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Nachrichten

Donnerstag, 12. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

TOKIO: In der japanischen Hauptstadt beschäftigen sich Vertreter von 21 Ländern unter Leitung der Weltgesundheitsorganisation mit dem Ausbreiten der Vogelgrippe unter Menschen. Um die Seuche weltweit einzudämmen würden nach Angaben der Vereinten Nationen 1,5 Milliarden Dollar benötigt. In Asien und der Türkei sind bereits etwa 80 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Wegen der in der Türkei grassierenden Seuche haben mehrere Nachbarstaaten ihre Grenzkontrollen verschärft. Der deutsche Agrarminister Horst Seehofer kündigte eine mögliche Stallpflicht für Zuchtgeflügel im Frühjahr an. Zudem sollten Grenzkontrollen gegen illegale Einfuhren von Geflügel und Geflügelprodukten verstärkt werden.

MÜNCHEN: Der Iraker Amin Lokman Mohammed ist wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und Schleuserei zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Lokman hatte gestanden, die Ausreise so genannter Gotteskrieger in den Irak organisiert zu haben. Außerdem habe er Iraker nach Deutschland und in andere europäische Länder geschleust und die Terrorgruppe Ansar al Islam mit Geld unterstützt. Lokman war vor zwei Jahren in München festgenommen worden und saß seither in Untersuchungshaft. Deutschland hat den Tatbestand der Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorgruppe nach den Anschlägen von New York 2001 neu ins Strafgesetz aufgenommen.

BERLIN: Der Bundesnachrichtendienst soll laut Medienberichten die amerikanischen Truppen während des Irak-Kriegs aktiv unterstützt haben. Die 'Süddeutsche Zeitung' und das Deutsche Fernsehen berichten, BND-Mitarbeiter hätten im Frühjahr 2003 das US-Militär mit Informationen versorgt. Der deutsche Auslandsgeheimdienst bestätigte den Berichten zufolge die Anwesenheit der Agenten. Die rot-grüne Regierung des damaligen Kanzlers Gerhard Schröder hatte stets beteuert, sie lehne den Irak-Krieg ab und beteilige sich daher nicht an ihm. Bei der Opposition lösten die Berichte Empörung aus.

BERLIN: Politiker von Regierung und Opposition haben Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, bei ihrem bevorstehenden Besuch in den USA klare Forderungen im Hinblick auf die Einhaltung der Menschenrechte zu verlangen. Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse appellierte in der 'Leipziger Volkszeitung' an Merkel, bei ihrem Treffen mit Präsident George W. Bush das Gefangenenlager Guantanamo direkt anzusprechen. Merkel solle -so wie sie es im Vorfeld bereits getan habe- verdeutlichen, dass das Lager auf Kuba keine Dauereinrichtung sein dürfe. Auch Innenminister Wolfgang Schäuble sprach sich für die Schließung des Lagers aus. Merkel reist an diesem Donnerstag erstmals als Bundeskanzlerin nach Washington.

WIESBADEN: Boomende Exporte und steigende Investitionen haben der deutschen Wirtschaft 2005 zu einem leichten Wachstum verholfen. Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt im abgelaufenen Jahr um 0,9 Prozent. Während die Exporte deutlich stiegen, blieb der private Konsum schwach. Das Staatsdefizit überschritt mit 3,5 Prozent erneut die Grenze des Euro-Stabilitätspaktes. Seit langem gibt es darüber Streit mit der Europäischen Kommission in Brüssel. Ein Strafverfahren gegen Deutschland liegt derzeit auf Eis.

WASHINGTON: Der eskalierende Atomstreit mit dem Iran läuft nach Einschätzung der USA auf ein Einschalten des UN-Sicherheitsrates zu. Beratungen über mögliche Strafen seien wahrscheinlicher als je zuvor, sagte Außenamtssprecher Sean McCormack. UN-Generalsekretär Kofi Annan zeigte sich besorgt und erklärte, er unterstütze die diplomatischen Bemühungen der Europäischen Union und Russlands. An diesem Donnerstag treffen sich die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Großbritannien mit dem EU-Außenbeauftragen Javier Solana zu einem Krisengespräch in Berlin. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, es werde ausgelotet, ob es noch Spielraum für weitere Verhandlungen mit dem Iran gebe.

ISTANBUL: Fast 25 Jahre nach den Schüssen auf Papst Johannes Paul den Zweiten auf dem Petersplatz ist der Attentäter Mehmet Ali Agca vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Seit dem Jahr 2000 hatte Agca in der Türkei eine Haftstrafe wegen des Mordes an einem türkischen Journalisten verbüßt. Zuvor war er in Italien wegen des Attentates verurteilt und inhaftiert worden. Agca hatte am 13. Mai 1981 auf Johannes Paul geschossen und ihn dabei lebensgefährlich verletzt.

SYDNEY: Die USA und Australien wollen mit Millioneninvestionen in emmissionsarme Technologien zum Klimaschutz beitragen. Zum Abschluss einer regionalen Klimakonferenz in Sydney kündigten beide Länder an, insgesamt 127 Millionen US-Dollar in entsprechende Projekte fließen zu lassen. Neben den USA und Australien nahmen Japan, China, Indien und Südkorea an dem Treffen teil. Die USA und Australien lehnen das so genannte Kyoto-Protokoll mit konkreten Grenzen für klimaschädliche Abgase ab. Umweltschutzorganisationen kritisierten die Konferenz vor diesem Hintergrund als Ablenkungsmanöver.

LOS ANGELES: Der US-Regisseur Robert Altman wird in diesem Jahr den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk erhalten. Das gab die Jury in Los Angeles bekannt. Der mittlerweile 80-Jährige hat in seiner Karriere 86 Filme für Kino und Fernsehen gedreht, darunter Klassiker wie die
Anti-Kriegskomödie 'MASH', das Country-Musik-Drama 'Nashville' oder den Episodenfilm 'Short Cuts'.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vielfach bewölkt oder neblig-trüb. Nur in Bayern heitere Abschnitte. Höchstwerte zwischen minus drei und plus sechs Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 3 Grad, Nebel;
Berlin: 3 Grad, dunstig;
Dresden: minus 3 Grad, Regen;
Köln/Bonn: 2 Grad, stark bewölkt ;
Frankfurt am Main: 1 Grad, dunstig und
München: minus 5 Grad, leicht bewölkt.

  • Datum 12.01.2006
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