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Nachrichten

Donnerstag, 10. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Mit einer Gedenkstunde hat der Bundestag an die Zerstörung der Demokratie in Deutschland vor 75 Jahren erinnert. Im März 1933 hatte der Reichstag mit der Verabschiedung des sogenannten Ermächtigungsgesetzes den Weg für die Diktatur Adolf Hitlers freigemacht. Damals sei die Demokratie auch am Versagen ihrer demokratischen Repräsentanten gescheitert, sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert bei der Gedenkstunde in Berlin. Der Untergang der Weimarer Republik sei weder 'zufällig noch zwangsläufig' gewesen. - 1933 hatten im Reichstag lediglich die 94 anwesenden SPD- Abgeordneten gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt. Die bürgerlichen Parteien stimmten hingegen geschlossen dafür und verhalfen damit den Nationalsozialisten zur erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit.

SAN FRANCISCO: Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot ist in San Francisco der olympische Fackellauf für die Sommerspiele in Peking fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne gegangen. Um das zu erreichen, hatten die Organisatoren im US-Bundesstaat Kalifornien die Route kurzfristig noch einmal gekürzt und verändert. Die geplante Abschlussfeier wurde ganz gestrichen. Dennoch kam es am Rande des Laufes zu Rangeleien. Entlang der ursprünglich geplanten Strecke hatten sich tausende Menschen versammelt, die gegen das chinesische Vorgehen in Tibet und gegen Menschenrechtsverletzungen in der Volksrepublik protestieren wollten. Mittlerweile ist das olympische Feuer auf dem Weg nach Argentinien.

KANDAHAR: Bei einem Selbstmordanschlag im Süden Afghanistans sind mindestens acht Zivilisten getötet worden. Kurz nach der Durchfahrt eines Konvois mit kanadischen NATO-Soldaten habe sich der Attentäter in der Provinzhauptstadt Kandahar mit seinem Auto in die Luft gesprengt, teilte die Polizei mit. Mehr als 20 Menschen, darunter zwei Polizisten, hätten Verletzungen erlitten. - Bei einem Anschlag auf eine Bundeswehr-Patrouille bei Kundus in Nordafghanistan wurde niemand verletzt. Der Sprengsatz detonierte zwischen zwei gepanzerten Fahrzeugen, wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam berichtete.

DÜSSELDORF: In der Affäre um die Ausbildung libyscher Sicherheitskräfte durch deutsche Polizisten stellt sich die Staatsanwaltschaft Düsseldorf auf längere Ermittlungen ein. Die Auswertung des sichergestellten Schulungsmaterials in arabischer Sprache und der beschlagnahmten Computer-Festplatten werde einige Wochen in Anspruch nehmen, sagte Oberstaatsanwalt Johannes Mocken. Das Parlamentarische Kontrollgremium für die Geheimdienste wies Vorwürfe zurück, der Bundesnachrichtendienst sei an Ausbildungseinsätzen in Libyen beteiligt gewesen. Weder die Opposition noch die Regierungsparteien wollen einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss beantragen.

HARARE: Simbabwes Präsident Robert Mugabe hat nach Angaben der Opposition Truppen im gesamten Land stationiert. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai bezeichnete das Vorgehen des umstrittenen Machthabers als 'Militärputsch'. Mugabe wolle die Bevölkerung vor einer möglichen Stichwahl einschüchtern, um sich selbst zum Wahlsieg zu verhelfen. Obwohl das offizielle Wahlergebnis der Präsidentschaftswahl vom 29. März noch immer nicht veröffentlicht worden ist, hat die Regierungspartei bereits eine Stichwahl zwischen Mugabe und Tsvangirai für den 19. April angekündigt. Der Oppositionsführer bemüht sich derzeit bei einer Reise durch die Nachbarländer um Unterstützung. Die Staaten der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft - SADC - wollen am Samstag auf einem Regionalgipfel über Möglichkeiten zur Entschärfung der Krise in Simbabwe beraten.

KATHMANDU: Nach Jahren des Bürgerkriegs wird in Nepal eine verfassunggebende Versammlung gewählt. Die Abstimmung ist Teil einer Friedensvereinbarung zwischen der Regierung und den ehemaligen maoistischen Rebellen und gilt als ein wichtiger Schritt zur politischen Neuordnung des Himalaya-Staates. Die Verfassungs-Versammlung soll die Umwandlung Nepals von einer Monarchie in eine Republik besiegeln. König Gyanendra war vor zwei Jahren nach Massenprotesten gegen seine absolute Herrschaft zurückgetreten. Ehemalige Rebellen steckten ein Wahllokal in der Mitte des Landes in Brand, wie das Innenministerium in der Hauptstadt Kathmandu bestätigte. Die Männer hätten zunächst versucht, das Gebäude zu stürmen. Die Polizei nahm 15 Verdächtige fest. - Mit der Bekanntgabe des Wahlergebnisses wird erst Ende April gerechnet.

BANGKOK: Beim Versuch, illegal nach Thailand einzureisen, sind von 120 Wanderarbeitern aus Birma mindestens 54 im Laderaum eines Lastwagens qualvoll erstickt, 21 erlitten schwere Verletzungen. Der Fahrer des Lastwagens ist flüchtig.

PORT-AU-PRINCE: In Haiti gelingt es der Polizei nicht, die Unruhen in der Hauptstadt Port-au-Prince einzudämmen. Aus Protest gegen gestiegene Lebensmittelpreise zogen wieder Tausende von Demonstranten plündernd durch die Straßen. Ein Appell von Staatspräsident René Preval, die Gewalt zu beenden, zeigte keinerlei Wirkung. Innerhalb eines halben Jahres haben sich in Haiti die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis verdoppelt. 80 Prozent der Bevölkerung des Karibikstaates müssen mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen.

ZUM FUSSBALL: Schalke 04 ist im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden. Beim FC Barcelona unterlag der Bundesligist mit 0:1. Bereits das Hinspiel in Gelsenkirchen hatten die Schalker mit 0:1 verloren. - Mit einem 1:0-Sieg über AS Rom qualifizierte sich Manchester United als dritte englische Mannschaft für das Halbfinale der Champions League und trifft in der Runde der letzten Vier auf Barcelona. Das andere Halbfinale bestreiten Liverpool und Chelsea London.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten und im äußersten Südosten überwiegend heiter, sonst viele Wolken und gelegentlich etwas Regen. Die Höchstwerte liegen zwischen fünf Grad in Vorpommern und bis zu 18 Grad im Berchtesgadener Land.

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