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Donald Trumps Präsidentschaft

Donald Trump in Arizona: Zurück in den Wahlkampf

US-Präsident Donald Trump hat seine umstrittene Reaktion auf die Gewalt in Charlottesville als "perfekt" bezeichnet. Auf einer Art Wahlkampf-Veranstaltung in Phoenix attackierte er außerdem die Medien scharf.

US-Präsident Donald Trump hat seine kontroversen Äußerungen zu den gewalttätigen Zusammenstößen in Charlottesville bei einer Kundgebung am Dienstagabend verteidigt. Er habe sehr eindeutig reagiert und den rassistischen Ku Klux Klan sowie die anderen ultrarechten Gruppen abgelehnt, sagte er vor Anhängern in Phoenix. "Perfekt" seien seine Worte zu Charlottesville gewesen, von Beginn an.

Tatsächlich war Trump für seine als verharmlosend wahrgenommene und widersprüchliche Reaktion auf Charlottesville scharf kritisiert worden. Nach einem Aufmarsch von Rechtsextremisten vor einer Woche in Charlottesville im Bundestaat Virginia war ein mutmaßliche Rechtsextremer mit einem Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten gerast. Eine Frau starb, mehrere Menschen wurden verletzt. Der US-Präsident nannte die offen als Neonazis und Rassisten auftretenden Demonstranten erst Tage später beim Namen. Kurz darauf ruderte er aber wieder zurück und sprach "beiden Seiten" der Proteste Verantwortung für die Gewalteskalation zu. 

Trump vor laufender Kamera: Medien ignorieren mich

USA Präsident Donald Trump in Phoenix (Reuters/R. Roberts)

Die Präsenz der Medien ist dem US-Präsidenten wichtig

Schuld an der Kontroverse sei aber nicht er, sagte Trump, sondern die Medien. "Die Reporter mögen unser Land nicht", sagte US-Präsident Donald Trump etwa - und erhielt für die Unterstellung großen Beifall. Er behauptete die Kameras hinten in der Halle würden ausgeschaltet, weil er sich so kritisch äußere: "Seht, wie die roten Lichter ausgehen!" Tatsächlich zeigten viele Fernsehsender die Veranstaltung im großen Umfang, der Nachrichtenkanal CNN übertrug die 90-minütige Veranstaltung komplett.

Versöhnlich zeigte sich Trump dagegen nur gegenüber seinen anwesenden Fans: Es sei eine "Bewegung der Liebe", die er vereint habe, erklärte US-Präsident Donald Trump. Der Republikaner war allerdings nicht in der Rolle des Staatschefs gekommen: Die Veranstaltung im Bundesstaat Arizona war im Stil einer Wahlkampf-Rallye gehalten, an denen Trump während der Vorbereitung auf die Präsidentschaftswahlen Gefallen gefunden hatte.

Trump im Wahlkampfmodus für 2020

Auch wenn er erst knapp ein halbes Jahr im Amt ist, darf Trump die Werbetrommel für sich selbst rühren: Kurz nach seinem Einzug ins Weiße Haus am Anfang des Jahres, registrierte sich der 71-Jährige bereits als Kandidat für die Wahlen 2020. Und wie im vergangenen Jahr heizte Trump auch in Phoenix seine Zuhörerschaft mit kontroversen Thesen und irreführenden bis schlichten Falschinformationen auf.

So hatten vor dem Kongresszentrum in Phoenix Gegner Trumps demonstriert. Nur ganz wenige Protestler seien vor der Halle, so Trump. In der Realität waren es tausende, sagt die Polizei. Die Demonstranten hatten "Kein Trump, kein KKK, keine faschistische USA" gerufen. KKK ist die Abkürzung für den rassistischen Ku-Klux-Klan. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge aufzulösen.

USA Proteste gegen Donald Trump in Phoenix (picture-alliance/AP Photo/M. York)

"Nicht mein Präsident", "Nazi-Versager": Vor dem Kundgebungsort demonstrieren Kritiker

Die Zustimmung für Trump schwindet

Trump hat seit seinem Amtsamtritt zahlreiche Rückschläge einstecken müssen. Wahlkampfversprechen wie der Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko scheinen kaum zu verwirklichen, sein Regierungsstab war bereits durch zahlreiche Wechsel geprägt und sein Wahlsieg wird derzeit von den Geheimdienst auf mögliche Einflussnahme durch russische Hacker überprüft.

Zudem machten ihm auch schlechte Werte aus Staaten zu schaffen, die für seine Wahl zum Präsidenten entscheidend waren: Michigan, Pennsylvania und Wisconsin. Mit einem Durchschnitt von 35 Prozent Zustimmungsrate wollte der Präsident in Arizona wohl dringend wieder bei der Basis anknüpfen. Im November 2016 wählte Arizona Trump mit 49,03 Prozent. Im August 2017 lag seine Zustimmung dort bei 41,8 Prozent.

myk/sti (dpa, rtrd)