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Nachrichten

Donnerstag, 02. März 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag

STUTTGART: Nach dem Platzen der Tarifverhandlungen über die Arbeitszeit in den baden-württembergischen Kommunen verschärft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ihre Gangart. Gewerkschaftsvertreter kündigten an, im Südwesten würden nun auch die Landkreise massiv in den Ausstand mit einbezogen. Für das Scheitern der Verhandlungen in Baden-Württemberg gaben sich Verdi und Arbeitgeber gegenseitig die Schuld. Dagegen rücken in Hamburg nach der dortigen Einigung die Müllwagen erstmals seit zwei Wochen wieder aus. Die Tarifpartner hatten dort eine Wochenarbeitszeit von 38,8 Stunden vereinbart. Beide Seiten betonten aber, der nach Alter und Einkommen gestaffelte Abschluss habe keinen Pilotcharakter.

BERLIN: Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ute Erdsiek-Rave, hat trotz der neuen Länder-Kompetenzen durch die geplante Föderalismusreform für weitgehend einheitliche Maßstäbe bei der Bildung plädiert. Es komme jetzt darauf an, dass sich die Länder stärker miteinander abstimmten, sagte die SPD-Politikerin. Nach Möglichkeit solle überall gleich viel Geld für Schule und Bildung ausgegeben werden. Die Kultusminister beraten zur Zeit über den Stand der Föderalismusreform sowie über Änderungen an der umstrittenen Rechtschreibreform von 1996.

KARATSCHI: Bei einem Autobomben-Anschlag in der südpakistanischen Stadt Karatschi sind mindestens vier Menschen getötet und rund 30 Menschen verletzt worden. Unter den Toten ist nach Polizeiangaben auch ein US-Diplomat. Der Sprengsatz detonierte in der Nähe des amerikanischen Konsulats. Die Behörden gehen von einem Selbstmordattentat aus. Der Anschlag ereignete sich nur zwei Tage vor dem Pakistan-Besuch von US-Präsident George W. Bush. Derzeit hält er sich in Indien auf. In Neu Delhi einigten sich Bush und der indische Ministerpräsident Manmohan Singh auf Einzelheiten eines geplanten Nuklear-Abkommens. Wenn der US-Kongress das Abkommen billigt, darf Indien von den USA und weiteren Staaten Atomkraftreaktoren und -brennstoff zur zivilen Nutzung beziehen.

LONDON: Deutschland, Frankreich und Großbritannien werden am Freitag erneut mit Vertretern des Iran über dessen Atomprogramm verhandeln. Dies wurde in London mitgeteilt. Damit findet das Treffen der so genannten EU-Troika mit dem Iran noch vor der für Montag angesetzten nächsten Sitzung der Internationalen Atomenergiebehörde statt. Am Mittwoch war auch die dritte russisch-iranische Verhandlungsrunde im Atomstreit ohne erkennbare Fortschritte zu Ende gegangen. Moskau hat dem Iran angeboten, gemeinsam Uran auf russischem Territorium anzureichern.

BAGDAD: Im Nordirak haben Aufständische mindestens neun Soldaten und Polizisten getötet. Nach Polizeiangaben starben die Sicherheitskräfte bei einem Angriff von rund 20 bewaffneten Männern auf einen Kontrollpunkt in der Nähe der Stadt Tikrit. Zudem seien mehrere Polizeiwagen in Brand gesteckt worden.

WASHINGTON: Die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesnachrichtendienst (BND) und der US-Armee während des Irak-Krieges soll nach einem weiteren Bericht der 'New York Times' noch enger gewesen sein als bislang angenommen. Unter Berufung auf einen geheimen deutschen Bericht heißt es, ein deutscher Verbindungsoffizier solle direkt beim Büro des damaligen US-Kommandeurs Tommy Franks angesiedelt gewesen sein. Er solle Informationen von zwei BND-Mitarbeitern in Bagdad weitergeleitet haben, darunter auch Nachrichten über irakische Polizei- und Armeeeinheiten. Die Entscheidung, einen Verbindungsoffizier einzusetzen, soll vom damaligen Kanzleramtsminister und heutigen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und dem damaligen Außenminister Joschka Fischer genehmigt worden sein, so das Blatt.

DHAKA: Die Polizei in Bangladesch hat nach eigenen Angaben einen der meistgesuchten Terroristen gefasst. Abdur Rahman, Chef der verbotenen militanten Islamisten-Gruppe 'Jumatul Mujahedeen Bangladesch', ergab sich, nachdem Sicherheitskräfte sein Versteck nordöstlich der Hauptstadt Dhaka belagert hatten. Die Gruppe Rahmans wird für zahlreiche Bombenanschläge verantwortlich gemacht.

NAIROBI: Nach wochenlangen Berichten über mögliche Korruptionsfälle in der kenianischen Regierung haben Polizisten die Redaktion einer Zeitung in Nairobi gestürmt und einen großen Teil der Tagesausgabe verbrannt. Mehrere Redakteure seien festgenommen worden, teilte ein Sprecher der Zeitung 'The Standard' mit. Zudem wurde der Fernsehsender 'Kenya Television Network', der zur selben Gruppe gehört, an der Ausstrahlung seines Programms gehindert. Die Regierung wirft den Redakteuren vor, über ein geheimes Treffen von Präsident Mwai Kibaki mit einem führenden Oppositionspolitiker berichtet zu haben, das nach Regierungsangaben nie stattfand.

PRAG: Russland ist nach den Worten von Präsident Wladimir Putin moralisch verantwortlich für den von Sowjet-Soldaten geführten Einmarsch in die Tschechoslowakei 1968. Rechtlich sei sein Land aber nicht zur Verantwortung zu ziehen, betonte Putin bei einem Besuch in Prag. Er verzichtete damit auch auf eine formelle Entschuldigung Russlands, auf die viele Tschechen seit Jahren hoffen. Tschechiens Präsident Vaclav Klaus sagte bei der Pressekonferenz, beide Länder müssten nun nach vorne blicken.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselhaft mit etwas Sonne sowie Schnee oder Schneeschauern. Tagestemperaturen minus ein bis plus vier Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg und

Berlin: minus 1 Grad, stark bewölkt;

Dresden: minus 3 Grad, wolkig;

Köln/Bonn: minus 2 Grad, fast wolkenlos;

Frankfurt am Main: minus 2 Grad, etwas Schnee und

München: minus 4 Grad, wolkig.