1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Donnerstag, 1. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOSKAU: Der russische Staatskonzern Gazprom hat seine Drohungen wahr gemacht und die Gaslieferungen an die Ukraine am Neujahrsmorgen eingestellt. Die Versorgung sei mit Auslaufen des alten Vertrags gestoppt worden, bestätigte der Monopolist. Das Unternehmen versicherte zugleich, Europa werde weiterhin voll mit Gas beliefert. Durch die Ukraine fließen 80 Prozent des für Westeuropa bestimmten Erdgases aus russischer Förderung. Die Ukraine und Russland streiten über die Begleichung von Schulden und neue Lieferpreise. Aktuell zahlt die Ukraine knapp 180 Dollar je 1.000 Kubikmeter Gas. Russland verlangt 250 Dollar. Zudem hat die Ukraine laut Gazprom Schulden über 2,1 Milliarden Dollar nicht vollständig beglichen.--In den vergangenen Jahren hatte es ähnliche Auseinandersetzungen zwischen beiden Ländern gegeben.

TEL AVIV: Die israelische Luftwaffe hat auch in der Nacht zum Neujahrstag Angriffe auf Ziele im Gazastreifen geflogen. Bombardiert wurden erneut Regierungsgebäude der Hamas. Seit Beginn der Offensive vor sechs Tagen sind im Gazastreifen rund 400 Palästinenser getötet worden. Israel beklagt vier Todesopfer durch Raketen islamischer Extremisten. Der israelische Rundfunk meldet, am Rande des Gazastreifens würden zahlreiche Bodentruppen auf den Einmarschbefehl warten. Mehrere tausend Soldaten seien in Bereitschaft.

NEW YORK: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ist vorerst mit einer verbindlichen Resolution für einen Waffenstillstand im Gazastreifen gescheitert. Eine von den arabischen Staaten beantragte Sondersitzung ging in New York ohne Abstimmung zu Ende. Nach Meinung des Westens war der von Libyen eingereichte Text zu einseitig gegen Israel gerichtet. Palästinensische Vergeltungsaktionen seien nur am Rande erwähnt. Israels Außenministerin Zipi Livni wird an diesem Donnerstag in Frankreich erwartet. Präsident Nicolas Sarkozy reist nächste Woche in den Nahen Osten.

ISLAMABAD: Pakistan und Indien haben ungeachtet aktueller Spannungen und militärischer Drohungen wieder Bestandslisten ihrer atomaren Arsenale ausgetauscht. Entsprechende Berichte über nukleare Anlagen und Einrichtungen wurden nach Angaben der Außenministerien in Islamabad und Neu Delhi übergeben. Die Auseinandersetzung um die Aufklärung der Terrorangriffe von Bombay im November dürfe den 1992 begonnenen Informationsaustausch nicht beeinträchtigen, wurde betont.

BANGKOK: Bei einem verheerenden Brand in einem Nachtclub der thailändischen Hauptstadt sind mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 200 Personen erlitten Verletzungen, wie die Polizei in Bangkok mitteilte. Nach ersten Ermittlungen wurde der Brand vermutlich durch Feuerwerkskörper ausgelöst. In dem Nachtclub hatten rund 1.000 Menschen den Jahreswechsel gefeiert, unter ihnen auch ausländische Touristen.

HAVANNA: Die Karibikinsel Kuba feiert an diesem Donnerstag den 50. Jahrestag der von Fidel Castro angeführten Revolution. Die politische Führung begeht den Tag mit einer Zeremonie in Santiago de Cuba, dem früheren Hauptquartier der Guerrilleros. In der südostkubanischen Stadt verkündete Castro am 1. Januar 1959 den Sieg über den Diktator Fulgencio Batista, der zuvor aus dem Land geflohen war. Ein halbes Jahrhundert später steht Kuba vor allem vor großen wirtschaftlichen Problemen. Der 82-jährige Fidel Castro ist wegen seiner angeschlagenen Gesundheit seit Sommer 2006 nicht mehr öffentlich aufgetreten und wurde an der Staatsspitze inzwischen von seinem Bruder Raúl abgelöst.

PRAG: Tschechien hat zum Jahreswechsel die EU-Ratspräsidentschaft für die kommenden sechs Monate übernommen. Als Schwerpunkte hat sich der tschechische Regierungschef Mirek Topolanek neben der Wirtschaftskrise und den EU-Außenbeziehungen die Frage der Energiesicherheit gesetzt. Dieser Punkt ist wichtig auch angesichts des aktuellen Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine. Unklar ist, ob der als EU-kritisch bekannte tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus zur Belastung für Topolanek werden könnte. Tschechien mit rund zehn Millionen Einwohnern trat der Europäischen Union 2004 bei.

BRATISLAVA: Der Kreis der Euro-Staaten ist um ein Mitglied größer geworden. Mit dem Beitritt der Slowakei gehören künftig 16 Länder zur einheitlichen Währungszone. Für nun 330 Millionen Menschen ist der Euro damit das einheitliche Zahlungsmittel. Die Slowakei gehört zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften in der Europäischen Union.

LINZ: Das österreichische Linz und die litauische Hauptstadt Vilnius sind Kulturhauptstädte Europas 2009. Mit prachtvollen Feuerwerken starteten die beiden Städte in der Silvesternacht den einjährigen Reigen von Kulturveranstaltungen. "Linz verändert" ist das Motto, das sich die Stadt an der deutschen Grenze für das kommende Jahr gegeben hat. Statt als Industriestandort, will man sich als modern und weltoffen präsentieren. Vilnius hatte den deutschen "Lichtarchitekten" Gert Hof engagiert, der um Mitternacht die tausendjährige Geschichte Litauens aufleuchten ließ. - Mit ihrem Programm will sich die Barockstadt Vilnius mit ihrer jüdischen, polnischen und russischen Identität auseinandersetzen. - Der Etat des Baltenstaates dafür war jedoch angesichts der Finanzkrise bereits um mehr als zehn Prozent gekürzt worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Das neue Jahr beginnt meist neblig-trüb. Sonnig am ehesten in den Mittelgebirgen. Südlich der Donau und im Nordosten auch Schnee. Maximal minus vier bis plus vier Grad. --- Milder vor allem an der See und am Oberrhein.

Audio und Video zum Thema