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Sport

Doll soll Dortmund retten

Thomas Doll wird neuer Trainer beim kriselnden Bundesligisten Borussia Dortmund. Nur einen Tag nach dem Rücktritt seines Vorgängers Jürgen Röber unterschrieb der 40-Jährige einen Vertrag bis 2008.

Thomas Doll vor dem Vereinslogo von Borussia Dortmund (Quelle: AP)

Der letzte Trumpf der Vereinsführung

Es ist doch nicht der harte Hund geworden, den mancher im Dortmunder Umfeld sich als neuen Trainer gewünscht hatte. Thomas Doll, bisher eher als "Kumpel-Typ" bekannt, soll den hochbezahlten Dortmunder Spielern wieder Disziplin beibringen und den Traditionsverein vor dem Abstieg bewahren.

Mit großen Zielen war Borussia Dortmund in die Saison gestartet, wollte sich für den UEFA-Pokal qualifizieren. Neun Spieltage vor Schluss belegt der BVB jedoch nur Platz 13 in der Tabelle. Mit einem Punkt Vorsprung vor den Abstiegsrängen droht dem Verein mit dem höchsten Zuschauerschnitt der Liga sogar die Zweitklassigkeit, zumal von den letzten sieben Spielen sechs verloren gingen.

Geschäftsführer Watzke: "Genau der richtige Mann"

Thomas Doll geht mit einem Fußball unter dem Arm über den Dortmunder Trainingsplatz (Quelle: AP)

Die erste Trainingseinheit: "Werde viele Einzelgespräche führen"

BVB-Geschäftsführer Joachim Watzke zeigte sich zuversichtlich, dass Doll den ambitionierten Verein zunächst einmal vor dem Abstieg bewahren kann: "Sein Konzept hat uns überzeugt. Wir sind uns sicher, dass er in unserer Situation genau der richtige Mann ist." Der Vertrag des neuen Trainers gilt allerdings auch für die zweite Liga.

Die kurze Trainerlaufbahn des Thomas Doll weist den 40-Jährigen nur halb als erfolgreichen Feuerwehrmann aus: Seine bisher einzige Station, den Hamburger SV, übernahm er auf dem letzten Platz der Tabelle und führte ihn bis in die Champions League. Allerdings stürzte der HSV unter Doll auch wieder auf den letzten Tabellenplatz, bevor sich die Wege von Verein und Trainer im Januar trennten.

Doll fühlt sich geehrt

Den BVB will Doll nun möglichst schnell wieder auf die Erfolgsspur bringen, schon beim Spiel gegen Nürnberg am Samstag soll Borussia Dortmund punkten. Entscheidend werde sein, dass die Spieler den Kopf frei bekommen, so Doll: "Ich werde viele Einzelgespräche führen, um mir ein Bild zu machen." Trotz der schwierigen Aufgabe zeigte sich der 40-Jährige glücklich: "Für einen jungen Trainer wie mich ist es eine Ehre, von solch einem großen Club kontaktiert zu werden."

Fans verwandeln die Südkurve des Signal-Iduna-Parks in ein schwarz-gelbes Flaggenmeer (Quelle: DW-TV)

Die Dortmunder Fans hatten bisher wenig Grund zum Feiern

Mit Thomas Doll hat der BVB nun bereits den dritten Trainer in dieser Saison. Auf den entlassenen Bert van Marwijk folgte Jürgen Röber, der allerdings von vorn herein nur als Zwischenlösung bis zum Saisonende eingestellt wurde – dann sollte der ehemalige Bielefelder Erfolgstrainer Thomas von Heesen kommen. Dieser hatte sich seine Chancen nach dem Rücktritt Röbers aber verdorben, weil er nicht zur vorzeitigen Amtsübernahme zur Verfügung stand. Auch der ehemalige Bayern-Trainer Felix Magath, der auf der Dortmunder Wunschliste noch vor Thomas Doll stand, hatte dem Verein eine Absage erteilt.

Viel Erfahrung als Spieler, eher wenig als Trainer

Thomas Doll war als Spieler unter anderem bei Hansa Rostock, dem Hamburger SV, Lazio Rom und Eintracht Frankfurt. Er absolvierte 29 Länderspiele für die DDR und nach der Wiedervereinigung 18 weitere für die Bundesrepublik. Seit 2001 sammelte er bei den Jugend- und Amateurmannschaften des HSV erste Trainererfahrung, bevor er 2004 zum Cheftrainer wurde.

Für den Verein steht viel auf dem Spiel. Zwei Jahre nach der Beinahe-Insolvenz ist Borussia Dortmund zwar finanziell konsolidiert, doch im Falle eines Abstiegs würden Einnahmen aus Sponsoren-Verträgen sowie TV-Gelder verloren gehen. Darüber hinaus sind die Verträge vieler Leistungsträger nur für die erste Liga gültig. Die Bemühungen, den Verein aus der Gefahrenzone zu bringen, stoßen jedenfalls auf großes Interesse bei den zuletzt verärgerten Fans: Für das Spiel gegen Nürnberg stehen nur noch etwa 1000 der 80.708 Karten zum Verkauf. (kre)