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Kultur

DOK Leipzig mit Snowden-Film eröffnet

Der Dokumentarfilm "Citizenfour" über den NSA-Skandal hat in Leipzig das 57. Internationale Festival für Dokumentar- und Animationsfilme eröffnet. Zu sehen sind 368 Filme aus 62 Ländern, darunter 41 Premieren.

Die politischen Krisen der Gegenwart stehen im Fokus des Festivals. So werden zum Beispiel die Umbrüche in der Ukraine, der Krieg in Syrien und die Folgen der arabischen Revolution thematisiert.

In "Citizenfour", dem Eröffnungsfilm des Festivals, zeigt die Oscar-nominierte Regisseurin Laura Poitras, wie die USA im "Krieg gegen den Terror" gegen die eigenen Bürger vorgehen. Die Dokumentation ist der letzte Teil ihrer Trilogie rund um das traumatische Ereignis 9/11.

Daneben gibt es weitere filmische Highlights, die die Werte der westlichen Gesellschaft auf den Prüfstand stellen: "Femmefille" zum Beispiel dokumentiert den Weg des magersüchtigen Models Isabelle Caro bis in den Tod, während sich der Animationsfilm "Rocks in My Pockets" mit der Krankheit Depression beschäftigt.

Im Rennen um die Tauben

Die Filmemacher hoffen nicht nur auf den Zuspruch von Publikum und Fachleuten, sondern auch auf eine der begehrten Goldenen oder Silbernen Tauben, die von den Festival-Jurys vergeben werden.

Alle 80 Wettbewerbsfilme feiern auf dem DOK Leipzig Deutschlandpremiere. 46 davon sind Dokumentarfilme, 34 Animationsfilme. Neben den Filmen des Wettbewerbs und des Internationalen Programms werden auch 170 Filme in verschiedenen Sonderreihen gezeigt. Dazu gehören beispielsweise Dokumentarfilme aus dem früheren Jugoslawien und DEFA-Filme über Leipzig.

International renommiert

Das DOK Leipzig, das 1955 ins Leben gerufen wurde, hat sich längst als eines der angesehensten Dokumentarfilm-Festivals der Welt etabliert. 2300 Filmbewerbungen aus 119 Ländern waren bis Juli 2014 eingereicht worden. Der Film, der die Goldene Taube im internationalen Wettbewerb für kurze Dokumentarfilme erhält, wird automatisch für den jährlichen Wettbewerb um den Oscar in der entsprechenden Kategorie berücksichtigt.

Claas Danielsen, Direktor des Dok-Filmfestivals Leipzig

Claas Danielsen hat das Festival modernisiert

Festivaldirektor Claas Danielsen freut sich seit Jahren über steigende Zuschauerzahlen. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 41.000 Besucher zu den Vorführungen - ein neuer Rekord. Daneben werden rund 1700 Fachleute aus der ganzen Welt erwartet. "Die Filme haben sich in den letzten zehn Jahren sehr verändert. Es sind Dogmen gefallen, viele Regisseurinnen und Regisseure operieren sehr spielerisch auch zwischen den Genregrenzen", sagt Danielsen, der das Festival in seiner zehnjährigen Amtszeit grundlegend modernisiert hat.

Führungswechsel

Im Januar 2015 wird der Intendant von Leena Pasanen abgelöst. Die 49-jährige Finnin ist Expertin im Bereich Dokumentarfilm und wird das Zepter beim DOK zunächst für fünf Jahre übernehmen. "Ich kenne das Festival schon lange und habe es immer respektiert und bewundert", sagte sie - und kündigte an, das reiche kulturelle Leben Leipzigs enger mit dem Festival zu verbinden.

suc/nf (dpa, mdr)