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Nachrichten

Donnerstag 1. Juni 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag.

KABUL: Viereinhalb Jahre nach Beginn des Einsatzes in Afghanistan hat die Bundeswehr ihren Schwerpunkt von der Hauptstadt Kabul in den Norden des Landes verlegt. In den nächsten Monaten sollen rund 1.700 deutsche Soldaten in der Stadt Masar-i-Scharif stationiert werden. Dort baut die Bundeswehr ihr größtes Feldlager außerhalb Deutschlands auf. Verteidigungsminister Franz Josef Jung sagte, der Einsatz sei nicht ohne Risiken, aber sinnvoll. - Im Westen Afghanistans sprengte sich am Donnerstagmorgen ein Selbstmord-Attentäter in der Nähe eines Truppenkonvois in die Luft. Bis auf den Attentäter sei aber niemand zu Schaden gekommen, teilte die Polizei mit.

WIEN: Die Internationale Atomenergie-Behörde hat die Bereitschaft der USA begrüßt, unter bestimmten Bedingungen mit dem Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm zu verhandeln. Ziel müsse eine für beide Seiten akzeptable, umfassende Übereinkunft sein, erklärte Behörden-Chef Mohammed el Baradei. US-Präsident George W. Bush hatte dem Iran direkte Verhandlungen angeboten, falls das Land nachweislich alle Aktivitäten zur Uran-Anreicherung einstellt. Ein Parlamentssprecher in Teheran bewertete die Gesprächsbereitschaft der USA zwar grundsätzlich positiv, lehnte aber jegliche Vorbedingungen ab. - Auf einer Außenministerkonferenz in Wien beraten heute die USA, Frankreich, Großbritannien, Russland, China und Deutschland über ihr weiteres Vorgehen.

BERLIN: Der Bundestag stimmt an diesem Donnerstag über den umstrittenen Einsatz der Bundeswehr im Kongo ab. Rund 800 deutsche Soldaten sollen im Rahmen einer EU-Mission helfen, die ersten demokratischen Wahlen in dem afrikanischen Staat abzusichern. Die Zustimmung des Parlaments gilt als sicher. Unterdessen betonte der Wehrbeauftragte der Bundeswehr, Reinhold Robbe, im deutschen Fernsehen, er betrachte die Bundeswehr für den Einsatz im Kongo nicht gerüstet. Viele Soldaten seien verunsichert. Im weiteren beschäftigt sich der Bundestag mit der geplanten Verschärfung der Arbeitsmarktreform Hartz IV. Nach einem Beschluss von Union und SPD sollen Langzeitarbeitslosen künftig sämtliche Leistungen gestrichen werden können, wenn sie in einem Jahr drei Beschäftigungs- oder Qualifizierungsangebote zurückweisen.

WASHINGTON: Nach der Europäischen Union haben jetzt auch die USA ihre Finanzhilfe für Serbien wegen mangelnder Kooperation mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal eingefroren. Nach Angaben des Außenministeriums in Washington werden sieben Millionen US-Dollar vorerst nicht an die Regierung in Belgrad ausgezahlt. Zunächst müssten mutmaßliche Kriegsverbrecher wie der flüchtige bosnisch-serbische Ex-General Ratko Mladic festgenommen und überstellt werden.

JAKARTA: Fünf Tage nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Java erreichen immer mehr Hilfsflüge die Katastrophenregion um die Stadt Yogyakarta. Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen berichten von Fortschritten bei der Versorgung der vielen Obdachlosen. Der UN-Beauftragte Charlie Higgins sagte, alles in allem liefen die Maßnahmen gut. Es mangele aber vor allem noch an Trinkwasser. Nach jüngsten Angaben der Behörden kamen durch das Erdbeben am vergangenen Wochenende mehr als 6.200 Menschen ums Leben. - Die Bundesregierung entsprach einer Bitte Indonesiens und verdoppelte ihre Soforthilfe auf eine Million Euro.

KHARTUM: Zwei sudanesische Rebellengruppen haben ein weiteres Ultimatum der Afrikanischen Union verstreichen lassen, das Friedensabkommen für die Krisenregion Darfur zu unterzeichnen. Bisher wurde das mit der Regierung ausgehandelte Abkommen erst von EINER Rebellengruppe angenommen. Die Afrikanische Union, die eine 7.800 Soldaten umfassende Friedenstruppe in Darfur stationiert hat, will nun über weitere Maßnahmen beraten. Das Abkommen soll den blutigen Konflikt in Darfur beenden, dem bereits zehntausende Menschen zum Opfer fielen.

TAIPEH: Der taiwanische Präsident Chen Shui Bian will sich aus der Regierung zurückziehen. Er werde die Tagespolitik und den Kurs der regierenden Demokratischen Fortschrittspartei nicht länger bestimmen, heißt es in einer Stellungnahme des Präsidenten. Damit zieht er die Konsequenzen aus einer Serie von Skandalen, in die Mitglieder seiner Familie verwickelt sind. Von seinem Amt als Staatsoberhaupt will Chen allerdings nicht zurücktreten.

WASHINGTON: Die USA setzen sich im Weltsicherheitsrat für eine Resolution ein, mit der die Militärführung in Birma zu demokratischen Schritten gezwungen werden soll. US-Außenamtssprecher Sean McCormack sagte, die Verlängerung des Hausarrests für Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zeige, dass die Militärjunta an einem glaubwürdigen politischen Prozess nicht interessiert sei. Die Veto-Mächte Russland und China sowie Japan sind gegen eine Birma-kritische UN-Resolution.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Kofi Annan hat Defizite im Kampf gegen Aids kritisiert. Die meisten Länder hätten die Ziele, die sie sich vor fünf Jahren gesetzt hätten, nicht erreicht, sagte Annan zu Beginn einer dreitägigen Aids-Konferenz in New York. Vor allem junge Menschen wüssten viel zu wenig über die Immunschwächekrankheit. Zudem dürften Risikogruppen wie Prostituierte, Drogenabhängige oder Homosexuelle nicht ausgegrenzt werden, betonte Annan. - Nach einer Studie der Vereinten Nationen starben im vergangenen Jahr 2,8 Millionen Menschen an Aids, mehr als vier Millionen infizierten sich mit dem HI-Virus.

CAPE CANAVERAL: Die US-Raumfahrtbehörde NASA will im nächsten Monat wieder ein Space Shuttle ins All schicken. Wie die NASA mitteilte, wurden technische Mängel an der Raumfähre 'Discovery' beseitigt. Der für Juli geplante Flug der 'Discovery' wäre erst die zweite Shuttle-Mission nach dem Absturz der 'Columbia' vor drei Jahren.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wolkenreich mit Schauern, im Norden und Osten auch kurze Gewitter, zeitweise Aufheiterungen. Höchstwerte zwischen 8 und 15 Grad.