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USA

Donald Trump trifft ... viele kluge Köpfe im Trump-Tower

Es war einmal ein König. Dem war eines Tages langweilig in seinem Turm und da holte er sich die klügsten Köpfe des Landes herbei. Der König in unserem Bild: Donald Trump. Und die klugen Köpfe sind US-High-Tech-Bosse.

USA Treffen Donald Trump mit Vertretern der Technologie-Industrie (Getty Images/AFP/T.A. Clary)

Wasser für alle: Jeff Bezos, Larry Page, Sheryl Sandberg, Mike Pence und Donald Trump (von links)

Gute Freunde sind sie nicht. Der künftige US-Präsident Donald Trump und die Chefs der amerikanischen High-Tech-Konzerne. Bis auf eine prominente Ausnahme waren die Chefs von Apple und Co bislang keine besonderen Trump-Fans. Nach den entsprechenden Spannungen im Wahlkampf nun die Annäherung. Trump machte den Unternehmensführern ein Angebot - und versprach ihnen ein offenes Ohr: "Ruft einfach meine Leute an, ruft mich an, das macht keinen Unterschied. Wir haben hier keine formale Befehlskette", sagte der künftige Hausherr im Weißen Haus.

Kehrtwende der Bosse

Zentrale Themen des Gesprächs sollen die Schaffung neuer Jobs und das Wirtschaftswachstum gewesen sein. Daran wird sich der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika eines Tages messen lassen müssen. Die zum Teil milliardenschweren Spitzenmanager wie Apple-Chef Tim Cook, Google-Mitgründer Larry Page und Amazon-Chef Jeff Bezos waren auf Einladung Trumps nach New York geflogen. Im Wahlkampf hatte das Silicon Valley größtenteils auf der Seite von Trumps demokratischer Widersacherin Hillary Clinton gestanden. Eine Ausnahme war der Internet-Investor und Mitgründer des Bezahldienstes Paypal, Peter Thiel, der auch das jetzige Treffen mit eingefädelt hatte.

Zuckerberg ließ sich vertreten

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg schickte seine Geschäftsführerin Sheryl Sandberg. Sie wurde neben dem designierten Vizepräsidenten Mike Pence platziert. Thiel saß zwischen Trump und Apple-Chef Cook. Weitere Namen auf der Gästeliste:  Microsoft-Lenker Satya Nadella, der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla, Elon Musk, sowie IBM-Chefin Ginni Rometty und Intel-Spitzenmananger Brian Krzanich.

Auf der anderen Seite nahmen an dem Treffen auch drei der Trump-Kinder teil: Ivanka, Donald Jr. und Eric. Ihre Anwesenheit bei offiziellen Treffen von Trump wurde wiederholt als Interessenkonflikt kritisiert. Man kann davon ausgehen, dass dem Herrn Papa die Kritik bislang eher weniger unter die Haut geht.

Er sei hier, um den Tech-Konzernen zu helfen, versicherte Trump. "Es gibt niemanden wie Euch auf der Welt." Trump hatte die Tech-Konzerne - allen voran Apple - aufgefordert, mehr Produktion in die Heimat zu bringen.

USA Treffen Donald Trump mit Vertretern der Technologie-Industrie - Jeff Bezos, Amazon (Getty Images/D. Angerer)

Jeff Bezos, Amazon-Chef und kein Trump-Fan

Vor allem hatten sich der neugewählte Präsident und Amazon-Chef Bezos, dem auch die Trump-kritische "Washington Post" gehört, in den vergangenen Monaten gegenseitig attackiert. Twitter-Chef Jack Dorsey war laut Medienberichten nicht eingeladen - obwohl der Kurznachrichtendienst als Plattform eine zentrale Rolle für Trump im Wahlkampf gespielt hatte.

"Make America Great Again", stand auf der Mütze, die Trump durch den Wahlkampf trug. Nahezu die gesamte Elektronik-Branche weltweit lässt aber schon seit langem vor allem in China produzieren. Die Unternehmen betonen, Gründe seien nicht nur die niedrigeren Lohnkosten, sondern auch die Nähe zu Zulieferer-Ketten und das große Angebot an motivierten jungen Arbeitskräften.

Geldberg im Ausland

Doch die Deutsche Presse-Agentur glaubt, dass sich durchaus gemeinsame Interessen zwischen Trump und den Bossen finden lassen: Die Tech-Firmen machen sich schon lange für eine Steuerreform stark. Vor allem geht es darum, für die Auslandsgewinne einen niedrigeren Steuersatz als die aktuellen 35 Prozent einzuführen. Die Steuern werden erst fällig, wenn das Geld tatsächlich in die USA kommt - also stapeln sich die Milliardengewinne im Ausland. Allein Apple sitzt auf einem Geldberg von mehr als 230 Milliarden Dollar, von denen sich über 90 Prozent außerhalb der USA befinden.

ml/kle (dpa,rtr,afp)

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