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Nachrichten

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

OSLO: US-Präsident Barack Obama ist in der norwegischen Hauptstadt Oslo eingetroffen, wo er am Nachmittag den Friedensnobelpreis entgegennehmen will. Obama ist nach Theodore Roosevelt und Woodrow Wilson der dritte amerikanische Präsident, der die renommierte Auszeichnung während seiner Amtszeit erhält. Es wird erwartet, dass er sich dazu äußert, warum er trotz seiner Bemühungen um den Frieden 30.000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schickt. - Die anderen Nobelpreise werden in Stockholm überreicht. Den Literaturnobelpreis nimmt die deutsche Schriftstellerin Herta Müller entgegen. Die Preise sind mit je rund einer Million Euro dotiert.

KOPENHAGEN: Auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen ist der pazifische Inselstaat Tuvalu mit einem Antrag gescheitert, die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Der Antrag wurde von vielen kleinen Inselstaaten und armen Ländern unterstützt. China, Indien, das ölreiche Saudi-Arabien und andere größere Länder lehnten ihn ab. Die reichen Industriestaaten meldeten sich nicht zu Wort. Sie haben sich auf einen Anstieg der globalen Temperatur um zwei Grad verständigt, bezogen auf die Messwerte vor der Industrialisierung. Die Inselstaaten und viele afrikanische Länder befürchten bei einem zu hohen Temperaturanstieg schwere Überschwemmungen oder Dürren.

WASHINGTON: Die Weltbank fördert den Bau von Solarkraftwerken in fünf arabischen Ländern. Der hauseigene Fonds für saubere Energien werde in den kommenden drei bis fünf Jahren 750 Millionen Dollar für den Bau von elf thermischen Solarkraftwerken in Algerien, Ägypten, Jordanien, Marokko und Tunesien bereitstellen, teilte die Weltbank mit. Diese Anfangsfinanzierung werde zudem rund 4,85 Milliarden Dollar von anderen Investoren mobilisieren. Die Kraftwerke sollen rund ein Gigawatt Strom erzeugen und damit die derzeitige Leistung thermischer Solarkraftwerke weltweit verdreifachen. Solche Anlagen wandeln das Sonnenlicht indirekt in elektrischen Strom um.

PJÖNGJANG: Der US-Sondergesandte Stephen Bosworth hat seine Gespräche in Nordkorea als "sehr nützlich" bezeichnet. Dies meldet die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Der Diplomat beendete seinen dreitägigen Besuch in Pjöngjang und flog nach Südkorea zurück. Er will nun in Peking, Tokio und Moskau Bericht erstatten. Bosworth war mit dem Ziel nach Pjöngjang gereist, die internationalen Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm wieder zu beleben. Nach der scharfen Kritik an seinem zweiten Atombombentest hatte Nordkorea im April die Sechs-Länder-Gespräche abgebrochen. An ihnen sind neben beiden koreanischen Staaten die USA, China, Russland und Japan beteiligt.

MANILA: Bewaffnete haben im Süden der Philippinen bei einem Überfall auf eine Grundschule 65 Zivilisten in ihre Gewalt gebracht. Nach Angaben der Armee ereignete sich die Aktion in einer Region, in der kommunistische Rebellen aktiv sind. Kurz danach ließen die Entführer 18 Geiseln, die meisten davon Schüler, frei. Erst Ende November waren im Süden der Philippinen 57 verschleppte Zivilisten getötet worden. Für die Bluttat wird der Familienclan der Ampatuan verantwortlich gemacht. Er stand bis vor kurzem der Staatspräsidentin Gloria Arroyo nahe. In der Provinz Maguindanao wurde nach dem Massaker das Kriegsrecht verhängt.

TEGUCIGALPA: Nach zweieinhalb Monaten Aufenthalt in der brasilianischen Botschaft von Honduras plant der gestürzte Präsident Manuel Zelaya, nach Mexiko auszureisen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Tegucigalpa teilte mit, für Zelaya sei ein Pass mit der Zusicherung freien Geleits ausgestellt worden. Die mexikanische Regierung habe ein Flugzeug geschickt, das Zelaya und seine Familie aufnehmen solle. Der linksgerichtete Politiker kehrte am 21. September nach Tegucigalpa zurück, nachdem er Ende Juni von Soldaten entmachtet und nach Costa Rica abgeschoben worden war. - Trotz internationaler Unterstützung scheiterte Zelaya mit dem Versuch, seine Wiedereinsetzung im Präsidentenamt zu erreichen. Inzwischen wurde der konservative Geschäftsmann Porfirio Lobo zum Präsidenten gewählt, er soll am 27. Januar sein Amt antreten.

JERUSALEM: Tausende Israelis haben gegen die von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beschlossene Aussetzung jüdischer Ansiedlungen im Westjordanland protestiert. Die Kundgebung im Zentrum von Jerusalem richtete sich gegen ein entsprechendes zehnmonatiges Moratorium. Den Veranstaltern zufolge beteiligten sich mehr als 10.000 Menschen an dem Protest. Das Moratorium hatte Netanjahu unter dem Druck der USA Ende November verkündet. Bereits im Bau befindliche Wohnungen und öffentliche Bauten in Ost-Jerusalem nahm er jedoch ausdrücklich von dem Beschluss aus. Die Siedlungsfrage ist einer der zentralen Streitpunkte in der Nahostpolitik.

BERLIN: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat gemeinsam mit dem britischen Premierminister Gordon Brown eine weltweite Sondersteuer auf Bonuszahlungen für Bankmanager gefordert. Großbritannien hatte kürzlich eine hohe Sondersteuer auf Banker-Boni eingeführt. In Deutschland lehnt die Regierungskoalition laut einem Bericht der "Berliner Zeitung" Sondersteuern auf Bonuszahlungen ab. Entsprechende Steuerverschärfungen würden ausgeschlossen. Der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold hingegen äußerte die Hoffnung, dass das britische Gesetz Signalwirkung für weitere Staaten entfalte.

BERLIN: Die Informationen über den umstrittenen Luftangriff auf zwei entführte Tanklaster bei Kundus in Afghanistan werden immer unübersichtlicher. Jetzt berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Bundeswehrkreise und Bundeswehrberichte, die Elite-Einheit KSK (Kommando Spezialkräfte) sei im deutschen Feldlager Kundus an den Entscheidungsprozessen beteiligt gewesen. Unterdessen gerät Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in der Kundus-Affäre weiter unter Druck. Grund dafür ist ein Bericht des Internationalen Roten Kreuzes, der dem Minister schon am 6. November vorgelegen haben soll. Das Rote Kreuz spricht in einem Report von 74 zivilen Opfern - unter ihnen auch einige Kinder. Guttenberg hatte damals trotzdem erklärt, der von einem deutschen Oberst veranlasste Luftangriff sei "militärisch angemessen gewesen". Diese Aussage zog der Minister in der vergangenen Woche zurück.

BONN: Die Kultusminister der deutschen Bundesländer beraten an diesem Donnerstag über Reformen an den Hochschulen. Es wird erwartet, dass die Minister bei ihrer Konferenz in Bonn ein neues Konzept für die umstrittenen Bachelor- und Masterstudiengänge beschließen. Tausende Studenten haben angekündigt, in mehreren Städten Deutschlands gegen die Studienreformen der vergangenen Jahre zu protestieren. - Unterdessen berichtet die "Financial Times Deutschland", dass die Bundesregierung den Bundesländern konkrete Hilfen für die Bildungspolitik anbieten will. So soll der Bund unter anderem ein "Qualitäts- und Mobilitätspaket" planen, dass der Verbesserung der Lehre an den Hochschulen dienen soll.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem in der Nordwesthälfte fällt Regen. Nach Osten hin ist es zum Teil klar. Im Süden und in der Mitte ist es windig. Tagestemperaturen vier bis zwölf Grad Celsius.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 6 Grad, Regen;

Berlin: 2 Grad, wolkig;

Dresden: 2 Grad, neblig;

Köln/Bonn: 10 Grad, bewölkt;

Frankfurt am Main: 5 Grad, Regen;

München: 3 Grad, bewölkt.

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