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Nachrichten

Donnerstag, 02. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

BERLIN: Angesichts der Todesdrohung gegen die beiden im Irak entführten Deutschen sucht die Bundesregierung mit Hochdruck nach einer Lösung. Am Vormittag werde der Krisenstab erneut zusammentreten, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes mit. Zum Stand der Bemühungen um die beiden Ingenieure René Bräunlich und Thomas Nitzschke wollte sie sich nicht äußern. - Nach dem Auftauchen eines zweiten Videos mit einem Ultimatum der Entführer hatte Außenminister Frank-Walter Steinmeier die Lage am Mittwoch als ernst bezeichnet. Die Geiselnehmer fordern von der Bundesregierung unter anderem die Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung zu beenden. Weiter unkar ist, wann das auf 72 Stunden befristete Ultimatum der Entführer abläuft.

WIEN: Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie- Organisation berät heute in einer Sondersitzung über den Atomstreit mit dem Iran. Bei dem zweitägigen Treffen soll darüber entschieden werden, ob der Fall vor den Weltsicherheitsrat gebracht wird. Eine entsprechende Empfehlung sprachen die europäischen Staaten, die USA und Russland aus. US-Präsident George W. Bush unterstützte in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin den Kompromissvorschlag, der dem Iran die Anreicherung von Uran für zivile Zwecke auf russischem Territorium erlauben soll. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel warnte Teheran vor einer weiteren Konfrontation. Dagegen bekräftigte die iranische Führung, sie werde die Zusammenarbeit mit dem Westen und den UN sofort beenden, falls der Sicherheitsrat eingeschaltet werde.

JERUSALEM: Die israelische Regierung will bis zur Parlamentswahl im März weitere illegale jüdische Siedlungen im Westjordanland räumen lassen. Der Armeerundfunk und die Zeitung 'Haaretz' berichten von mindestens einem oder zwei Außenposten, die dann aufgegeben sein müssten. Am Mittwoch waren bei der Zwangsräumung neun illegal errichteter Häuser in der Siedlung Amona mehr als 220 Menschen verletzt worden. Es kam zu schweren Zusammenstoßen zwischen den 6.000 eingesetzten Sicherheitskräften und den etwa 5.000 Siedlern und Sympatisanten. Der amtierende Regierungschef Ehud Olmert hat mit Blick auf Israels Zusagen im internationalen Friedensplan ein entschlossenes Vorgehen gegen Siedlungen angekündigt, die ohne Baugenehmigung errichtet wurden.

RAMALLAH: Die radikale Palästinenser-Organisation Hamas ist nach eigenen Angaben zu einer Verlängerung der Waffenruhe mit Israel bereit. Dies sei ein Ansatzpunkt für eine künftige Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft, sagte Hamas-Führungsmitglied Mussa Abu Marsuk eine Woche nach dem Wahlsieg seiner Organisation. Forderungen nach einer Entwaffnung der Hamas-Kämpfer und einer Anerkennung des Existenzrechts Israels wies er jedoch zurück. Zugleich machte die Hamas deutlich, dass sie sich verstärkt um Finanzhilfen aus islamischen Ländern bemühen werde. Sie reagierten damit auf Ankündigungen der EU und der USA, ihre Hilfen gegebenenfalls einzufrieren.

KOPENHAGEN/ PARIS: Der Konflikt um Karikaturen des Propheten Mohammed, die erstmals in der dänischen Tageszeitung 'Jyllands-Posten' erschienen waren, zieht weitere Kreise. Im Nahen Osten und in Nordafrika protestierten zehntausende Moslems teils gewaltsam gegen den Abdruck und riefen zum Boykott dänischer Produkte auf. Kundgebungen gab es auch in asiatischen Ländern und in Frankreich. Dort wurde der Chefredakteur der Zeitung 'France Soir' entlassen, nachdem das Blatt am Mittwoch eine der umstrittenen Karikaturen auf der Titelseite veröffentlicht hatte.

KABUL: In der ostafghanischen Provinz Chost sind bei einem Selbstmordanschlag mindestens fünf Menschen getötet worden. Mehrere afghanische Soldaten wurden verletzt. Der Attentäter hatte sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug an einem Kontrollposten der Armee zur Explosion gebracht.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel schließt im Kampf gegen den internationalen Terrorismus Militäreinsätze nicht grundsätzlich aus. Beim Neujahrsempfang für das diplomatische Korps in Berlin sagte Merkel, der Kampf gegen den Terrorismus verlange den Einsatz aller politischen, wirtschaftlichen und, wenn nötig als ultima Ratio, auch militärischen Mittel. Solche Einsätze müssten, wenn immer möglich unter dem Dach der Vereinten Nationen erfolgen.

BERLIN: Der Sozialverband VdK hat Proteste gegen die Regierungspläne zur schnelleren Einführung der Rente ab 67 Jahren angekündigt. Verbandspräsident Walter Hirrlinger sagte der 'Passauer Neuen Presse', seine Organisation werde dafür kämpfen, dass der Kabinettsbeschluss niemals Gesetz werde. Die Heraufsetzung des Rentenalters führe zu Abschlägen und Rentenkürzungen. - Nach einem Bericht der 'Bild'-Zeitung plant die Bundesregierung, auch für die Beamten das Pensionsalter zu erhöhen.

FRANKFURT AM MAIN: Die Deutsche Bank hat ihren Gewinn im vergangenen Jahr vor allem durch ein starkes Geschäft im Investmentbanking auf 3,8 Milliarden Euro gesteigert. Dies waren 1,3 Millarden Euro mehr als 2004, wie das größte deutsche Geldinstitut in Frankfurt am Main mitteilte. Die Eigenkapitalrendite stieg auf 26 Prozent. Damit wurde das von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann formulierte Ziel von 25 Prozent übertroffen.

BONN: Deutschlands größter Hersteller von Solarzellen, die Solarworld AG, übernimmt die Solaraktivitäten des Ölkonzerns Shell. Damit steige Solarworld zum größten Produzenten von Solarstromtechnologien in den USA auf und werde weltweit die Nummer drei, teilte die Firma in Bonn mit. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Flachland vielfach trüb durch Nebel oder Hochnebel mit Dauerfrost. Örtlich Niesel oder Schneegriesel. Sonst, vor allem in höheren Lagen sonnig und milder.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: null Grad, nach Nieselregen;

Berlin: minus zwei Grad, etwas Schnee;

Dresden: minus elf Grad, dunstig;

Köln/Bonn: minus vier Grad, Schneegriesel;

Frankfurt am Main: minus fünf Grad, Schneegriesel und

München: minus fünf Grad, dunstig.