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Aktuell Amerika

Donald Trump schließt "Washington Post" von Wahlkampfauftritten aus

Solange sie sein Sprachrohr sind, schätzt Donald Trump die Arbeit von Journalisten sehr. Doch eine der renommiertesten Zeitungen des Landes genügt den Ansprüchen des republikanischen Milliardärs offenbar nicht.

Donald Trump hält bei einem Auftritt eine Zeitung hoch (Archivbild: picture-alliance/AP Photo/S. Senne)

Donald Trump schätzt Zeitungen mit ordentlichen Schlagzeilen ...

Aus Verärgerung über kritische Artikel hat der voraussichtliche US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump die "Washington Post" von der Berichterstattung über seine Wahlkampfauftritte ausgeschlossen. Im Kurznachrichtendienst Twitter nannte der Republikaner das als seriös und zuverlässig geltende Blatt "unehrlich und verlogen". Der Zeitung werde umgehend die Akkreditierung für seine Veranstaltungen entzogen - wegen "unglaublich fehlerhafter Berichterstattung".

Der Chefredakteur der "Washington Post", Martin Baron, wies die Anschuldigungen zurück und warf Trump vor, die Arbeit einer freien und unabhängigen Presse abzulehnen. Seine Zeitung werde weiter über Trumps Wahlkampf berichten, "und zwar wie bisher: ehrlich, wahrhaftig, präzise, energisch und furchtlos".

"Journalistische Integrität aufgegeben"

Trumps Wahlkampfzentrale legte der "Post" zur Last, sie habe im Kampf um die Aufmerksamkeit der Leser ihre journalistische Integrität aufgegeben. "Wir fühlen uns nicht mehr verpflichtet, mit so einem Medienunternehmen zusammenzuarbeiten", heißt es in der Erklärung. Trump hatte in den vergangenen Monaten bereits anderen Medien - darunter "Buzzfeed", "Huffington Post" und "Politico" - die Akkreditierung entzogen, um sie von seinen Redeauftritten und Pressekonferenzen auszuschließen.

Donald Trump gibt Autogramm auf Zeitung (Archivbild: picture-alliance/AP Photo/R. Drew)

... um sie mit seinem Autogramm zu veredeln (Archivbilder)

Der Ausfall gegen die "Washington Post", die Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört, war von deren aktueller Berichterstattung über Trumps Äußerungen zu dem Attentat in Orlando beeinflusst. Trump hatte US-Präsident Barack Obama Nachlässigkeit im Umgang mit radikalen Muslimen vorgeworfen. Er sagte dabei: "Wir werden geführt von einem Mann, der entweder nicht hart ist oder nicht klug ist oder der etwas ganz anderes im Sinn hat."

Die "Post" schrieb daraufhin, Trump habe "wiederholt den Anschein erweckt, er beschuldige Präsident Obama, mit radikalisierten Muslimen zu sympathisieren". Trump wiederum warf nun der "Washington Post" vor, sie unterstelle in ihrer Berichterstattung, dass er Obama eine Verwicklung in das Attentat von Orlando vorgeworfen habe. "Das ist traurig", schrieb Trump, der an diesem Dienstag seinen 70. Geburtstag feiert.

jj/as (dpa, afp)

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