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Nachrichten

Donnerstag, 10. Mai 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag

LONDON: Der britische Premierminister Tony Blair hat seinen Rücktritt für den 27. Juni angekündigt. Blair sagte in seinem Wahlkreis in Nordengland, er werde sein Amt übergeben, sobald ein Nachfolger als Führer der Labour-Partei gewählt worden sei. In Großbritannien wird das Amt des Premierministers traditionell mit dem Chef der Mehrheitspartei besetzt. Als wahrscheinlicher Nachfolger gilt Schatzkanzler Gordon Brown. Blair hatte seit 1997 drei aufeinander folgende Wahlsiege errungen. Er wurde damit zum erfolgreichsten Labour-Politiker, hatte aber zuletzt vor allem wegen des Irak-Kriegs und wegen zahlreicher Skandale seiner Minister viel an Unterstützung verloren.

BONN: Bei der Deutschen Telekom steht ein Streik unmittelbar bevor. In einer Urabstimmung sprachen sich die Beschäftigen mit großer Mehrheit für die Arbeitsniederlegung aus. Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Lothar Schröder, teilte in Bonn mit, mehr als 96 Prozent der befragten Gewerkschaftsmitglieder hätten sich für den Arbeitskampf ausgesprochen. Der Streik werde bereits an diesem Freitag beginnen, so Schröder. Damit steht die Telekom vor dem ersten Streik seit der Privatisierung vor zwölf Jahren. Hintergrund des Arbeitskampfes ist die geplante Ausgliederung von 50.000 Beschäftigten, die in Service-Gesellschaften zu schlechteren Bedingungen arbeiten sollen. Telekom-Chef René Obermann hatte den Reformkurs und die damit verbundenen Sparpläne zuvor noch einmal als alternativlos bezeichnet. Er rief Verdi auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

BERLIN: Nach den bundesweiten Durchsuchungen bei Gegnern des G8-Gipfels ist eine Diskussion über die Verhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes entbrannt. Der stellvertretende Unions-Fraktionschef Wolfgang Bosbach verteidigte die Razzia wegen des Verdachts auf gewalttätige Aktionen während des Gipfeltreffens. Der CDU-Politiker sagte, gegen gewaltbereiten Extremismus müsse entschieden vorgegangen werden, egal ob von rechts oder links. Grünen-Chefin Claudia Roth warnte davor, wegen einzelner gewaltbereiter Gruppen eine ganze Bewegung zu kriminalisieren und in eine terroristische Ecke zu stellen. Am Mittwoch hatten Sicherheitskräfte zahlreiche Einrichtungen und Wohnungen der linksautonomen Szene und von G8-Gegnern durchsucht. Gegen das Vorgehen der Polizei demonstrierten am Abend Anhänger der linken Szene in mehreren deutschen Städten. In Hamburg kam es dabei zu Ausschreitungen.

PRAG: Tschechien und die USA haben Verhandlungen über die Errichtung einer US-Radaranlage in Böhmen aufgenommen. Ein Sprecher der tschechischen Regierung sagte, bei den zweitägigen Gesprächen in Prag gehe es vor allem um den rechtlichen Status stationierter US-Soldaten. Die USA wollen in Polen, Tschechien und dem Kaukasus Abfangraketen stationeren. Während die Regierung in Washington das System vor allem als Schutz gegen mögliche Angriffe des Iran sieht, fühlt sich Russland in seiner Sicherheit bedroht und leistet massiven Widerstand.

BRASILIA: Papst Benedikt der Sechzehnte ist zu seinem ersten Lateinamerika-Besuch in Brasilien eingetroffen. Das katholische Kirchenoberhaupt wurde am Flughafen von São Paulo von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva empfangen. Zum Auftakt seines Besuchs bekräftigte der Papst seine strikte Ablehnung der Abtreibung. Der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff forderte in einem Interview der Deutschen Welle den Papst auf, während seines Aufenthaltes auch Stellung zu den großen sozialen Problemen und der fortschreitenden Umweltzerstörung in Brasilien zu nehmen.

GAZA-STADT: Im Gazastreifen haben erstmals Polizisten der Palästinensergruppen Hamas und Fatah im Rahmen eines gemeinsamen Sicherheitsplans Stellungen bezogen. Die ehemals verfeindeten Sicherheitskräfte würden nun die gleichen Uniformen tragen und ihre Befehle vom Innenministerium erhalten, teilte ein Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas mit. Mit dem Sicherheitsplan wollen die radikalislamische Hamas und die gemäßigtere Fatah die gewaltsamen Auseinandersetzungen untereinander beenden. Im vergangenen Jahr waren bei Straßenkämpfen mindestens 400 Menschen getötet worden.

BERLIN: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat sich für eine stärkere Einbindung Chinas in die Gruppe der führenden Industrieländer - G7/G8 - ausgesprochen. In einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters sagte der Minister, die führenden Industrienationen könnten auf Dauer keine weltweiten Probleme diskutieren, ohne China, aber auch andere aufstrebende Länder wie Indien, Südafrika, Brasilien und Australien dabeizuhaben. Steinbrück forderte, der G7-Kreis solle sich langfristig für diese Länder öffnen. Er räumte aber ein, dass dies für die Zeit der deutschen Präsidentschaft in der G7/G8 noch kein Thema sei.

DILI: Bei der Präsidentenwahl in Osttimor steht Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta vor dem Sieg. Wie die Wahlkommission nach Auszählung von fast 90 Prozent der Stimmen mitteilte, entschieden sich rund 73 Prozent für den jetzigen Ministerpräsidenten. Ramos-Horta lag damit überraschend klar vor seinem Kontrahenten in der Stichwahl, dem früheren Guerillakämpfer Francisco "Lu-Olo" Guterres von der Fretilin, der größten Partei in Osttimor. Das offizielle Ergebnis wird am Freitag erwartet. Der Gewinner wird Nachfolger von Amtsinhaber Xanana Gusmao, der dem Inselstaat seit dessen Unabhängigkeit von Indonesien 2002 als Staatsoberhaupt vorstand.

MOSKAU: Der staatliche russische Rosneft-Konzern hat den Zuschlag für weitere Unternehmen aus der Konkursmasse des Öl-Unternehmens Yukos bekommen. Für umgerechnet rund 4,7 Milliarden Euro ersteigerte Rosneft eine Ölfördergesellschaft und mehrere große Raffinerien. Erst vor wenigen Wochen hatte Rosneft die Zuschläge für wichtige Teile des Yukos-Imperiums erhalten. Analysten zufolge dürfte Rosneft damit zum größten russischen Ölkonzern aufsteigen. Yukos war einst der größte Ölkonzern Russlands. Das Unternehmen war von dem Geschäftsmann Michail Chodorkowski aufgebaut worden. Chodorkowski sitzt seit Oktober 2003 in Haft.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet trüb und regnerisch. An den Küsten und südlich des Mains freundlich mit Aufheiterungen, teils stürmischer Wind. Höchsttemperaturen 14 bis 26 Grad.

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