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Deutsche Bank

Donald Trump und die Deutsche Bank

In den USA untersucht ein Sonderermittler, ob und wie weit der Präsidentschaftswahlkampf von Moskau beeinflusst worden ist. Dabei spielt auch das Verhältnis der Deutschen Bank zu Donald Trump eine Rolle.

Die Immobilien des Donald Trump Trump Tower Chicago (Getty Images/S. Olson)

Das Trump Int'l Hotel and Tower in Chicago

Der US-Sonderermittler Robert Mueller nimmt offenbar die Geschäftsbeziehungen zwischen Präsident Donald Trump und der Deutschen Bank unter die Lupe. Wie das "Handelsblatt" und die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters unter Berufung auf informierte Kreise berichten, forderte Mueller von der Deutschen Bank bereits vor Wochen Unterlagen zu Trump und dessen Familie an.

Dabei handele es sich um eine so genannte Subpoena - was bedeutet, dass die Bank verpflichtet ist, diese Informationen zu übermitteln. Laut "Handelsblatt" gingen die zentralen Dokumente zu bestimmten Geld- und Kreditgeschäften mit der Trump-Familie inzwischen auch bei dem Sonderermittler ein.

Mueller untersucht die mutmaßlichen russischen Einmischungen in den US-Wahlkampf und die mögliche Verwicklung des Trump-Teams in diese Interventionen.

Die Bank schweigt, Trumps Anwalt dementiert

Die Deutsche Bank wollte sich nicht näher zu den Berichten äußern. Ein Sprecher sagte dem "Handelsblatt", die Deutsche Bank arbeite "immer und überall, in allen Ländern, kooperativ mit ermittelnden Behörden zusammen." Zu Einzelfällen gebe das Institut "aus Respekt gegenüber ermittelnden Behörden" sowie juristischen Gründen keine Kommentare ab.

Deutlicher wird ein Anwalt des US-Präsidenten: Die Berichte seien alle falsch, "wir haben die Bestätigung dafür von der Bank und aus anderen Quellen", sagte Jay Sekulow der Nachrichtenagentur Reuters.

"Great deals" mit deutschem Geld

Deutschlands größte Bank war bereits während des US-Wahlkampfs in den Fokus geraten, weil sie mit Trump noch Geschäfte gemacht hatte, als er bei vielen großen US-Instituten als Unternehmer und Immobilienmogul längst in Ungnade gefallen war. Laut Unterlagen des Office for Government Ethics, die Mitte Juni veröffentlicht wurden, hatte Trump zur Jahresmitte mindestens 315,6 Millionen Dollar Schulden bei Kreditinstituten, davon mindestens 130 Millionen Dollar bei der Deutsche Bank Trust Company Americas.

Zu den Geschäften, die Donald Trump mit Geld, das er von der Deutschen Bank geliehen hatte, realisierte, gehören das Trump Int'l Hotel and Tower in Chicago (Artikelbild), ein Golf-Resort in Miami und das Old Post Office in Washington. In diesem historischen Gebäude hat der heutige US-Präsident ein Hotel eröffnet.

Neben Trump zählten auch seine Frau Melania, seine Tochter Ivanka und Schwiegersohn Jared Kushner zu den Kunden der Vermögensverwaltung des Instituts. Die US-Demokraten verlangen auch interne Informationen wegen eines russischen Schwarzgeld-Skandals der Deutschen Bank. Die Abgeordneten wollen etwa wissen, ob Trumps Kredite von russischen Geldgebern abgesichert wurden.

US Präsident Trump mit Familie (picture alliance/newscom/D. Tulis/UPI Photo)

Deutsche-Bank-Kunden: Präsidentenschwiegersohn Jared Kushner, Ivanka und Melania Trump sowie der Präsident selbst.

Auskunftsersuchen kommt nicht ungelegen

Die Deutsche Bank hatte sich monatelang geweigert, einer Aufforderung von Abgeordneten der oppositionellen US-Demokraten nachzukommen, ihnen die Unterlagen über die Trump-Familie auszuhändigen und hatte das mit dem Bankgeheimnis begründet.

Die US-Oppositionsabgeordneten verwiesen darauf, dass die Deutsche Bank in Moskau in früheren Jahren in Geldwäsche-Praktiken verwickelt gewesen war. Wegen zu laxer Kontrollen solcher Praktiken hatte das Institut zu Jahresbeginn in einen Vergleich mit den Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien eingewilligt, der sich auf insgesamt 588 Millionen Euro beläuft.

Ein Manager der Deutschen Bank sagte Bloomberg, durch die Übergabe der Dokumente an Mueller hoffe das Institut, die Nachforschungen durch die Demokraten zu beenden.

Auch laut "Handelsblatt" kommt die Subpoena der Deutschen Bank nicht ungelegen. Auf diese Weise könnte sie verhindern, im Grabenkampf um die Trump-Präsidentschaft "zwischen den politischen Fronten zerrieben" zu werden, schrieb die Zeitung.

dk/hb (rtr, dpa, afp, rtre)