taiwan auf die Einrichtung ständiger Vertretungen geeinigt. Dies teilte der Sprecher der taiwanischen Delegation nach dem Treffen in Peking mit. Die Vertretungen sollten vor allem Visa-Anfragen bearbeiten, was derzeit noch von Büros in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong erledigt wird. Ein weiteres Thema war die Aufnahme eines erweiterten Charterflugverkehrs. Zwischen China und Taiwan gibt es seit fast 60 Jahren keine fahrplanmäßigen Reiseverbindungen mehr. Am Freitag wird der taiwanische Chefunterhändler Chiang Pin-kin auch mit Chinas Staatschef Hu Jintao zusammentreffen. Dabei soll nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua auch ein Abkommen unterzeichnet werden.

TOKIO: In Japan hat das Unterhaus Ministerpräsident Yasuo Fukuda demonstrativ den Rücken gestärkt. 336 Abgeordnete sprachen Fukuda das Vertrauen aus, zehn stimmten dagegen. Die Opposition hatte die von den regierenden Liberaldemokraten durchgesetzte Abstimmung mehrheitlich boykottiert. Mit dem Votum reagierten die Abgeordneten auf die Niederlage des Regierungschefs im Oberhaus, der zweiten japanischen Parlamentskammer. Das von der Opposition dominierte Oberhaus hatte am Mittwoch Fukuda als erstem Ministerpräsidenten in der Geschichte Japans das Misstrauen ausgesprochen. Fukuda steckt unter anderem wegen einer Gesundheitsreform im Umfragetief.

OTTAWA: Die kanadische Regierung hat sich bei den indianischen Ureinwohnern offiziell entschuldigt. Vor dem Parlament bezeichnete Premierminister Stephen Harper das Geschehene als einen 'traurigen Abschnitt' in der kanadischen Geschichte und bat um Vergebung. Bis in die siebziger Jahre wurden in Kanada etwa 150.000 Kinder der Indianer, Inuit und anderer Ureinwohner von ihren Eltern getrennt und zur Umerziehung in Internate gezwungen. Die Regierung zahlt den Betroffenen eine Entschädigung von umgerechnet 3,2 Milliarden Euro.

LONDON: Terrorverdächtige dürfen in Großbritannien künftig bis zu 42 Tage ohne Anklage inhaftiert werden. Das Unterhaus in London billigte mit einer Mehrheit von neun Stimmen eine Verschärfung der Anti-Terror-Gesetze. Bisher hatte die zulässige Haftdauer bei maximal 28 Tagen gelegen. Da die regierende Labour Party über eine Mehrheit von 65 Abgeordneten verfügt, müssen etliche Labour-Abgeordnete mit Nein votiert haben. Der anschlagene Premierminister Gordon Brown hatte die Abstimmung als Votum für seine politische Glaubwürdigkeit gewertet. Nach der Schlappe bei den Kommunalwahlen im Mai hätte eine neuerliche Niederlage das Aus für Brown bedeuten können, der erst seit einem Jahr im Amt ist. Das Oberhaus muss die Vorlage noch billigen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: An Nord- und Ostsee sowie im Nordosten meist heiter. Weiter südlich einzelne Schauer oder Gewitter. Temperaturen zwischen 13 und 20 Grad Celsius.

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