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Aktuell Amerika

Donald Trump stellt NATO-Bündnistreue der USA infrage

Dass Donald Trump rhetorisch irrlichtert, ist nichts Neues. Doch jetzt legt er Hand an eine eherne Verpflichtung der USA. Das könnte zum Bumerang werden. Denn wer will einen Hasardeur als Oberbefehlshaber der Supermacht?

Donald Trump (Foto: picture-alliance/Photoshot/Xinhua/L. Muzi)

Nur wer zahlt, wird gerettet: Donald Trump droht NATO-Partnern

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat die Bündnistreue der Vereinigten Staaten innerhalb der NATO in Frage gestellt. Er könne als Präsident den übrigen 27 Mitgliedern des Verteidigungspakts nicht garantieren, dass ihnen das US-Militär mit voller Kraft zur Seite stehe, wird Trump in der "New York Times" zitiert. Erst würde er schauen, welchen Beitrag die jeweiligen Länder für das Bündnis geleistet hätten.

Der populistische Republikaner gibt sogleich ein Beispiel: Griffe Russland etwa baltische NATO-Mitgliedsstaaten an, machte er die Entscheidung, ob er zu Hilfe eile, davon abhängig, ob die Betroffenen ihre Verpflichtungen gegenüber den USA erfüllt hätten. Hintergrund der jüngsten Verbalattacke ist ein Streit ums Geld: Trump will die Verbündeten zwingen, Verteidigungskosten zu übernehmen, für die Washington seit Jahrzehnten aufkommt.

Augapfel der NATO

Mit seiner Drohung legt der Milliardär allerdings Hand an eine eherne Verpflichtung der Supermacht. Laut NATO-Vertrag sind alle Mitgliedstaaten im Falle eines bewaffneten Angriffs gegen einen oder mehrere von ihnen zu gegenseitigem Beistand verpflichtet. Das gilt als wesentlicher Stabilitätsanker der Abschreckungsstrategie.

Es dauerte allerdings nicht lange, bis Trumps Tross aufging, welcher Flurschaden durch die Äußerungen des 70-Jährigen droht - zunächst dem Präsidentschaftskandidaten selbst. Wahlkampfmanager Paul Manafort ruderte eilfertig zurück. Laut Nachrichtensender CNN erklärte er, die "New York Times" habe Trump falsch zitiert. Und der politische Marktschreier tat etwas, was er sonst nur selten tut: Er schwieg.

jj/fab (dpa, rtr)