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USA

Donald Trump bald allein im Weißen Haus?

Seit US-Präsident Trumps kontroversen Äußerungen zu Charlottesville häufen sich die Rücktritte aus Protest. Doch auch loyale Anhänger wie Stephen Bannon räumen das Feld.

Es sei der Mangel des US-Präsidenten an Beständigkeit, der zeige, wie sehr dieser sich von der Meinung seines Umfeldes beeinflussen lasse, sagt der Vorsitzende des Christian Cultural Centers, A.R. Bernard, über seinen Rücktritt aus dem evangelikalen Beirat von Donald Trump. "Ich wäre gerne in erster Linie Christ. Doch Amerika hat ein Umfeld geschaffen, das mich zwingt, in erster Linie Schwarzer zu sein, der in Amerika lebt", sagt Bernard. Der Kirchenführer spielt damit auf Trumps Unwillen an, die erstarkende rechte Gewalt in den USA einzuhegen und mit deutlichen Worten zu verurteilen.

Bernard ist nicht der einzige, der aus Protest über Trumps relativierenden Äußerungen anlässlich der rechten Gewaltexzesse in Charlottesville ein Beratergremium verlässt. Vergangene Woche musste Trump zwei Gremien mit Konzernchefs aufgrund der vielen Austritte auflösen. Den Plan zur Gründung eines Beratergremiums zur Infrastruktur ließ der US-Präsident daraufhin fallen. Am Freitag löste sich schließlich auch der Ausschuss für die Künste und Geisteswissenschaften selbst auf.

Leere Stühle überall

Trump steht zusehends alleine da, auch deshalb, weil viele seiner engsten Vertrauten selbst in die Kritik geraten. So trat Investor Carl Icahn, Milliardär und Trump-Unterstützer von Beginn an, den Rückzug an, um die Präsidentschaft nicht zu belasten. Dem Geschäftsmann Icahn war wiederholt vorgeworfen worden, seine Empfehlungen an die Regierung könnten vor allem den eigenen Geschäften nutzen.

Investor Carl Icahn (Reuters)

Die Beratergremien Trumps werden immer kleiner. Auch Investeror Carl Icahn hat seinen Platz geräumt

Mit Chefstratege Stephen Bannon hat jemand das Weiße Haus verlassen, der vielen als heimlicher Präsident galt und der ein vehementer Vertreter der nationalistischen Wirtschaftspolitik des Präsidenten war. Bannon wolle zwar auch "weiterhin für Trump in den Krieg ziehen". Er erklärte aber in einem Interview mit dem Nachrichtenportal "The Weekly Standard": "Die Trump-Präsidentschaft, für die wir gekämpft und die wir errungen haben, ist vorüber." Die moderaten Kräfte im Kongress würden nun Oberwasser gewinnen.

jv/myk (dpa, afp, rtr)

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Trump feuert seinen Chefstrategen Bannon

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